Sonntag, 18. November 2018

Pro und Contra: Windkraft auf dem Taubensuhl

23. Januar 2013 | 15 Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kreis Südliche Weinstraße, Regional, Rheinland-Pfalz

Windkraft in der Region, hier der Windpark Offenbach, ist ein Thema, das kontrovers diskutiert wird. Foto: Ahme

SÜW. „Als Exilpfälzer und Naturfreund verfolge ich mit Bestürzung und Trauer die Bestrebungen der Verbandsgemeinde Annweiler und der Stadt Landau, auf dem Taubensuhl und möglicherweise auch auf anderen Standorten im Bereich des Wellbachtales (z. B. auf dem Eiterberg Nähe Annweiler Forsthaus), einen oder sogar mehrere Windparks mit jeweils mehreren Anlagen – im Gespräch sind 6 bis 9 Kraftwerke – zu errichten“, schreibt Herbert Schreiber in einem Leserbrief an den Pfalz-Express. Herbert Schreiber beschäftigen vor allem Fragen zu Standort und Tourismus in der Region. Eine rege Diskussion zum Thema ist auch seitens des Pfalz-Express durchaus erwünscht.

Leser können gerne unsere Kommentarfunktion dazu nützen.

Contra Windkrafträder im Pfälzer Wald

Schreiber  bezieht sich in seinen nachfolgenden Anmerkungen auf unseren Bericht „Bürgermeister der VG Annweiler: Aus eigener Kraft Chance zur Energiewende nutzen“ vom 15. Januar 2013.

„Das Reiz-Thema Windkraft lässt überall im Land die Gemüter hoch kochen. Nicht nur in der Pfalz, sondern auch an der Bergstraße wenden sich die Anwohner gegen eine Verspargelung ihres Lebensumfeldes, wie gestern eine Veranstaltung der pdv mit unabhängigen Wissenschaftlern in Weinheim unterstrich. Industrie- und Handwerksverbände schlagen Alarm. Bürgerinitiativen und Umweltschutzgruppen aus den betroffenen Gebieten im Odenwald und an der Bergstraße protestieren gegen den Bau von Windkraftanlagen. Neben besagter Verspargelung der Landschaft werden auch riesige Strompreisverteuerungen durch das EEG-Gesetz befürchtet.

* Zum Standort: Beim Taubensuhl handelt es sich um einen hochflächenartigen Gebirgsknoten aus Gesteinen des Mittleren Buntsandsteins (Karlstalschichten). Er bildet ein wichtiges Zentrum im Mittleren Pfälzerwald, da hier mehrere vom Eschkopf, Steigerkopf und Adelberg ausgehende Höhenzüge zusammentreffen.
* Biosphärenreservat: Das Gebiet gehört zur Schutzzone des internationalen Biosphärenreservates Pfälzerwald-Vosges du Nord. Als wesentliches Schutzziel wird dabei „die Erhaltung der landschaftlichen Eigenart und Schönheit des Pfälzerwaldes mit seinen ausgedehnten, unzerschnittenen, störungsarmen Räumen, Waldgebieten, Bergen, Wiesen und Bachtälern, seinen Felsregionen  usw….als definiert (§ 4, 1 der Landesverordnung über den „Naturpark Pfälzerwald“ als deutscher Teil des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen vom 22. Januar 2007). Ich bin der festen Überzeugung, dass die Errichtung eines Windparks mit derart gigantischen Anlagen diesem Schutzziel grundsätzlich entgegensteht.
* Schutzzonen: In seinen Ausführungen zum Thema Windenergie betont Bürgermeister Wagenführer, dass „die Aufstellung von Windrädern unter Beachtung der relevanten Schutzzonen nur in wenigen Vorrangflächen überhaupt möglich sei, …“ Im Gegensatz dazu legt der 2. Entwurf des Landesentwicklungsplans IV (Fortschreibung des LEP IV) fest, dass zwar in den Kern- und Pflegezonen des Biosphärenreservates (zusammen ca 40% der Gesamtfläche) normalerweise keine Windkraftwerke gebaut werden können, in den sog. Entwicklungszonen mit dem Schutzstatus eines Landschaftsschutzgebietes (ca 60% der Gesamtfläche) die Errichtung dieser Anlagen im Gegensatz zur bisherigen Regelung aber prinzipiell möglich sein soll. Aufgrund dieser Neuregelung sind nach meinen Informationen von verschiedenen Gemeinden nicht „wenige“ sondern eine ganze Reihe von Windparks mit hochgerechnet mehr als 100 Anlagen geplant, was einer Zerstörung des Pfälzerwaldes, so wie wir ihn kennen und lieben, gleichkäme.
* Anzahl und Höhe der Anlagen: Da laut Fortschreibung des Landesentwicklungsplans IV keine isoliert stehenden Windturbinen sondern Windparks gebildet werden sollen, gehe ich für das Gebiet des Wellbaches bei einem möglichen Windparks von etwa 6 bis 9 Anlagen aus. Durch den Bau eines weiteren Windparks müsste man dann vermutlich mit insgesamt etwa 10 bis 15 Kraftwerke rechnen. Da gleichzeitig, wie oben schon ausgeführt, auch eine Reihe anderer Gemeinden ebenfalls planen, im Pfälzerwald Windparks zu errichten, werden in den nächsten 5 bis 10 Jahren bei Realisierung dieser Planungen schätzungsweise 100 bis 150 Windkraftwerke im gesamten Biosphärenreservat gebaut.

