Freitag, 20. September 2019

Verbandsbürgermeisterwahl in Kandel: Michael Niedermeier tritt gegen Amtsinhaber Poß an

5. Juli 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kreis Germersheim, Politik regional, Regional
Michael Niedermeier will "frischen Wind und neue Kraft" in die Verbandsgemeindeverwaltung bringen. Fotos: pfalz-express.de/Licht

Michael Niedermeier will „frischen Wind und neue Kraft“ in die Verbandsgemeindeverwaltung bringen.
Fotos: pfalz-express.de/Licht

Kandel: Die Katze ist aus dem Sack: Die CDU der Verbandsgemeinde Kandel hat ihren Kandidaten für die Wahl des Verbandsbürgermeisters am 25. September präsentiert.

Es ist der in der Südpfalz schon bekannte ehemalige Pressesprecher der Stadt Landau, Michael Niedermeier, noch 28 Jahre (Geburtstag am 20. Juli 1987) und Diplom-Verwaltungsbetriebswirt.

Niedermeier ist frisch verheiratet und lebt seit einem halben Jahr in Kandel. Derzeit ist er Leiter der neu eingerichteten Stabsstelle für Bürgerbeteiligung und IT-Sicherheit der Stadt Landau.

Seit 2013 ist er im TSV Kandel im Vorstand und als Frauenwart und stellvertretender Abteilungsleiter der Handballerfrauen (3. Bundesliga) aktiv.

100 Prozent Rückhalt

Auf der Mitgliederversammlung des CDU-Gemeindeverbands in der Kandeler Stadthalle wurde Niedermeier gestern Abend (4. Juli) mit 100 Prozent der Stimmen als Bürgermeisterkandidat nominiert. Gleich am nächsten Tag präsentierten der Vorsitzende Norbert Knauber und Josef Vollmer, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat, offiziell den Herausforderer von Amtsinhaber Volker Poß (SPD), der ebenfalls wieder kandidiert.

Man habe etwas länger gebraucht, sagte Knauber, aber dafür nun einen Top-Kandidaten gefunden. In der Politik müsse man die Menschen mitnehmen. Gerade dafür sei Niedermeiers Tätigkeit in der Stabsstelle Bürgerbeteiligung die beste Referenz.

V.li.: Norbert Knauber, Michael Niedermeier, Josef Vollmer.

V.li.: Norbert Knauber, Michael Niedermeier, Josef Vollmer.

Auch Josef Vollmer ist analog zum Abstimmungsergebnis hundertprozentig überzeugt vom neuen Frontmann Niedermeier.

Dieser sei ein echter Teamplayer, der sich für nichts zu schade sei: „Ein Vordenker, der auch vorlebt, einer, der Sachen angeht und mit Dynamik umsetzt. Der richtige Mann am richtigen Platz“, lobte Vollmer den Bürgermeisterkandidaten. Zudem sei er vom Fach und kenne die Arbeitsweise von Verwaltungen.

„Bürgerbeteiligung muss sein“

Der so Gelobte hat sich vor allen Dingen Bürgerbeteiligung auf die Fahnen geschrieben. Besonders bei Projekten, an denen sich Bürger finanziell beteiligen müssen, sei das der Schlüssel zum Erfolg.

„Das fehlt in Kandel. Es reicht nicht aus, Dinge durch den Rat zu winken, anschließend ins Amtsblatt zu setzen und damit ist die Sache erledigt“, so Niedermeier. Zum Beispiel hätte die seit einem Dreivierteljahr versprochene Anwohnerversammlung für die Rheinstraße schon längst stattfinden sollen: „Dann hätte man alles sammeln und aufschreiben, die Daten mit den zuständigen Fachbehörden abgleichen und mögliche Alternativpläne entwickeln können.“

Dass man es nicht Allen recht machen kann, weiß Niedermeier natürlich auch. Die letzte Instanz sei immer noch der Gemeinderat. Bürgerbeteiligung bedeute ja nicht gleich Bürgerentscheid: „Aber beteiligen auf jeden Fall.“

