Stadt Pirmasens lud zum Neujahrsempfang ein: OB Zwick: „Probleme mit Kreativität und Mut überwinden“

20. Januar 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Regional, Südwestpfalz und Westpfalz

Der Stadtvorstand begrüßte jeden einzelnen Bürger per Handschlag. Mit dabei die landgräflichen Grenadiere.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Pirmasens. Die Stadt Pirmasens lud zum Neujahrsempfang ein. Bereits eine halbe Stunde zuvor hießen die Mitglieder des Stadtvorstandes – flankiert von den landgräflichen Grenadieren – die Gäste im Foyer der Festhalle willkommen.

Musikalisch wurde der Neujahrsempfang vom Duo „Father & Son“ umrahmt. Gerd und Mark Schlick luden das Publikum auf eine Zeitreise ein. Vater und Sohn haben sich mit Gitarre und Stimme den Klassikern der Rockgeschichte verschrieben.

„Vater und Sohn“ Gerd und Mark Schlick.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Mit dem „Gym & Dance Team“ der TS Rodalben waren die mehrfachen Deutschen Meister und vielfachen „Showtime“-Sieger in der Festhalle zu Gast. Trainiert von Inge Hollerith entführten die Sportlerinnen im Alter zwischen zwölf und 29 Jahren das Publikum mit einer spannungsgeladenen Kür aus Bodenturnen, Tanz und Gymnastik in „fremde Galaxien“.

Im Anschluss an den offiziellen Teil des Neujahrsempfangs standen die Begegnung und das Gespräch im Vordergrund – bei Wein, Bier, alkoholfreien Getränken und Laugenkonfekt.

OB Zwick ehrte Peter Kuwatsch (r.)
Foto: Pfalz-Express/Ahme

OB Zwick zeichnet Peter Kuwatsch mit Stadtehrenplakette aus

Wichtiger Baustein einer solidarischen Stadtgesellschaft ist das ehrenamtliche Engagement ihrer Bürger. OB Markus Zwick nahm den Neujahrsempfang zum Anlass, um den Pirmasenser Peter Kuwatsch mit Stadtehrenplakette in Bronze auszuzeichnen, der mit großem persönlichem Einsatz Solidarität in vorbildlicher Weise lebt und Subsidiarität praktiziert.

Kuwatsch lenkte zwischen Dezember 1999 und November 2019 die Geschicke  der Verkehrswacht Pirmasens. In seiner Amtszeit als Vorsitzender entwickelte sich die Zahl der Mitglieder von 19 auf stolze 198. Kuwatsch war Mitinitiator der Verkehrssicherheitstage der Schulen der Stadt Pirmasens.

Die etablierte Veranstaltung hat sich inzwischen längst auch auf den Landkreis Südwestpfalz ausgeweitet. Die Verkehrssicherheitstage der Schulen verzeichnen jährlich rund 500 Teilnehmer.

Ein weiterer Teil seines umfassenden Engagements sind die Motorrad- und PKW-Sicherheitstrainings, die seit 2001 beziehungsweise 2003 stattfinden.
Peter Kuwatsch war außerdem über drei Jahrzehnte als Verkehrserzieher in der Siebenhügelstadt tätig.

In dieser Zeit hat er Generationen von Schülern auf die Prüfung vorbereitet. Auch die Abnahme des Fahrradführerscheins und die Fußgängerprüfungen gehörten zu seinen Aufgaben, die ihm stets eine Herzensangelegenheit waren. Dafür wurde der inzwischen pensionierte Polizeibeamte bereits 1991 mit der Landgrafenmedaille der Stadt ausgezeichnet.

Die von Kuwatsch ins Leben gerufene Veranstaltung „Biker Start Up“ wurde mit dem Verkehrssicherheitspreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Zwischen 2009 und 2018 engagierte sich Kuwatsch außerdem im Vorstand der Landesverkehrswacht. Dafür wurde er mit der goldenen Ehrennadel der Landesverkehrswacht geehrt.

Viel Applaus für Inge Hollerith und die Gym+Dance des TS Rodalben.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

OB Markus Zwick: Neujahrsrede zum Stadtgeschehen.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Rede OB Markus Zwick

In seiner Rede stellte der neue OB den Aufbau und die Sicherung des Wirtschaftsstandorts, die Überwindung sozialer Probleme sowie die Verbesserung von Image und Ansehen der Stadt in den Mittelpunkt.

