
Volle Kraft voraus: Mit dem Rammbock soll das Rathaus erobert werden.
Fotos: Pfalz-Express/Ahme
Landau. Seit vielen Jahren sind der LCV Narrhalla Landau und der LCC Landau Garant für beste karnevalistische Unterhaltung. Am 11.11.2014 11 Uhr 11 stürmten die Narren zunächst das Landauer Rathaus, fuhren dann im Narrenmobil zur Landesgartenschau Landau und tauften einen Lederhülsenbaum im Rahmen ihrer Regentschaft zum Narrenbaum.
Im Landauer Rathaus war kurz vor 11 Uhr der Stadtrat mit komplizierten Themen wie dem Landauer Haushalt beschäftigt. Man ahnte nichts Böses, vor allem nicht, dass unmittelbar vor dem Rathaus die Machtübernahme durch bunt gekleidete und laut „Galau“ (Gartenschau Landau) rufende Individuenden bevorstand.
Faschingsmusik stimmte die Einlassbegehrenden auf die große Aufgabe ein. Besucher des Marktes hielten an und verfolgten das Geschehen mit großem Interesse.
Die beiden Prinzenpaare nebst Elferräten und Gefolge brauchte sich keinen Mut anzutrinken. „Galau, galau, galau“: Mit dem großen Rammbock (man kennt sie aus Historienfilmen), verschaffte sich die Narrenschar Einlass. Niemand hatte das gewaltsame Eindringen der Narren verhindert. Weiter ging es durch die Gänge des Rathaus bis zum Allerheiligsten, dem Ratssaal.
Der Stadtvorstand mit OB Schlimmer, Bürgermeister Hirsch und Beigeordnetem Klemm musste notgedrungen der Übermacht weichen. „Die Politiker waren nicht getürmt“, wie der LCC proklamierte. Im Gegenteil:Der Stadtchef wünschte den neuen Machthabern im Rathaus listig „viel Spaß mit dem Haushalt“, denn er wusste genau, „wir haben viele Schulden!“
Und eben diese als Schuldscheine zu 11.111 Euro in diversen Stadtsäckeln verteilt, überreichte er denn auch den Narren. Man darf gespannt sein, was nach der Regierungszeit an Aschermittwoch aus den Stadtschulden geworden ist.
Eines ist jedenfalls klar: „Die Narren gehen der Stadt nicht aus. Wenn eine Stadt wie Landau wächst, dann wachsen auch die Narren“, musste der Stadtchef einräumen.

Die beiden Vereine hatten als Baumpaten LGS-Chef Matthias Schmauder 300 Euro mitgebracht.
Foto: lgs-landau
Auch auf der Landesgartenschau zeigten sich besagte Narren später nicht zimperlich. Ihr Interesse an der Landesgartenschau ist groß, wie ein Blick auf die LCV-Kampagne 2013/14 mit dem Titel „Weil die Gartenschau entfällt, reisen wir jetzt um die Welt“, zeigt.
Dem von langer Hand geplanten Sturm hatte das Team der Landesgartenschau nichts entgegenzusetzen – zu groß war die Übermacht.
Matthias Schmauder und Karin Bommersheim von der Landesgartenschau-Geschäftsleitung machten gute Miene zum bösen Spiel der Narren und gaben sich bei einem Glas Sekt im Park der Generationen zuversichtlich: „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die LCV-Narren ihre Regentschaft mit großer Verantwortung wahrnehmen.
Wir sind zuversichtlich, dass dies auch für die Landesgartenschau gilt“. Tatsächlich zeigten sich die Narren als großzügige Herrscher und tauften einen Lederhülsenbaum im Park der Generationen mit Sekt. Der “Narrenbaum“ wird auch zukünftigen Generationen von diesem geschichtsträchtigen Tag berichten. Beachten Sie auch unsere Bildergalerie. (desa/lgs-landau)

Gemeinsam sind wir stark: LCV und LCC machen sich für die Erstürmung bereit.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

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