Wohnraum in Kandel zu teuer

Ein weiteres wichtiges Thema für Niedermeier: Bezahlbarer Wohnraum in Kandel. Die Lage sei mehr als angespannt, sagte er. Quadratmeterpreise von mindestens 300 Euro seien das Einstiegslimit. Da müssten unbedingt bodenpreisdämpfende Maßnahmen her: „Die gibt es auch in anderen Städten. In Landau am Wohnpark „Im Ebenberg“ sind die Preise nicht so hoch.“

Die Kandeler Preise seien vielleicht für Karlsruher Neubürger günstig – dennoch solle man zuerst auf die eigenen Leute schauen: „Wir müssen uns kümmern und das wird bislang nicht getan.“

Beispielsweise müsse eine Stadt ein komplettes Areal kaufen und könne so entscheiden, wer Grundstücke bekomme. „Wenn die Stadt die Hand drauf hat, kann man auch die Preise eher lenken“, so Niedermeier.

Niedermeier führte zur Veranschaulichung die Gemeinde Steinweiler an. Dort mache man es so, es gebe ein Punktesystem (Einwohner, Familien mit Kindern, Engagement in der Gemeinde, etc.), das hervorragend funktioniere. Den Grundstückseignern, meist Ackerbauern, müsse man selbstverständlich anständige Angebote machen – so, dass es für beide Seiten vorteilhaft sei.

Dererlei Vorgänge fallen eigentlich in städtische Entscheidungshoheit. Niedermeier sieht aber die Möglichkeit, als hauptamtlicher Verbandsbürgermeister (und damit Chef der Verwaltung, der ein solches Verfahren einleiten muss), „Akzente zu setzen“.

Schnelles Internet: „Deutlich machen, worauf es ankommt“

Schnelles Internet ist in Kandel für Viele ein Wunschtraum. Die Stadt ist ein Flickenteppich von verschiedenen Anbietern, in manchen Straßen (Saarstraße, Rheinstraße) und auch im Gewerbegebiet Minderslachen plagt man sich mit quälend langsamen Netzzeiten.

Unlängst wurde das Thema an den Kreis abgegeben, der nun die sogenannten „weißen Flecken“ eruieren will. „Aber gerade weil man die Verwaltungsabläufe nun nicht mehr im Haus hat, müssen wir die Standpunkte weiter klar und deutlich machen. Andere Gemeinden werden das mit Sicherheit tun“, ist Niedermeier überzeugt.

Er habe nicht den Eindruck, dass sich um das Thema besonders gekümmert werde. „Man hätte viel früher koordinieren können, einen Ausbauplan erstellen. Für die Zukunft gilt leider: Es wird weiterhin Flecken auch auf dem Plan des Kreises geben. Deshalb müssen wir in der Beratungsphase deutlich machen, worauf es ankommt.“

Knauber und Vollmer sind ebenfalls der Meinung, dass man das Thema „schnelles Internet“ in der Verwaltung „ massiv verschlafen“ habe: „Man muss sich nicht wundern, wenn Firmen abwandern. Die Verwaltung hat das nicht in in Angriff genommen.“

IT-affine Leute wie beispielsweise in Winden oder Minfeld gebe in Kandel nicht. Stadtbürgermeister Günther Tielebörger tue sich gar besonders hervor, wenn es um Unkenntnis am Rechner ginge.

Wirtschaftsförderer etablieren

Damit war der Bogen zu einem anderen Anliegen geschlagen. Niedermeier sieht die Bedeutung der Verbandsgemeinde als wirtschaftliches Zentrum schleichend schwinden: „Momentan funktioniert es noch ganz gut, aber man darf sich nicht darauf ausruhen.“

Jetzt schon gebe es Leerstände, die lange nicht nachbesetzt würden. Es gelte, frühzeitig zu agieren. Auch beim Industriegebiet Minderslachen müsse man sich fragen, ob es noch zeitgemäß sei.