Da im Wald und in Luftschichten, die sich direkt oberhalb des Waldes befinden, die Windstärke durch Reibung zwangsläufig verringert ist, müssen, um stärkere Luftströmungen nutzen zu können, nach meiner Einschätzung auf dem Taubensuhl Anlagen mit einer Höhe von 200 bis 250 Metern mit einem Rotorendurchmesser von etwa 100 Metern installiert werden. Sie sind damit etwa 3 bis 4mal so hoch wie der Speyrer Dom oder die Landauer Marienkirche und etwa 7mal so hoch wie das Hambacher Schloss.
* Landschaftsästhetik und Sichtbarkeit der Anlagen: Die Befürworter von Windparks auf dem Taubensuhl und im Bereich des Wellbachtales argumentieren, dass die Windturbinen durch ihre abgelegene Lage sowieso nur von wenigen Punkten aus zu sehen seien und deshalb die Bevölkerung auch kaum stören würden. Es trifft zu, dass die Kraftwerke von Landau oder Annweiler bzw. direkt aus dem Queichtal nicht zu sehen sind. Begibt man sich dagegen schon auf ein mittleres Gebirgsniveau (400 – 500 m ü. NHN) , so ist das Hochplateau des Taubensuhl von vielen Punkten aus gut zu erkennen; es bildet eines der Zentren des Gebirges und weist eine durchschnittliche Höhe von etwa 500 m ü. NHN auf. Hinzu kommt die vermutliche Höhe der Turbinen von 200 bis 250 Metern Höhe, so dass diese eine Gesamthöhe von 700 bis 750 m ü. NHN erreichen werden. Sie überragen damit jeden Berg des Pfälzerwaldes (höchster Berg ist die Kalmit mit 672,6 m ü. NHN) und werden deshalb auch von überall her wahrgenommen werden können. Die erhabene Landschaft des Naturreservats wäre nachhaltig beschädigt, eine Katastrophe für das einmalige Landschaftsbild! Die mit viel Mühe und ehrenamtlicher Arbeit vom Pfälzerwaldverein und den Tourismusverbänden angelegten Wanderwege, Aussichtstürme u. ä. wären in ihrem Erlebnis- und Erholungswert erheblich beeinträchtigt.
* Bauphase: Wie Bürgermeister Wagenführer mitteilt, werden während der Bauphase keine überbreiten Schwertransporte durch die Gemeinde Eußerthal fahren, was natürlich für ihre Bürger sehr wichtig und erfreulich ist. Dies bedeutet aber auch, dass an anderer Stelle entsprechende Transportmöglichkeiten zu schaffen sind. Im Klartext: Es müssen aufgrund der schwierigen orografischen Situation riesige Schotterpisten angelegt werden, die das bisher weitgehend unberührte Waldgebiet des Taubensuhls massiv zerschneiden werden.
* Rodungen: Pro Windkraftwerk wird ein Flächenbedarf von etwa einem Hektar zugrunde gelegt, auf dieser Fläche muss der Wald gerodet werden. Dies wäre bei 6 bis 9 Windrädern ein Flächenbedarf von etwa 6 bis 9 Hektar, was einer Fläche von bis zu 9 Fußballfeldern entsprechen würde. Jede Anlage muss zur Wartung jederzeit erreichbar sein, so dass die beim Bau angelegten überbreiten Schotterpisten dauerhaft erhalten bleiben. Entsprechende Stromleitungstrassen machen darüber hinaus zusätzliche Rodungen erforderlich, was zu einer weiteren Zerstückelung des Waldgebietes führen wird.