„Diese drei eng miteinander zusammenhängenden Bereiche habe ich deshalb ja auch zu den Kernthemen meiner Arbeit der nächsten Jahre gemacht“, so Zwick. Chancen und Potentiale: der Stadtbürger trage maßgeblich dazu bei durch Mut, Kreativität, Klugheit, Fleiß die Probleme der Stadt nach und nach zu überwinden, so Zwick,

Politik und Verwaltung könnten Herausforderungen einer Stadt alleine nicht bewältigen, sondern nur Rahmenbedingungen schaffen und Impulse setzen. „Doch wirklich stark kann eine Stadt nur werden, wenn sie eine starke Stadtgesellschaft mit starken Menschen hat, die anpacken und ihre Stadt selbst gestalten. Und auch wenn Pirmasens noch große Probleme zu bewältigen hat, ist die Stadt auf einem hervorragenden Weg!“

Statistiken und negative Medienberichte spiegelten nicht die Lebenswirklichkeit wider, zumal man „mittelfristig sowieso aus vielen Statistiken herausfallen“ werde. Die Stärke der Stadt liege nicht in ihrem finanziellen Reichtum, sondern in den Bürgern und deren Engagement für die Stadt.

Zwick nannte dafür auch Beispiele, mit denen er die Entwicklung und die Chancen von Pirmasens „entgegen aller Unkenrufe außerordentlich positiv“ bewertete (siehe „Leute und ihr Wirken für die Stadt“).

 

In der Festhalle…

Leute und ihr Wirken für die Stadt

Markus de Rossi errichtet auf dem Gelände des städtischen Krankenhauses ein topmodernes Strahlentherapiezentrum. Ein Projekt, das hohe Investitionen auslöst, Arbeitsplätze schafft und das Krebszentrum bereichern soll.

Ebenfalls neu in Pirmasens engagiert sich seit letztem Jahr Salvatore Federico. Er hat das seit vielen Jahren brachliegende Fuller- bzw. Helmitin-Areal an der Zweibrücker
Straße gekauft. In sehr enger Abstimmung mit der Stadt und mit beeindruckender Bodenständigkeit haucht Herr Federico dem ca. 7 ha großen Industrie-und Gewerbegebiet neues Leben ein. Eine sehr positive Entwicklung mit Signalwirkung für unsere Stadt.

Im Rheinberger ist gerade der IT-Spezialist Allgeier eingezogen. Vorstand Michael Schmidt sorgt damit nicht nur für 40 neue Arbeitsplätze, sondern auch für eine gute Auslastung des Gebäudes und zu einer weiteren Belebung der Stadt.

Eine bemerkenswerte Entwicklung findet derzeit auf der Husterhöhe in direkter Nachbarschaft von Hochschule, PFI und dem International Shoe Competence Center
statt. Dort investiert die Firma Solor 4,5 Millionen Euro in einen modernen Neubau. Das von Matthias und Edith Birke geführte Unternehmen Solor beschäftigt fast 100 Mitarbeiter
und ist im Bereich der Orthopädie- Schuhtechnik erfolgreich. Die Hochschule führt passend dazu ab dem Sommersemester einen Bachelor-Studiengang „Orthopädieschuhtechnik“ ein.

Weitere Meilensteine setzt auch die Winzler Unternehmerfamilie Kunz. Sie ist künftig nicht nur mit ihrem weithin bekannten „Hotel Kunz“ und der „Burgerei“ ein strahlendes
Aushängeschild für Pirmasens. Darüber hinaus baut Eric Kunz mit seiner Tochter Catharina in Winzeln ein weiteres modernes Hotel für Business Gäste.

In diesem Zusammenhang sicherlich eines der großen und bedeutenden Projekte war deshalb die Eröffnung der Jugendherberge im Frühjahr 2019. Wer hätte damit gerechnet,
dass gerade in Pirmasens die modernste Jugendherberge Deutschlands entsteht? Die Jugendherberge ist ein Verdienst des Alt-OBs Dr. Matheis und des früheren Beigeordneten Michael Schieler.

