Sonntag 16.August 2026

Speyer: Bundeswehr prüft Rückkehr in Kurpfalz-Kaserne

9. Juli 2026 | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional

Die Erstaufnahmeeinrichtung in Speyer könnte bald wieder Standort der Bundeswehr werden.
Foto (Archiv): Pfalz-Express

Speyer – Die Kurpfalz-Kaserne könnte wieder zu einem Bundeswehrstandort werden. Das Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag (9. Juli 2026) mit, dass die ehemalige Kaserne in Speyer zu den bundesweit acht Liegenschaften gehört, die für eine mögliche Reaktivierung geprüft werden.

Über eine Rückkehr der Bundeswehr nach Speyer war bereits seit längerer Zeit spekuliert worden.

Hintergrund ist der geplante Aufwuchs der Bundeswehr. Für zusätzliche Ausbildungs- und Unterbringungskapazitäten werden frühere Standorte erneut in den Blick genommen.

Ehemalige Kaserne wird heute anders genutzt

Für Speyer hätte eine Rückkehr der Bundeswehr weitreichende Folgen. Die ehemalige Kaserne wird heute nicht mehr militärisch genutzt: Teile des Geländes dienen als Erstaufnahmeeinrichtung (AfA) für Geflüchtete, außerdem befindet sich dort eine Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Die Stadt Speyer hatte für das Areal hingegen langfristig andere Pläne. Nach dem Abzug der Bundeswehr im Jahr 2015 sollte auf dem Gelände ein neues Stadtquartier entstehen. Vorgesehen waren unter anderem Wohnflächen und Gewerbenutzungen.

Zukunft der Kurpfalz-Kaserne wieder offen

Die Entwicklung des Geländes geriet jedoch ins Stocken, nachdem der Bund die zivile Nachnutzung ehemaliger Bundeswehrliegenschaften wegen der veränderten sicherheitspolitischen Lage vorerst ausgesetzt hatte.

Dass ehemalige Standorte wieder eine Rolle spielen könnten, hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bereits im vergangenen Jahr angedeutet. Bei seinem Besuch der Südpfalz-Kaserne in Germersheim hatte er mit Blick auf eine mögliche Reaktivierung der Kurpfalz-Kaserne gesagt: „Wir schauen uns jede einzelne Liegenschaft ganz genau an.“

Mit der Aufnahme der Kurpfalz-Kaserne in die aktuelle Prüfung rückt nun wieder eine militärische Nutzung in den Mittelpunkt. Wann eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Standorts fällt, ist derzeit noch offen.

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