* Geräuschentwicklung: Bei Betrieb der WKA`s werden je nach Technik durch die Rotoren ein breites Zischen oder Rauschen oder niederfrequente Geräuschemissionen und Resonanzerscheinungen (Vibrationen) erzeugt. Diese mechanischen, längere Zeit andauernden Geräuschemissionen können jedoch trotz möglicherweise gleicher Lautstärke nicht mit dem Geräuschpegel gleichgesetzt werden, der in der Umgebung einer Anlage herrscht. So besitzen aus Sicht der Wahrnehmungspsychologie natürliche Geräusche wie das Rauschen des Waldes, Vogelgezwitscher, Summen von Insekten usw. für den Betreffenden eine ganz andere positive Wahrnehmungsqualität und Akzeptanz, als dies bei industriell erzeugten Geräuschen eines Windkraftwerkes der Fall ist.
* Vögel und Fledermäuse: Speziell zum Taubensuhl sind mir hierzu keine Daten bekannt. Es ist jedoch zu vermuten, dass analog zu anderen Waldgebieten bestimmte windkraftsensible Vogelarten (z. B. Rotmilan) und Fledermäuse (z. B. Kleiner Abendsegler) gefährdet sind (erhöhte Schlagopferzahlen). Laut einhelliger Meinung wichtiger Naturschutzverbände (z. B. BUND und NABU) gehört Windkraft deshalb nicht in den Wald.
* Tourismus: Der Taubensuhl ist ein beliebtes Ausflugs- und Wandergebiet mit Rundwanderwegen und überregionalen Routen des PWV (z. B. der Fernwanderweg „Franken-Hessen-Kurpfalz“, Markierung „rotes Kreuz“). Nach Bau des Windparks wird dieses idyllische Wanderzentrum für Erholungssuchende und Touristen zerstört sein. Auch von dem neu eingerichteten Premiumwanderweg „Pfälzer Waldpfad“ wird man die WKA´s von vielen Punkten aus sehen können, so dass sein Erlebniswert stark beeinträchtigt und gegebenenfalls eine Aberkennung des Gütesiegels zu befürchten ist.
* Energiewende aus eigener Kraft: Es ist sehr wichtig und ehrenwert, wenn sich Gemeinden für die Energiewende engagieren. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass der jeweilige Landschaftsraum – hier der Pfälzerwald – nicht an den Gemeindegrenzen endet. Eine regionale und überregionale Koordination und Steuerung beim Ausbau der Windenergie ist deshalb genauso wichtig wie gemeindeinternes Engagement; nur so kann einem Wildwuchs und einer „Verspargelung“ der Landschaft entgegengewirkt und Landschafts- und Naturschutz auch in Zukunft gewährleistet werden. Am Beispiel des Taubensuhls: Laut Information der regionalen Planungsgemeinschaften stehen außerhalb des Biosphärenreservates „Pfälzerwald“ genügend Flächen zur Verfügung, um die gesteckten Ziele des Klimaschutzes zu erreichen. Warum also ein dermaßen wertvolles Schutzgebiet zerstören?! Warum den Taubensuhl nicht von WKA´s freihalten?
* Fortschritte in der Windenergietechnik: Bereits in wenigen Jahren – nach Angaben der Betreiber etwa ab 2016 – soll eine neue Technik zur Verfügung stehen, die zur Zeit am Fraunhofer Institut Stuttgart entwickelt wird. Diese „Höhenwindanlagen mit Kite-Technik“ wären nach Informationen des Fraunhofer Instituts wesentlich effizienter, billiger und gleichzeitig erheblich weniger umwelt- und landschaftsschädigend als die Dinosauriertechnik der heutigen, überdimensionierten Windkraftanlagen. Mit Kite-Windanlagen könnten auch in der Rheinebene hohe Energieerträge produziert werden, so dass auch aus dieser Perspektive eine Nutzung des Pfälzerwaldes – hier des Taubensuhls – überflüssig wäre.
Die Refrainzeile des von Eduard Jost im Jahre 1869 in Bad Dürkheim verfassten „Pfälzerliedes“ lautet: „O Pfälzerland, wie schön bist Du“. Es wäre traurig, wenn wir zukünftig diese Zeile in „O Pfälzerland, wie schön warst Du“ umformulieren müssten.“