Auch im Bereich Wohnen sind im letzten Jahr bemerkenswerte Projekte angestoßen oder umgesetzt worden. Zu nennen wäre beispielsweise das Projekt „Bellevue“ auf dem Horeb. Dort hat Walter Müller von der erfolgreichen Firma WAWI gemeinsam mit seinem Freund Konrad A. Kossmann 10 Millionen Euro in hochwertigen Wohnraum investiert. Mit der Welter und
Brück-Immobilie wurde eine weitere Pirmasenser Schuhfabrik aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt.

Auch in der Innenstadt gibt es positive Projekte und Entwicklungen. Eine davon ist dem erfolgreichen Pirmasenser Unternehmer Manfred Schenk zu verdanken. Denn in der Turnstraße und in der Teichstraße baut bzw. saniert Herr Schenk moderne Wohnhäuser für städtisches Wohnen. Dass in Pirmasens auch wieder mehr in Wohnraum investiert wird, ist eine sehr gute Entwicklung.

Mit einem Förderpaket will die Stadt deshalb in den nächsten Jahren gemeinsam mit dem Land Sanierungen von Gebäuden fördern. Im Winzler Viertel, auf dem Horeb und in der
zentralen Innenstadt gibt es für Eigentümer enorme Anreize. Bisher liegen der Stadt bereits 250 konkrete Anfragen von Hauseigentümern vor. Pirmasens wird dadurch in den
nächsten Jahren eine erhebliche bauliche Aufwertung erfahren.

Ein echtes Herzensprojekt vieler Pirmasenser ist das Projekt „Schuhstadt Pirmasens“. Mit großer Begeisterung und Leidenschaft haben Rolf Schäfer und der Architekt Christoph Arnold eine tolle Idee für die Höfelsgasse entwickelt. Aus der seit Jahren leer stehenden Kaufhalle soll eine Schuh- und Outdoor-Artikel geprägte Einkaufsmeile entstehen.

Ein weit über Pirmasens hinaus beachtetes Event, war im November die Messe Kreativvitti 2.0. Wirtschaftsförderer Mark Schlick hat mit der 2. Auflage die Messe Pirmasens zum Mittelpunkt der Kreativ- und Kulturwirtschaft in Rheinland-Pfalz gemacht. In den Menschen in Pirmasens und der Region steckt enormes Potential und die Stadt ist sehr fortschrittlich auf diesem Bereich aufgestellt.

Eine glückliche Fügung war dabei, dass der berühmte Fotokünstler Harald Kröher gemeinsam mit Stadtmarketingchef Rolf Schlicher zeitgleich zur Kreativitti die
Pirmasenser Fototage ausgerichtet hatte. Mit den beeindruckenden Bildern aus Pirmasens, der Südwestpfalz und der ganzen Welt hat Pirmasens in diesen Tagen weit
über die Region hinaus gestrahlt.

Dass auf dem Messegelände wieder regelmäßig erfolgreiche Messen wie die La Vita, der BauSalon oder der AutoSalon stattfinden, ist Michael Frits zu verdanken. Die Veranstaltungen locken wieder viele Menschen nach Pirmasens und zeigen die Bedeutung und die Alleinstellung unseres traditionellen Messestandortes auf. Die positive Wirkung der Messen ist nicht zu unterschätzen.

Die Firma Dara um die jungen Gründer Daniel Schneider und Raphael Wagenblatt hat nicht nur im Eventbereich neue Angebote geschaffen, zum Beispiel im Quasimodo.
Das Unternehmen hat auch das erste Pirmasenser Video-Game entwickelt und arbeitet bereits an dem Zweiten. Über 20 Mitarbeiter beschäftigt das junge Unternehmen bereits
nach kurzer Zeit.

Für junge Leute ist die neue Games Lounge „Level Up“ im EKZ entstanden. Die jungen Betreiber wollen ein Angebot speziell im Spielebereich schaffen. Denn viele – vor allem jüngere Menschen – verbringen damit gerne ihre Freizeit. Das Angebot schließt deshalb eine Lücke in der Stadt.

