
Weihnachten kann hin und wieder ganz schön stressig sein. Deshalb sollten die Erwartungen nicht allzu hoch geschraubt werden.
Foto: Pfalz-Express
„Driving home for Christmas“ läuft auf der Heimfahrt im Radio, die Vorstellung von einem großen, funkelnden Weihnachtsbaum, Plätzchenduft und schönen Geschenken lässt die Vorfreude auf das Weihnachtsfest größer werden. Endlich sieht man seine Lieben wieder und verbringt eine glückliche, harmonische Zeit miteinander.
Weihnachten steht für Liebe und Frieden. Es ist das Fest mit der größten Emotionalität überhaupt. Doch die Realität kann ganz anders aussehen: Viele Familien können nicht damit umgehen, dass sie für mehrere Tage in die gemeinsame Häuslichkeit zurückgeworfen werden. Sie verbringen mehr Zeit als gewöhnlich miteinander. Es gibt keine Freiräume durch Arbeit oder Schule. Vorhandene, im Alltag verdrängte Konflikte können plötzlich auflodern.
Weihnachten ist mit hohen Erwartungen und dem Bild der trauten Familie verbunden. Dem Fest wird viel Bedeutung aufgeladen: Es sollen schöne Tage werden, das Essen soll besonders lecker schmecken und die Stimmung soll fröhlich sein. In der Vorweihnachtszeit wurde viel Zeit und Kraft in die Vorbereitungen gesteckt. Und dann? Die Mühe wird nicht (ausreichend) anerkannt.
Mögliches Szenario
Verschiedene Generationen treffen aufeinander und haben auseinandergehende Meinungen zur Flüchtlingspolitik, zur „Dieselaffäre“, zur Religion oder Arbeit. Der Vater klebt vorm Fernseher, die Mutter am Telefon oder die Kinder an der Spielekonsole. Erwartungen und Vorstellungen werden nicht erfüllt. Das führt zu Frust und Aggressionen, oft sind Kleinigkeiten der Auslöser.
So tun zu müssen, als sei alles in Ordnung, um den „Weihnachtsfrieden“ nicht zu gefährden, ist ein weiterer Stressfaktor. (Familien-)biographische Aspekte wie zum Beispiel Alkoholismus, Drogenmissbrauch, Depression oder Gewalterfahrungen können hinzukommen und einen Streit eskalieren lassen. Davor warnt aktuell das Polizeipräsidium Westpfalz.
Häusliche Gewalt und Übergriffe seien für Betroffene oft ein Tabuthema. Viele schämetn sich, dass sie ausgerechnet zum Fest der Liebe in eine derartige Krise geraten. „Stopp! Holen Sie sich Hilfe!“, ermuntert die Behörde.
Und weiter: „Wenn Sie in der Krise stecken, es zu häuslicher Gewalt oder Übergriffen kommt, ziehen Sie die Notbremse! Vertrauen Sie sich Menschen an, die Ihnen Halt geben und informieren Sie die Polizei. Im Akutfall wählen Sie die Notrufnummer 110. Der Polizei-Notruf ist Tag und Nacht erreichbar. Die Polizei kann die Täterin oder den Täter aus der Wohnung verweisen, vorübergehend in Gewahrsam nehmen oder den Kontakt zum Opfer verbieten. Die Polizei schützt Opfer.
Wenn Sie selbst nicht betroffen sind, aber Ihre Nachbarn sich streiten, „möbelrücken“ oder deren Kind ununterbrochen schreit: Handeln Sie!
Zivilcourage fordert Mut, aber kein leichtfertiges Heldentum. Bereits ein Anruf bei der Polizei kann genügen, um wirksam Hilfe zu leisten. Auch die Bereitschaft, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen, ist von Bedeutung. Die Polizei ist auf die Hilfe von couragierten Bürgern angewiesen, um Straftaten aufzuklären. Wichtig ist, dass Opfer nicht alleine zu lassen“, so die Polizei in einem Aufruf.
Beratung und Hilfe / Hilfetelefone – nicht nur zu Weihnachten
Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist ein Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 werden Betroffene rund um die Uhr unterstützt.
Die „Nummer gegen Kummer“ ist anonym und kostenlos unter der Rufnummer 116 – 111 erreichbar. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche. Die Nummer kann von montags bis samstags, von 14 bis 20 Uhr, angerufen werden.
Unter der Telefonnummer 0800 111 0 550 können Eltern anonym und kostenlos, von montags bis freitags, 9 bis 11 Uhr, und dienstags und donnerstags, 17 bis 19 Uhr, das Beratungsangebot in Anspruch nehmen.
Für Opfer einer Straftat hat der Weiße Ring unter der Nummer 116 006 ein kostenfreies Opfer-Telefon eingerichtet.
Die Telefonseelsorge ist ein Angebot der evangelischen und katholischen Kirchen. Sie richtet sich auch an Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit und ist kostenfrei unter den Rufnummern 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 erreichbar. (red/pol)

Diesen Artikel drucken

RLP – Der „Danke-Polizei-Tag“ findet 2017 – der angelsächsischen Tradition folgend – am Samstag, 16. September, statt. An diesem „“Say thank you ...
So wie der Tannenbaum an Weihnachten gehört für viele das Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel dazu. Allerdings sollte man auf selbstgebastelte oder für den ...
Das Polizeipräsidium Rheinpfalz bereitet sich auf die Silvesternacht vor. Die Sicherheit an sei wie in den Jahren zuvor ein wichtiges Anliegen, teilte ...
Die Bundesregierung hat am 8. März den langjährigen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Vorsitzenden der Friedrich-Ebert-Stiftung, Kurt Beck (SPD), zum Beauftragten für die Opfer ...
Rheinland-Pfalz/Hamburg/Bad Bergzabern – 28 Polizeibeamte aus Rheinland-Pfalz wurden bei den gewalttätigen Krawallen während des G20-Gipfels leicht verletzt. Das teilte die Staatskanzlei mit. ...
Mainz – Die Opferorganisation Weißer Ring will eine Gesetzesänderung, um Tätern, die wegen häuslicher Gewalt verurteilt wurden, eine elektronische Fußfessel anlegen zu ...
Germersheim: Die Polizeiinspektion Germersheim hat am Donnerstag die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2015 vorgestellt. Mit dabei waren erstmals auch zwei Opfer ...
Um Hilfe für Jungvögel und die Natur bittet Hermann Weber aus Berg, der auch gerne zur Unterstützung bereit ist. Denn: „Jedes Leben, ...
Rheinland-Pfalz – Umfassende Investitionen sowohl in technische Ausrüstung und eine Aufstockung des Personals sind dringend notwendig für die rheinland-pfälzische Polizei. Das sagte ...
RLP – Unter der Rufnummer 115 erhalten ab sofort alle Bürger im Land Antworten zu den häufigsten Behördenanliegen. Die Behördennummer ist jetzt ...
VG Jockgrim – Das Versorgungsnetzwerk der Verbandsgemeinde hat seinen Betrieb aufgenommen. Über eine Koordinierungsstelle in der Verbandsgemeindeverwaltung wird der Kontakt mit den ...