Gegenrede – Pro Windkraft:

Energiewende: Wir die Guten – ihr die Bösen

Wolfgang Thiel, Hergersweiler: „Die Energiewende spitzt sich in den letzten Monaten immer mehr zu einer Polarisierung zu: „ Wir, die Naturschutzverbände sind die Guten und ihr, die Akteure der Energiewende seid die Bösen“, so auch wieder im Pfalz-Express-Artikel „Waldidylle auf dem Taubensuhl – wie lange noch?“.
„Die „Guten“ wollen keine Atomenergie und keine fossilen Brennstoffe mehr für die Verstromung.  Genau das wollen die „Bösen“ auch!
Die „Guten“ wollen den Pfälzerwald vor den Windrädern der „Bösen“ schützen. Doch woher sollen denn die ca. 22 TWh in 2030 kommen, um die 100 % in Rheinland-Pfalz zu schaffen, wenn nicht von den Regenerativen?

Wollen wir unser Klima und damit auch unsere Wälder weiterhin mit CO2 und anderen Emissionen belasten, oder können wir an möglichst windhöffigen Stellen, mit Einhaltung akzeptierter Zonen (z.B. 6 km-Zone an der Weinstraße), so viel wie nötig Energie im Mix mit den anderen Regenerativen ernten?
Oder wollen wir den Anderen in Rheinhessen,  im Hunsrück, in der Eifel, im Nordpfälzer-Bergland  oder im Westerwald die Umsetzung der Energiewende in Rheinland-Pfalz überlassen – getreu dem St. Floriansprinzip? Ich selbst stamme aus dem Nordpfälzer-Bergland. Dort kann man seit mehr als 10 Jahren bei einem 360°-Rundblick viele Windräder-Anlagen sehen. Ist diese Landschaft  weniger Wert?
Oder wollen wir auf unseren Wohlstand verzichten und uns zurück zur Steinzeit entwickeln?

Diese nachdenklichen Fragen sollen keine Totschlagargumente sein, sondern mithelfen die Polarisierung zu entschärfen und den Dialog voranzutreiben.

Doch „Wasser predigen und Wein saufen“, scheint mir die Devise einiger „Naturschützer“ zu sein: Wie oft habe ich schon bei Wanderungen im Pfälzerwald die „Herren der Wälder“ mit bulligen, spritfressenden Offroadern patrouillieren gesehen. Das könnte man auch mit einem Pferd oder mit einem Mountainbike erledigen.
Oder noch schlimmer: die Forstwirtschaft fährt mit panzerähnlichen Geräten durch den Wald, um das Holz, mit einem ohrenbetäubenden Lärm und beträchtlichen Schäden durch neue Wegetrassen, zu ernten. Hier geht es doch auch nur um „Kohle“. Ist das Naturschutz?

Bei einer Veranstaltung von Attac-Landau brachte es ein junges Mädchen auf den Punkt, als es um die Ästhetik  von Windrädern und die daraus resultierenden möglichen Schäden für den Tourismus im Pfälzerwald  ging: „Mir ist die Sicht auf ein Windrad zehnmal lieber als der Anblick eines Atomkraftwerkes!“
Ich finde diese Haltung hat einen sehr guten Ansatz! Lassen sie uns –die Naturschutzverbände und die Akteure der Energiewende-  gemeinsam Lösungen erarbeiten, um die Energiewende in solidarischer Weise zu schaffen und zugleich die Natur zu schützen! Die Naturschutzverbände müssen Teil der Akteure für die Energiewende werden!
Die Energiewende ist eine epochal- notwendige Investition für die Natur, unsere Nachkommen, aber auch für die Sicherung unseres Wohlstandes!“

 

Nicht oft gibt es Gelegenheit, sich über die Technik eines Windrads informieren zu können. Foto: Ahme

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15 Kommentare auf "Pro und Contra: Windkraft auf dem Taubensuhl"

  1. Ernst Gerber sagt:

    Standorte der Windräder: Das ist alles lt. VB Wagenführer zwischen Luitpoldsturm und Taubensuhl. Das spielt sich ab innerhalb von 2 – 4 km Luftlinie.
    1. Blosenberg, Hauptkamm zwischen Hofstätten und Luitpoldsturm 565m üNN 2. Stammberg direkt hinter Annweiler Forsthaus 481m üNN 3. Großer Fischberg, direkt neben dem herrlichen Almersberg gelegen ca. 530m üNN. 4. Das Gebiet Großeck/Kurzeck direkt westlich am Taubelsuhl 500/520m üNN.
    Gesamthöhe der Windräder bis zu 190m.
    Diese sieht man dominant von jedem Punkt im Pfälzerwald, Rehberg, Eschkopf, Hardtgipfel und vom Donnersberg und von der Wegelnsburg (nicht Pfälz.Wald).
    „Alternative Energiegewinnung ist notwendig, aber dort unsinnig, wo sie zerstört was man bewahren will“ R.Messner
    Ich tue das für meine Enkel. Die sind mir sehr wichtig, wie auch alle anderen Kreaturen des Waldes und wie der Fremdenverkehr und den Menschen, die sich davon ernähren.

