
Symbolbild: Pfalz-Express
Hamburg/Brokstedt – In einem Regionalzug von Kiel nach Hamburg hat ein Angreifer am Mittwochnachmittag gegen 15 Uhr mit einem Messer zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt – laut Polizei drei schwer und vier weitere leicht.
Wie später bekannt wurde, waren die Opfer 16 und 19 Jahre alt.
Der Täter wurde von der Polizei kurz nach seiner Tat in Brokstedt festgenommen. Zeugen gelang es unmittelbar nach der Tat, den Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei am Bahnhof in Brokstedt festzuhalten. Der Bahnhof wurde wegen der Ermittlungen gesperrt.
Der Mann ist laut Medienberichten erst vor einer Woche aus einer Untersuchungshaft entlassen worden. Die „Welt“ schreibt auf ihrer Internetseite, es handele sich um den 33-jährigen Ibrahim A., einen Mann palästinensischer Herkunft mit bislang ungeklärter Nationalität. Er soll 2014 nach Deutschland gekommen sein, zunächst in Nordrhein-Westfalen und dann in Schleswig-Holstein gewohnt und 2016 subsidiären Schutz erhalten haben.
Er soll mehrfach wegen Sexual- und Gewaltdelikten polizeilich in Erscheinung getreten sein. Nach einer ersten Einschätzung aus Sicherheitskreisen soll A. bislang nicht als sogenannter „Gefährder“ bekannt gewesen sein. Bei seiner Festnahme am Mittwoch habe er einen stark verwirrten Eindruck gemacht. Er sei mit mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus in Neumünster eingeliefert worden und werde dort von der Polizei bewacht, hieß es. Er soll eine sogenannte Fiktionsbescheinigung dabei gehabt haben, die wegen Blutverschmierung nur teilweise lesbar war. Eine Fiktionsbescheinigung wird ausgestellt, wenn über einen beantragten Aufenthaltstitel noch nicht entschieden ist.
Laut Polizeiangaben gingen am Mittwoch kurz vor 15 Uhr die ersten Notrufe bei der Polizei ein, wonach ein Mann im Zug mit einem Messer um sich gestochen habe. Der Zug sei schließlich im Bahnhof Brockstedt gestoppt worden, dort habe sich das Geschehen auf den Bahnsteig verlagert und der mutmaßliche Täter sei mit Hilfe von Zeugen festgenommen worden.
Am Abend meldete sich Bundesinnenministerin Nany Faeser (SPD) zu Wort: „Der Messerangriff in einem Regionalzug ist eine erschütternde Nachricht. All unsere Gedanken sind bei den Opfern dieser furchtbaren Tat und ihren Familien“, sagte sie. Die Hintergründe der Tat würden jetzt mit Hochdruck aufgeklärt. (dts Nachrichtenagentur)

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