Klima-und Naturschutz

Was Pirmasens im vergangenen Jahr bewegt hat, war die Initiative „Fridays for future“! Während die Klimaschutzbewegung „Fridays for future“ anderenorts die Gesellschaft spaltet, haben es die Jugendlichen in Pirmasens anders gemacht: Sie haben nicht nur demonstriert und mit dem Finger auf Politik und Erwachsene gezeigt, sondern sie haben sich auch informiert: „Was macht die Stadt schon zum Klimaschutz, wie können wir selbst mithelfen?“

Am Ende beteiligten sich Jugendliche an konkreten Aktionen, sie sammelten Müll bei der „Aktion saubere Landschaft“, beschäftigten sich mit Energiesparen in den Schulen, säten Blühwiesen, bauten Insektenhotels oder betreuten Bienenstöcke u. v. m.

„Einen Klimanotstand musste der Stadtrat dann für Pirmasens auch nicht ausrufen, stattdessen arbeiten die Pirmasenser lieber an konkreten Lösungen, so Zwick. Der Pirmasenser OB nannte noch viele bemerkenswerte Personen, die sich zum Beispiel im Stadtrat, im Jugendstadtrat oder Seniorenbeirat engagieren. Jugend und Senioren in Pirmasens sind ein großes Thema, das, wie Zwick in seiner Rede deutlich machte, ihm sehr am Herzen liegt.

Gebietsreform

In Richtung Gebietsreform nimmt Zwick klare Positionen ein. „Wenn es um das Wohl der Bürger geht, dürfen politische Gebietsgrenzen zwischen Stadt und Landkreis keine Rolle spielen“, so Zwick.  „Zusammen sind wir schlagkräftige Partner!“ In immer mehr Bereichen unterstützten sich die Stadt und der Kreis gegenseitig. „Außerdem freue er sich, auch den Zusammenhalt mit der Stadt Zweibrücken und den umliegenden Verbandsgemeinden und Gemeinden weiter stärken zu können.

„Im kommenden Jahr steht uns übrigens eine Diskussion zur Kommunal- und Verwaltungsreform ins Haus. Es deutet sich an, dass das Land eine Einkreisung der Städte Pirmasens und Zweibrücken vorbereiten wird.

Dies wäre aber kaum mit Vorteilen für die Bürger verbunden, sondern mit erheblichen Nachteilen. Denn Pirmasens und Zweibrücken würden dadurch ihre Selbstbestimmung und Gestaltungsfreiheit verlieren. Und der Landkreis würde finanziell ganz erheblich belastet. Deshalb bin ich sehr froh, dass Herr Dr. Wosnitza und Frau Dr. Ganster eine Einkreisung
genauso kritisch sehen wie ich – unser Herz in Pirmasens schlägt kreisfrei!“

Integration

Zwick sprach auch das Thema Integration an: „Immer noch beschäftigt uns in Pirmasens das Thema „Integration“. Denn Pirmasens hat erheblich mehr Flüchtlinge aufgenommen als andere Städte, weshalb wir seit knapp zwei Jahren eine „Zuzugssperre“ haben.

Trotz dieser erheblichen Belastungen hat Pirmasens jedoch keine gesellschaftliche Spaltung erlebt. Es ist uns bisher vielmehr vorbildlich gelungen, mit dem Thema umzugehen. Denn die allermeisten Flüchtlinge möchten sich integrieren. Es ist richtig, Integration von ihnen einzufordern, es ist aber auch richtig, unbegründete Vorurteile zu überwinden und den hier lebenden Menschen die Chance zur Integration zu geben.“

Image der Stadt

Das schlechte Image der Stadt wegen schlechter Sozialdaten und auffälliger Positionen in Statistiken ändere sich nicht zuletzt aufgrund der jahrelangen erfolgreichen Arbeit des
Stadtmarketing-Chefs Rolf Schlicher und seines tollen Teams.

„Sie haben im vergangenen Jahr unzählige großartige Veranstaltungen organisiert“, so Zwick begeistert. Gerade im Veranstaltungs- und Kulturbereich setze Pirmasens für eine Stadt dieser Größe eigene Maßstäbe und das Kulturprogramm suche weit und breit seinesgleichen. Als „Wunder von Pirmasens“ wird die neue „Vogeltreppe“ bezeichnet.  In der Schäferstraße ist das größte Mosaik in Rheinland- Pfalz entstanden. (desa)

…trafen sich die Pirmasenser zum Neujahrsempfang.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

 

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