    • Herbert Schreiber sagt:

      Hallo Herr Gerber,

      vielen Dank für zu Ihre zusätzlichen Informationen zur der Frage, welche weiteren Standorte im Waldgebiet zwischen Weißenberg und Taubensuhl geplant sind. Würden all diese Planungen verwirklicht, so erhält man erschreckende Zahlen: Werden die genannten vier Windparks errichtet, so ist allein in diesem herrlichen Waldgebiet auf relativ engem Raum mit etwa 25 bis 30 Windkraftwerken zu rechnen, mit all den Negativfolgen , die ich in meinem Beitrag beschrieben habe. Das einmalige Landschaftsbild des Pfälzerwaldes wäre unwiederbringlich zerstört, die wohl schönste Buntsandsteinlandschaft Deutschlands mit ihren großartigen, ökologisch besonders wertvollen Hainsimsen-Eichen- und Buchenwäldern wäre zu einerm Industriegebiet verkommen.

  2. Matthias Gauch sagt:

    Windräder auf dem Taubensuhl (und nicht nur dort) würden einer massiven Verschandelung des Pfälzer Waldes gleichkommen,der ja als grösstes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands ein Alleinstellungsmerkmal besitzt.
    Es würde eine Zerstörung dieser für unser Land einmaligen Natur-und Kulturlandschaft bedeuten,geopfert für finanzielle Interessen wie dem Einstreichen von EEG-Subventionen
    und den Pachteinnahmen für die Kommunen,in dem Falle Annweiler.
    Dabei übersehen diese Gemeinden geflissentlich,dass jedem eingenommenen Euro über die Pacht ein wesentlich höherer Verlust durch ausbleidende Einnahmen aus dem Tourismusbereich gegenübersteht;Umfragen des Tourismusverbandes zufolge würden mindestens 25 Prozent der Urlauber wegbleiben,was ein Minus von etwa 200 Mio. Euro jährlich wäre.
    Was hat das alles noch mit Klima-und Umwetschutz zu tun,wenn für die Errichtung eines einzigen Windparks hektarweise Wald gerodet werden muss,nicht nur wegen der Stellflächen,sondern auch für die Zufahrtswege und die Stromtrassen.
    Ganz zu schweigen von der Zerstückelung und Zerschneidung von Lebensräumen geschützter Tiere und der Waldbrandgefahr bei einem Defekt der Anlage.
    Selbst der Bundesverband der Windindustrie gibt zu,dass es nicht notwendig ist,in Natura 2000-Gebiete wie dem Pfälzerwald zu gehen,um die Stromversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.
    Ich meine,dass all diese gravierenden Nachteile und negativen Auswirkungen in keinem Fall gerechtfertigt sind.

  3. Muslix sagt:

    Ach wie gut, dass man Radioaktivität nicht sieht. Was hätten sich sonst RWE und Konsorten anhören müssen? Die Windkraft ist doch auch nur eine Brückentechnologie, bis was besseres kommt. Lässt sich allerdings wesentlich einfacher abbauen als ein Reaktor und auch recyclen. Wie wäre es denn mal mit Auftriebskraftwerken wie in diesem Filmchen dargestellt? (Link entfernt, siehe AGB. Hinweis: Genannt wurde ein Video der Rosch AG, Thema Auftriebskraftwerk. Bei Interesse bitte extern aufrufen; Anm.d Red.) Da kommen keine Fledermäuse rein und sehen tut man sie auch kaum in der Landschaft. Wie kann eine ganze Gesellschaft nur so ignorant gegenüber den besseren Ansätzen sein?

  4. Bernd Wallner sagt:

    Kompliment! Sehr gut recherchiert und den komplexen „Windkraftwahnsinn“ im Pfälzerwald umfassend beschrieben. Politisch könnte man noch hinzufügen, dass die rot/grüne Landesregierung diese Entscheidung rücksichtslos gegen die betroffenen Bürger „durchboxen“ will. Es haben sich sowohl die Planungsgemeinschaft Westpfalz als auch der Träger des Naturparkes Pfälzerwald eindeutig gegen Windkraftanlagen im Pfälzerwald ausgesprochen- also eine Entscheidung aller betroffenen Landräte und Oberbürgermeister der Region, die wiederum alle Bürger repräsentieren. Weiterhin haben sich auch alle Naturschutzverbände in Rheinland-Pfalz geschlossen gegen die Entwürfe des für Windräder „verantwortlichen“ Landesentwicklungsprogrammes ausgesprochen. Ebenso der Pfälzerwald-Verein, der seit 110 Jahren für Infrastruktur und Entwicklung des Pfälzerwaldes steht. Insgesamt 100.000de Bürger der Region, stellvertretend für Millionen von Urlaubern und Besuchern. Wo bleibt da die bürgernahe Politik, die Einbindung des Bürgers vor Ort, die sich gerade die GRÜNEN in RLP ganz groß auf ihre Fahnen geschrieben haben???

