
Es kann losgehen: Erster Beigeordneter Norbert König, Bürgermeister Marcus Schaile und Architekt Andreas Kaupp verkünden die Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs (v.li.). Fotos: ger
Germersheim – Im Stadtkern von Germersheim wird in den nächsten Jahren ein Shoppingparadies nebst Dienstleistungszentrum mitsamt einer neu gestalteten Flaniermeile entstehen.
Der Raum zwischen dem Weißenburger Tor, Paradeplatz, dem Luitpoldplatz und den Raum um die ehemalige Stadtkaserne wird komplett umgekrempelt. „Uns allen war klar, dass wir hier Entscheidungen treffen würden, die weit über eine Generation hinaus wirksam sein werden und dass hier vielleicht für die nächsten hundert Jahre geplant wird. Also mussten wir die richtige Antwort, z.B. auf die Fragen: „Was ist gut für Germersheim – und was machen wir aus diesem Platz?“ in einer möglichst langfristigen Betrachtung beantworten,“ so Germersheims Bürgermeister Marcus Schaile.
Deshalb hatte die Stadt einen Wettbewerb ausgeschrieben. Ziel der Ausschreibung war es, eine Konzeption zur Aufwertung und Weiterentwicklung der Außenanlagen um die Stadtkaserne zu erarbeiten. Diese soll zum Verweilen einladen und den vorhandenen Raum modern und attraktiv erscheinen lassen.
Keine einfach Aufgabe: Historisch und modern sollen künftig ein homogenes Bild ergeben, eingebunden in ein sinnvolles Nutzungskonzept, die militärische Prägung und die Festung als touristischer Faktor soll auf alle Fälle erhalten bleiben.
Gewonnen hat die Ausschreibung die Arbeitsgemeinschaft Freiraum (Architekt/Stadtplaner Jochen Karl, Schwanau und J.Dittus & A. Böhringer, Freiburg), die nach Ansicht der Jury die gestellten Vorgaben am besten erfasst und umgesetzt hatte. In einem fast zehnstündigen Auswahl-Verfahren und moderiert durch den erfahrenen Architekten und Stadtplaner Prof. Carl Fingerhut, hatte das Preisgericht im Germersheimer Zeughaus den Siegerentwurf ermittelt.
„Insgesamt hatte es“, so Andreas Kaupp vom Architekturbüro Kaupp&Franck aus Mannheim „735 Zugriffe auf die Ausschreibung gegeben. Von den 38 Architekturbüros und Arbeitsgemeinschaften, die am Pflichtkolloquium teilgenommen haben, wurden letztlich 26 Arbeiten und Entwürfe aus Deutschland, Italien, Österreich und den Niederlanden fristgerecht eingereicht, die nach Vorprüfung den Kriterien entsprachen und am Wettbewerb teilnahmen.“
Der Sieger-Entwurf der AG Freiraum aus Freiburg schaffte es laut Jury, die Kundenströme des neuen Einkaufs- und Dienstleistungszentrums in der ehemaligen Stadtkaserne zur Stadt hin zu verbinden und die Spezifikation des dreieckigen Paradeplatzes zu erhalten. Er inszeniert in moderner Weise die Verbindung zur Innenstadt und betont durch die terrassierte Absenkung des Paradeplatzes, mit Sitzstufen den Flanier- und Aufenthaltscharakter sowie das junge Germersheim. Eine zur Innenstadt hin ausgerichtete Rampe ermöglicht den barrierefreien Zugang und ist zugleich gestalterisches Element.
Die Pläne müssen jetzt noch durch den Bauausschuss und den Stadtrat, wo die Entscheidung zur Auftragsvergabe fallen wird. Bis zum Sommer 2015, rechtzeitig zur geplanten Eröffnung des Einkaufszentrums sollen dann auch die neuen Plätze fertig gestellt sein. „Wir sind nicht nur sehr zufrieden mit dem Entwurf und dem Verlauf des Auswahlverfahrens, sondern auch perfekt im Zeitplan“, versicherte Schaile
Noch bis zum Freitag, 26.April, sind die Entwürfe täglich, in der Zeit von 16 bis 19 Uhr in den Räumen des Germersheimer Kunstvereins im Zeughaus zu besichtigen. Führungen durch die ausgestellten Arbeiten finden in beiden Wochen jeweils dienstags und donnerstags ab 17.30 Uhr statt. (red/cli)

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