Landau. Die fünfte Jahreszeit hat heute traditionell um 11 Uhr 11 begonnen. Auch in Landau pflegt man diesen guten Brauch und lässt die Narren an die Macht. Drei Böllerschüsse aus der Narrenkanone abgefeuert, gaben das Startsignal zum Sturm auf das Rathaus.
So versammelten sich rechtzeitig vor dem Rathaus die Narrenschar des LCC (vom LCV ließ sich Niemand blicken), um Stadtchef Schlimmer zu entmachten und eventuell auch an den Stadtsäckel zu kommen.
„Ei, wo isser dann?“ lautete die Frage aller Fragen, die durchs verwaiste Rathaus schallte.
Nichts zu sehen vom Stadtvorstand. Doch dann überraschte man den OB, der, wie nicht anders zu erwarten war und wie es sich gehört, fleißig arbeitete und in seinem Büro war.
„Ihr werdet mich vertreiben, aber ich werde nicht zurückkommen“, antwortete dieser im Hinblick auf die Tatsache, dass Schlimmer Ende Dezember sein Amt an den neuen OB Thomas Hirsch übergeben wird.
Doch sei für Narren im Rathaus schon alles bereit, verkündete Schlimmer gut gelaunt. Damit habe das Volk mit der Wahl des neuen OB schon gesorgt.
Die Stadtkasse rückte der nun entmachtete OB aber nicht raus: „Sie hat ein tiefes Loch – das rentiert sich nicht“.
Erleichtert ob der Tatsache, dass man sich nun nicht mehr um Flüchtlinge und andere Stadtpolitikthemen kümmern und man bei vollem Gehalt nicht mehr arbeiten müsse, denn das tun ja jetzt die neuen Stadtchefs, folgte Schlimmer trotzdem „widerwillig“ den Fasnachtern nach unten vor das Rathaus um dort den Landauern die neuen Machtverhältnisse zu erklären.
Ganz ohne einen Schuss Narrenblut sollte ein OB nicht sein, erklärte Schlimmer. „Wenn man den Humor nicht verliert, geht es immer weiter und man darf sich selbst nicht zu ernst nehmen!“
Er schäme sich allerdings für den „Karl vun de Stadt“, wenn der über die Stadt herziehe, lächelte Schlimmer, der Saison für Saison als eben dieser Stadtangestellte in der Faschings-Bütt brillierte.
Ob der Oberbürgermeister dieser Passion und seinen Fans auch nach seiner Amtszeit treu bleiben wird, bleibt noch ungeklärt. (desa)

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