  5. Wolfram Kories sagt:

    Es gibt beispielhafte Energieunternehmen, wie Greenpeace Energy, die bewusst darauf verzichten, Windenergie in Biospährenreservaten zu gewinnen.
    Den Politikern der Region, aber ebenso dem Wirtschafts- und Umweltministerium in Mainz ist anzuraten, sich an diesen beispielhaften Unternehmen zu orientieren. Ebenso sollten die zehn anerkannten Naturschutzverbände, die sich in einer gemeinsamen Erklärung am 9.10.2012 gegen den Landesentwicklungsplan IV ausgesprochen haben, endlich gehört werden. Die Einwände, die dort formuliert werden, fordern zu Recht einen naturverträglichen Ausbau der regenerativen Energieformen.
    Schon heute erfüllt das grenzüberschreitende Biosphärenreservat vielfältige ökologische, ökonomische und soziale Aufgaben für die Metropolregion und trägt zu Klimaschutzzielen bei.
    Wird der Landesentwicklungsplan IV – mit Hilfe des Winderlasses- so umgesetzt wie geplant, gibt es kaum noch Ausschlussflächen im Pfälzerwald! Der Taubensuhl ist nur der Anfang vom Ende des Pfälzerwaldes!
    Rheinlandpfalz schafft seine Landschaften ab und das gründlich! Damit einher geht eine weitreichende Zerstörung der Natur!

  6. Klaus Meyer sagt:

    Windräder im Pfälzerwald sind meiner Ansicht nach eine “ Kulturschande “ – damit ist alles gesagt!

  7. Rienhold Klan sagt:

    Ich bin kein Gegner gegen Windkraftanlagen, aber nicht im Naturpark Pfälzerwald ?
    Es stehen ja die Wahlen vor der Tür, hoffentlich denken die Süd und Südwest – Pfälzer
    daran und verpassen den Grünen einen Denkzettel. ein Vordchlag von mir ! die Windräder
    könnte man doch rund um Landau stellen da wäre genügend Platz, den die Herrn sind doch sonst gegen alles, so zum Beispiel der B 10 Ausbau auf 4 Spuren wollen sie mit aller Macht verhindern.

  8. L:W: sagt:

    Also ich kann es echt nicht verstehen wie man mit aller Gewalt sämtliche Naturlandschaften mit diesen hässlichen Dingern zupflastern kann.Es ist wie immer gewisse Lobbyisten machen den Reibach auf kosten von wertvoller Natur.Haben das vor kurzem an der Mosel gesehen ein schönes Idylle verschandelt mit Windkrafträdern soweit das Auge reicht.

    Lasst den Pfälzer Wald so wie er ist !!!!!!!!!!!!!!!!!!

  9. Wolfgang Weigand sagt:

    Zur Gegenrede von Herrn Thiel:
    Beim Thema Windkraft nehme ich keine Polarisierung zwischen „Naturschützern und Akteuren der Energiewende“ wahr, sondern höre und lese vor allem vernünftige Argumente von Leuten, die eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft vor monströsen Bauwerken schützen wollen. Diese auf Hochlagen errichteten Bauwerke würden mit ihrer Höhe von 150 – 200 m die höchsten Gipfel des Pfälzerwaldes überragen. Nicht nur Naturschutzverbände wehren sich gegen Windkraftanlagen in diesem Waldgebiet , sondern viele hier oder auch außerhalb lebende Menschen machen sich berechtigte Sorgen um eine noch nicht industriell geprägte Landschaft.
    Für mich sind die „Akteure der Energiewende“ nicht pauschal die Bösen; selbstverständlich bin auch ich für den Ausbau der Windkraft – nur nicht nach dem von der Landesregierung propagierten Gießkannenprinzip über alle Kommunen, sondern sinnvoll geplant mit Rücksicht auf den Schutzstatus besonderer Landschaften. Der Pfälzerwald ist Naturpark, europäisches Biosphärenreservat und europäisches Natura 2000- Gebiet. Die Schutzziele sind sich sehr ähnlich, in unterschiedlicher Gewichtung sollen sie dazu beitragen, die Naturlandschaft in ihrem Charakter zu erhalten und vor zerstörenden Eingriffen zu schützen. Es geht also nicht um das St. Florians- Prinzip, sondern um den Erhalt besonders wertvoller Landschaften auf europäischer Ebene und natürlich auch um Naturschutz, Tourismus und Erholung.
    Ich frage mich ob es notwendig ist, Rheinland-Pfalz und damit auch den Pfälzerwald ohne Rücksicht auf die genannten Schutzziele flächendeckend mit Windrädern zu überziehen. Die 6 km- Zone am Haardtrand hat übrigens nur eine Alibifunktion. Damit wollte die Landesregierung belegen, wie sehr sie doch die Anliegen der Windkraftgegner ernst nimmt. Pfälzerwald und Haardtrand sind aber ein Landschaftsraum, ihre Trennung durch eine willkürlich gezogene Linie ist durch nichts zu rechtfertigen. Zudem wird verschwiegen, dass auch in dieser Zone kein Komplettschutz besteht, unter bestimmten Voraussetzungen sollen auch dort Windkraftanlagen möglich sein.
    In Rheinland-Pfalz stehen genügend windhöffige Flächen zur Verfügung – sogar mehr als die von der Landesregierung genannten 2 %, sodass keine sensiblen Gebiete beansprucht werden müssen. Im Pfälzerwald weht übrigens der Wind im Vergleich mit den nördlichen Waldgebieten von Rheinland-Pfalz am schwächsten.
    Zum Seitenhieb auf die Forstwirtschaft: Holz ist ein CO2- neutraler Rohstoff und damit eine echte „alternative Energie“. Die Forstwirtschaft kümmert sich um Produktion und Vermarktung dieses Produkts. Sollen wir auf diesen Rohstoff verzichten?
    Selbstverständlich sehe auch ich Windräder lieber als ein AKW. Nur frage ich mich, ob man künftig diesen Anblick von jedem höher gelegenen Punkt unseres Landes haben muss oder ob es nicht sinnvoller wäre, einige besonders schützenswerte Landschaften für unsere Nachkommen zu erhalten.