Michael Niedermeier plädiert für eine wirtschaftsfreundlichere Politik, um mehr Unternehmen an die Verbandsgemeinde zu binden oder anzulocken.

Als zielführend sieht er dabei die Etablierung einer Wirtschaftsförderung an (Erklärung: Als Wirtschaftsförderung bezeichnet man Anstrengungen von öffentlichen Organen oder privaten Unternehmen oder Initiativen , die Wirtschaft in einer bestimmten Region zu beleben. Dies geschieht in Form von materieller, personeller und finanzieller Unterstützung. Bei erfolgreicher Förderung rechnen sich die Fördermaßnahmen durch Beschäftigungszuwachs, Steuermehreinnahmen und Attraktivität des Standorts).

Dabei müsse man Aufbruchstimmung schaffen und als Verbandsgemeinde kompakt auftreten, neue Wege gehen und Ideen einbringen. „Innovative Unternehmen kommen nicht allein wegen einer schönen Einkaufsstraße in Kandel, wenn ein Wirtschaftsstandort ansonsten anfängt zu bröckeln. “ Die Verbandsgemeinde habe viele Stärken: „Die müssen wir effektiv nutzen, dann können wir uns auch mit anderen Kreisen messen.“

Hochwasserschutz immens wichtig

Gewitter mit Starkregen überfluten immer mehr Gebiete – ein Vorgang, der in diesem Jahr auffällig häufig zu beklagen ist. In Kandel war vor wenigen Wochen die Rheinstraße betroffen. Hart getroffen hat es auch unlängst die Gemeinde Winden.

2014 hat es die Kandeler Hubstraße erwischt. Damals sei der Ruf nach Lösungen laut gewesen, sagt Niedermeier. Geschehen sei aber nichts weiter. Die Bemerkung, die ein kommunaler Politiker zur Überflutung in Winden geäußert habe – ein Ackerbauer soll die falsche Frucht angebaut haben – nannte er eine „Verhöhnung.“

Dringend notwendig sei es zu screenen, „welche Gewässer wo ablaufen. Der Klimawandel macht keinen Bogen um die Verbandsgemeinde und ist unberechenbar. Deshalb muss das Thema entschieden als Chefsache angegangen werden.“

Bürgersprechstunden einführen

Die Einwohnerverammlung ist wie gesagt „Pflichtsache“ für Michael Niedermeier. Außerdem will er in allen Ortsgemeinden regelmäßige Bürgersprechstunden einführen: „Kommunikation ist sehr wichtig – zuhören, Sorgen und Nöte und Anregungen aufnehmen. Und zwar, ohne beleidigt zu sein. Da muss man einfach offen sein.“

Politische Erfahrung bringt Niedermeier ebenfalls mit. So hat er schon 2005 mit Sven Koch (der bei der diesjährigen Landtagswahl als CDU-Kandidat für den Wahlkreis 49 angetreten war) die Junge Union in Herxheim wieder aufgebaut und fungierte als dessen Wahlkampfleiter.

In seiner Freizeit ist Niedermeier leidenschaftlicher Wanderer und Jogger, kocht und grillt gerne. Aufgewachsen ist er in Bayern, den Niederlande, Bühl und Straßburg (der Vater war Berufsoffizier der Bundeswehr), seit 2005 ist er Pfälzer.

In den Wahlkampf zieht er mit dem Motto: „Frischer Wind und neue Kraft“.

Mehr Infos über Michael Niedermeier und Termine gibt es auf seiner Homepage: www.michael-niedermeier.com.

(cli)

Nächster Termin:

Zu einem Vis-a-Vis lädt die CDU-Steinweiler ein. In zwangloser Runde will man über das Dorf und die Region sprechen. Bürger können dort den Kandidaten Niedermeier, kennenlernen.

Das „Vis-a-Vis“ findet am Freitag,  8. Juli ab 19 Uhr,  vor dem Anwesen von Familie Sticha  (Kastanienweg 8, Steinweiler) statt.

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