Samstag, 04. April 2020

Sprengung möglich: Landauer Bomben-Duo wird am Freitag entschärft

3. März 2014 | 1 Kommentare | Kategorie: Landau, Regional

Bei der Pressekonferenz mit Thomas Scholly, Bürgermeister Hirsch, Michael Bumb, Ludger Meier und Dirk Hargesheimer (v.l.) wurde  deutlich: Die neuerliche Bombenentschärfung wird zur echten Herausforderung.
Foto: Ahme

Landau. Bombenstimmung bei den Rosenmontagsumzügen in Köln und Mainz, zur gleichen Zeit lud die Stadt Landau zur Pressekonferenz mit einem ernsten Thema ein.

Auf dem zukünftigen Landesgartenschaugelände in Landau wurden im Zuge der Sondierungsmaßnahmen zwei amerikanische 500-Pfund-Fliegerbomben (ca. 250 Kilo) aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

Die Bomben werden rund um die Uhr bewacht und sollen am Freitag, dem 7. März um 12 Uhr  vom Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz entschärft werden. Darauf macht Bürgermeister Thomas Hirsch als Ordnungsdezernent nach Absprache mit Feuerwehr, Polizei, Kampfmittelräumdienst, DRK und den beteiligten städtischen Ämtern aufmerksam.

Zuletzt hatte es im August 2013 einen Bombenfund in dem Areal gegeben.

Bei Sondierungsmaßnahmen wurden unter anderem mehrere Granaten, Minen sowie eine 1000-Kilo-Bombe gefunden, die allerdings beim Aufprall seinerzeit schon zerschellt war. „Hätte man die entschärfen müssen, hätte es größere Probleme gegeben“, so Bürgermeister Hirsch.

Trotzdem sei die Entschärfung der beiden aktuellen Bomben schon eine höhere Herausforderung, denn bei beiden Bomben sei der Zünder beschädigt.
Eine Sprengung müsse also in Betracht gezogen werden, was wiederrum ein größeres Zeitfenster für die Entschärfung beinhalte, erklärt Hirsch.

So  wird am Freitag ab 12 Uhr statt 14 Uhr mit dem Procedere begonnen. An beiden Bomben, die cirka 20 Meter auseinander liegen, wird parallel gearbeitet und beide Blomben müssen für eine eventuelle Sprengung mit Sand abgedeckt werden. Dafür ist übrigens extra eine Baustraße angelegt worden.

Bei der Bombenentschärfung muss ein Radius von 500 Metern rund um den Fundort zum Sicherheitsbereich erklärt werden. Daher ist eine Räumung der umliegenden Häuser notwendig.

Das Gewerbegebiet ist so gut wie nicht betroffen. Bei C+C sei nur der Lagerbereich beeiträchtigt, der Publikumsverkehr jedoch nicht, erklärt Hirsch.

Betroffen sind ca. 2.700 Personen. Die Bewohner werden gebeten ihre Häuser bis Freitag um 10 Uhr zu verlassen. Die Anwohner werden mit Hilfe von Lautsprecherdurchsagen und mehrsprachigen Handzetteln auf die Räumung aufmerksam gemacht.

Zusätzlich werden Mitarbeiter von DRK und der Stadtverwaltung jeden einzelnen Haushalt aufsuchen und darum bitten, die Sicherheitszone zu verlassen. Die eigentliche Entschärfung durch den Kampfmittelräumdienst ist für 12 Uhr vorgesehen. Zu welchem Zeitpunkt die Anwohner wieder in ihre Häuser zurückkehren können, ist noch nicht bekannt.

Außerdem befinden sich die Maria-Ward-Schule, die Kindertagesstätten „Wilde 13“ in der Cornichonstraße und das „Haus für Kinder“ in der Beethovenstraße, das Krematorium und die Außenstelle der Universität Landau in der Bürgerstraße im Evakuierungsradius.