    • Herbert Schreiber sagt:

      Zur differenzierten Analyse von Herrn Weigand hier noch eine kleine Ergänzung, welche die „6 km-Zone“ am östlichen Gebirgsrand betrifft:

      Mir sind keine geomorphologischen oder ökologische Kriterien bekannt, die eine Abgrenzung dieser Zone vom übrigen Pfälzerwald rechtfertigen würden. Diesseits und jenseits der „Grenze“ sind die gleichen Gesteinsformationen des Unteren („Trifels- und Rehbergschichten“!) und Mittleren Buntsandsteins („Karlstalschichten“, z. B. das „Felsenmeer“ auf der Kalmit) vorherrschend, aus denen im Laufe von Jahrmillionen Wasser und Wind ein komplexes Relief herausmodelliert haben. Was Flora und Fauna betrifft, gelten dieselben Feststellungen. Grundsätzlich bestimmen Mischwälder das Landschaftsbild, wobei in den sog. „Haardtwäldern“ aus historischen Gründen stärker die Kiefer (+ untergemischte Buchen, in tiefereren Regionen auch Edelkastanien) dominieren, während in den westlicheren Gebieten eher Mischwälder u. a. die ökologisch besonders bedeutsamen „Hainsimsen-Eichen- und Buchenwälder“ vorherrschen (z. B. in der Region um den Taubensuhl, Eschkopf und Johanniskreuz). Für genau diese Kerngebiete ist aber paradoxerweise kein entsprechender Schutzstatus (= definitive Ausschlussflächen) festgelegt worden, wie dies ja bei der „6 Kilometer Zone“ der Fall ist.

      Zur Klärung der Abgrenzungsfrage habe ich außerdem mir bekannte fachwissenschaftliche bzw. landeskundliche Literatur zum Pfälzerwald herangezogen. Ich bin dabei auf kein naturräumliches Gliederungsmodell gestoßen, in dem von einer solch´ schematisch festgelegten „6-Kilometer-Zone“ ausgegangen wird (vgl. Pemöller, A. 1969, S. 3ff.; Geiger, M. 1987, S. 9-21).

      Literatur:
      * Bundesanstalt für Landeskunde: Geographische Landesaufnahme. Die naturräumlichen Einheiten in Einzelblättern 1:200.000. Bad Godesberg 1952–1994. → Online-Karten *Blatt 160: Landau i. d. Pfalz (Adalbert Pemöller 1969; 47 S.).
      * Geiger Michael: Der Pfälzerwald im geographischen Überblick. In: Geiger Michael (Hrsg): Der Pfälzerwald Porträt einer Landschaft. Verlag Pfälzische Landeskunde Landau i. d. Pfalz 1987, S. 9 – 59

  10. Rudolf Ahrens-Botzong sagt:

    Mir scheint eine Kulturwende im Gange, seit der Jahrzehntwende: Nach 1970 wurden Natur und Naturnähe wieder hoch geschätzt. Heute drängt man unsere Natur, die naturnahen Gebiete in eine Hilfsfunktion. Sie sollen neue Siedlungen, neue Gewerbegebiete, neue Straßen, Windkraft- und Solaranlagen aufnehmen, Biomasse erzeugen. In den städtischen Zentren werden derweil Sprüche geklopft, wonach einige draußen verbleibende Museumsecken „die Natur“ wären – Premiumnatur mit Premiumpfaden und Scheuklappensicht von dort . Die kann man allerdings auch anerziehen.