Auch ein kleiner Teil des Vinzentius-Krankenhauses ist davon betroffen. Durch interne Umorganisation muss kein Patient extern verlegt werden. Die Notfalldienstzentrale wird während der Dauer der Entschärfung ihre Arbeit nicht fortsetzen können.

„Wir haben keine Ops geplant“, berichtet Ludger Meier, einer der Geschäftsführer des Vinzentius-Krankenhauses. Zwei OPs habe man als Notfall-OP eingeplant, so Meier. Das Krankenhaus könne durch Krankenwagen über die Weißenburger Straße angefahren werden. Das Schwesternwohnheim wird komplett geräumt, ebenso auch das Schlaflabor.

Die Maria Ward-Schule wird an diesem Tag keinen Unterricht durchführen, da sie im Evakuierungsbereich liegt.

Weiterführende Schulen geschlossen – Landauer Grundschulen halten den Unterricht normal ab

Aufgrund der Bombenentschärfung am kommenden Freitag, 07. März 2014 wurde die Stadt Landau von den Schulleitungen aller weiterführenden Schulen dahingehend informiert, dass an diesem Tag der Unterricht komplett entfällt.

Hierbei handelt es sich konkret um die folgende Schulen: Maria-Ward-Schule, Eduard-Spranger-Gymnasium, Max-Slevogt-Gymnasium, Otto-Hahn-Gymnasium, Integrierte Gesamtschule und Realschule plus, Konrad-Adenauer-Realschule plus, Berufsbildende Schule, Montessori-Schule und Nordringschule.

Es wird darauf hingewiesen, dass der Unterricht in allen Landauer Grundschulen normal abgehalten wird. Eine Ausfall des teilweisen oder kompletten Unterrichts aufgrund der Bombenentschärfung, ist für die Grundschulen nicht vorgesehen.

Die Bahnlinie im so genannten „Gleisbogen“ befindet sich innerhalb des Evakuierungsradius. Ein Busnotverkehr wurde durch die Deutsche Bahn Regio AG eingerichtet. Der Zugverkehr wird daher während der Entschärfungsarbeiten eingestellt.

Unter Umständen kann es zu zeitlichen Verzögerungen bei der Entschärfung kommen. „Falls sich die Entschärfung verzögert, kann der Busnotverkehr noch weiter ausgebaut werden“, berichtet Thomas Scholly, Leiter der Ordnungsabteilung.

Folgender Busnotverkehr wurde eingerichtet:

Richtung Landau(Pfalz) Hbf – Winden(Pfalz)
RB 28065 endet 11:37 Uhr in Landau , ab diesem Zeitpunkt keine Zugfahrten mehr bis Winden(Pfalz) um 15:20 Uhr- erster planmäßiger Anlauf RE 28033

Richtung Winden(Pfalz) – Landau(Pfalz) Hbf
RB 18816 endet 11:52 Uhr in Winden(Pfalz), ab diesem Zeitpunkt keine Zugfahrten mehr bis Landau(Pfalz) um 15:29 Uhr – erster planmäßiger Anlauf RE 28024

Richtung Landau(Pfalz) – Godramstein und zurück
RB 28225 endet 12:10 Uhr in Godramstein und wendet zurück nach Pirmasens auf RB 28224, d.h. der letzte planmäßige Zug fährt 11:41 Uhr ab Landau (Pfalz) Hbf.

Bettlägerige Personen oder Menschen mit Unterstützungsbedarf werden gebeten, mit dem Deutschen Roten Kreuz unter der Telefonnummer 06341 19222 bis spätestens Donnerstag, 19:00 Uhr Kontakt aufzunehmen. Der Transport wird dann nach Absprache geregelt. Die betroffenen Personen werden gebeten sich am Freitag, 7. März, ab 8:00 Uhr zum Transport bereit zu halten.

Außerdem wird bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Haardtstraße 4 (Feuerwache) ein Aufenthaltsbereich für Personen aus dem Evakuierungsgebiet eingerichtet, die nicht auf Unterstützung des DRK angewiesen sind.