  11. W. A. Müller sagt:

    Windkraftanlagen sind mit Sicherheit eine Option zur Verbesserung des Klimas. Doch sollte man sie nur dort ansiedeln, wo sie auch den besten Ertrag liefern – langfristig gesehen. Mit Ausnahme der Küstengebiete sind das nur wenige Gebiete im Norden und Osten Deutschlands. Im Süden bringen sie keinen richtigen Nutzen mehr. Die rechnerische Auslastung ist zu gering. Windenergieanlagen auf den Höhenrücken des Pfälzerwaldes ist nicht nur Landschaftsverunstaltung, sondern stellt auch durch den Standort selbst, die Zuwegung und den Betrieb mit wassergefährdenden Stoffen ein Risikopotenzial für den Grundwasserhaushalt und damit die Trinkwasserversorgung der betroffenen Gemeinden dar. Solche Betrachtungen müssen in die Ökobilanz mit aufgenommen werden.

  12. Friedel sagt:

    Die Alternative zu „Windkraftwerken“ ist nicht „keine Windkraftwerke“, sondern „andere Karftwerke“. Wer die Windkraftwerke ablehnt, sollte bessere Alternativen benennen. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich Windkraft vorbehaltslos unterstütze. Im Moment ist die Rechtslage so, dass die Energieversorger den erzeugten Strom abnehmen müssen. Wie sie das machen, ist deren Problem. Wenn irgend jemand ein Solar- oder Windkraftwerk oder sonst was baut, werden die Kosten für den Anschluss auf die Strompreise umgelegt und so vom Stromkunden bezahlt. Diese Kosten gehören aber zu den Erstellungskosten des Kraftwerks und sollten also auch vom Betreiber bezahlt werden müssen.

    Wer behauptet, dass die Windkraftwerke die Aussicht verschandeln und dominat sind, sollte mal zu einem beliebingen Aussichtpunkt an der Haardt gehen. Egal ob Wachtenburg, Rietbung, Hambacher Schloss oder was auch immer – die Aussicht wird immer vom AKW in Phillipsburg dominiert. Die mehreren Dutzend Windkraftanlagen, die man von dort sehen kann, fallen nicht auf und sind alles andere als dominant. Dazu kommt natürlich, dass die Windkraftanlagen nicht permament eine kilometerlange Dampfwolke haben, die im Sommer zusammen mit der intensiven Bewässerung durch die Landwirschaft unser unerträglich schwüles Klima erzeugt.

    Dass die regenerative Stromerzeugung unsere Strompreise explodieren lässt, ist ein Ammenmärchen. Gerade der Strom aus Windkraft ist sehr viel billiger als Strom aus fossilen Brennstoffen. Der Atomstrom ist bei weitem der teuerste Strom, und das obwohl das Problem der Endlagerung bei den Kosten gar nicht berücksichtigt ist. Dass uns die Enegiewende teuer zu stehen kommt, liegt daran, dass die Kosten dafür von den Privathaushalten und kleinen und mittleren Unternehmen bezahlt wird. Die Kosten für den Atomstrom und Kohle- und Gaskraftwerke wurden und werden aus Steuermitteln bezahlt. Und die Atomkraftwerke kostenweiter viel Geld, obwohl die Bürger nichts mehr davon haben.

    Windkraftwerke werden den Wald nicht verdrängen oder zerstören, die meisten anderen Kraftwerkarten schon.

  13. Thomas Röckel sagt:

    Das Ergebnis verheerender politischer Fehlentscheidungen läßt sich u.a. im Salzstock der Asse bewundern. Windkraft muß sein, aber doch nicht zu diesem Preis!! Diese vorgesehenen Standorte sind nicht zu rechtfertigen, weder ökologisch, noch ökonomisch. Es muß in diesem Land doch noch möglich sein können, gemeinsam die besten Lösungen zu finden, ohne dabei auf den jeweils Andersdenkenden Totschlagargumente abzufeuern, und/oder der politischen Avantgarde blindlings hinterherzurennen. Notfalls könnte man vielleicht darüber nachdenken, die Windkraftanlagen auf der Rennstrecke des Nürburgringes zu platzieren, die Politik hat dort schließlich schon in verheerender Art und Weise, sowohl ökonomisch als auch ökologisch, exzessiven Flurschaden hinterlassen.

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