Fahrzeuge dürfen auch während der Entschärfung innerhalb des Räumungsbereichs geparkt, jedoch nicht bewegt werden. Die Stadtverwaltung bittet alle Bürger sowie gewohnheitsmäßig in der Südstadt parkende Arbeitnehmer dies zu beachten.

Für betroffene Bürger steht ein Bürgertelefon zur Verfügung. Unter der Nummer 06341 – 13 6666 können dort Auskünfte eingeholt werden.

„Wir bitten die Bürger um Verständnis, dass die Evakuierung mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann“, so Ordnungsdezernent Bürgermeister Thomas Hirsch.

Der Sicherheitsbereich in einem Radius von 500 Metern umfasst folgende Straßen:

– Beethovenstraße: 1-10 (inkl. 8a, 9a), 12, 14, 16, 18

– Bismarckstraße: 7-16 (inkl. 7a, 12a, 14a), 18-24, 26, 28

– Bürgerstraße: 1-24 (inkl. 3a, 21a), 26, 28, 30, 32, 34

– Cornichonstraße: 3b, 5a, 5b, 7, 8, 8a, 9, 10 (inkl. 10a-b), 11, 13a, 14, 15, 16 (inkl. 16a-b), 17, 19, 21, 23, 25a, 25b, 29, 31, 33, 35, 37, 39, 41, 43, 45, 47, 49

– Eutzingerstraße: 7, 9, 11, 36, 41, 42, 46

– Franz-Schubert-Straße: alle geraden Hausnummern (2 bis 44), 46 (a bis l), 48 (a bis e), 50, 52, 54

– Friedrich-Ebert-Straße: 8-35 (inkl. 13a, 19a, 22a, 26a), 37, 39

– Gabelsbergerstraße: 1-8 (inkl. 3a), 11-16 (inkl. 11a), 18, 20

– Georg-Friedrich-Dentzel-Straße: 1, 1a, 11

– Glacisstraße: 4, 6-20 (inkl. 7a, 7b, 11a), 22, 22a, 24, 26, 26a, 28, 30, 32, 34, 36

– Guldengewann: 1-36 (inkl. 28a, 29a-b, 30a-b)

– Hans-Stempel-Straße: 1 (inkl. 1a-e)

– Hartmannstraße: alle geraden Hausnummern (2 bis 16, inkl. 2a)

– Haydnstraße: 1, 2a, 2b, 2c, 4-25 (inkl. 4a-c, 8a), 27, 29

– Ludowicistraße: 16, 18, 22, 24, 25, 26, 28, 28a, 30-40 (inkl. 37a)

– Max-von-Laue-Straße: 9, 11

– Merowingerstraße: 3

– Moltkestraße: 14, 16, 17-30 (inkl. 17a, 23a, 27a, 30a-b), 32, 34, 36, 38, 40-49, 51, 53

– Mozartstraße: 1-14 (inkl. 1a), 16-26, 28, 30, 32, 34, 36, 38, 39, 40, 42, 42a, 45, 47, 49 (inkl. a-i), 51 (inkl. a-e), 53, 55, 57, 59, 64, 68, 69, 72, 73, 86, 88 (inkl. a-n), 90

– Otto-Kießling-Straße: 9

– Rheinstraße: 4a

– Siebenpfeiffer-Allee: 3, 3a, 5, 5a

– Vogesenstraße: 2-39 (inkl. 2a, 4a, 13a, 19a), 41-45, 48, 50, 51, 53, 55, 57, 59, 61, 62a, 63-71 (inkl. 70a), 73, 75, 77

– Werner-Heisenbergstraße: 9, 13

– Wolfsweg: 1-16 (inkl. 1a-b, 2a, 3a-b, 5a-b, 6a, 11a, 13a) (stadt-landau/desa)

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Ein Kommentar auf "Sprengung möglich: Landauer Bomben-Duo wird am Freitag entschärft"

  1. PE-Leser sagt:

    Entschärfung möglich. Sprengung möglich. Totalschaden möglich. Wer zahlt eigentlich, wenn alles in die Luft fliegt?

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