Sonntag, 15. Dezember 2019

Windenergie besser vorhersagen: Messmast auf dem Taubensuhl

25. Dezember 2012 | 1 Kommentare | Kategorie: Landau, Regional

Die Bürgermeister Thomas Hirsch und Hans-Dieter Schlimmer (v.li.) bei einem Besichtigungstermin vor Ort. Foto: Stadt Landau

Landau/Taubensuhl – „Alle Potenziale zur Erzeugung von umweltfreundlichem Strom in unserer Region nutzen“, möchte Landaus Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer und will die Windenergienutzung im Wald nicht grundsätzlich aussparen.

Aus diesem Grund wird gerade ein Windmessmast auf dem Taubensuhl, dem „Stadtwald der Landauer“ (nahe Eußerthal) errichtet. Der Mast wird mit seinen 125 Metern Höhe weit über die Baumwipfel ragen und 14 Monate lang Windmessungen durchführen. „Das ist notwendig, um zu prüfen, ob die erwartet gute Windhöffigkeit auch tatsächlich vorliegt. Jedoch gilt es, Wildwuchs zu verhindern. Selbstverständlich soll nicht der gesamte Pfälzerwald verspargelt werden. Es geht um nachvollziehbare und begründbare Standorte“, sagte Schlimmer.

Mit den gewonnen Messdaten können Rückschlüsse für das ganze Hochplateau getroffen werden, auf welchem dann durchaus 6 bis 9 Windkraftanlagen errichtet werden können, wenn weitere Voraussetzungen gegeben sind. Weiterhin geben die Daten bedingt auch Erkenntnisse für die unmittelbaren Nachbarkommunen, wo ebenfalls Windenergieanlagen vorgesehen sind.
„Nur wirklich gute Standorte sollen entwickelt werden“, so Landaus Bürgermeister Thomas Hirsch.

„Wenn wir die Energiewende in der Region ernsthaft gestalten wollen, müssen wir alle an einem Strang ziehen.“. Die Stadt Landau wolle regenerative Projekte zusammen mit benachbarten Kommunen entwickeln. Dazu habe man gemeinsam mit der EnergieSüdwest AG die „EnergieSüdpfalz“ ins Leben gerufen, die solche Vorhaben auch unter Beteiligung der Bürgerschaft realisieren soll.

„Es gibt wenig Stellen im Pfälzerwald die ähnlich gut für die Windenergienutzung geeignet sind wie das Hochplateau des Taubensuhl“, so Bernhard Mertel, Geschäftsführer der EnergieSüdpfalz GmbH & Co. KG. Die Anlagen seien überhaupt nur von wenigen Standorten aus zu sehen. Selbst Wanderer würden kaum von den Anlagen gestört werden. Im Wald selbst sehe man sie erst, wenn man in ihrer unmittelbaren Nähe ist. Man höre sie auch kaum, denn wenn Wind wehe, gäbe es im Wald ein Grundrauschen, das die Geräusche der Anlage übertönte. „Ist es windstill und ruhig, stehen auch die Windräder still“, sagt Mertel.

„Schließlich kommt die vorhandene Infrastruktur diesem Standort sehr entgegen“, ist Dr. Thomas Waßmuth, Vorstand der EnergieSüdwest AG, überzeugt. „Die nahe 110 kV-Hochspannungsleitung ist in der Lage, die erzeugten Mengen, die immerhin ausreichen um 16.000 Haushalte zu versorgen, locker aufzunehmen.“

Die Baumaßnahmen für den Windmast würden enger Abstimmung mit dem Forst durchgeführt. So habe man die Rodungsmaßnahmen auf das nötigste beschränkt und nur punktuelle Bäume entfernt. Revierförster Norbert Theurer habe mit viel persönlichen Engagement für eine sehr waldschonende Vorgehensweise gesorgt. (cli/Stadt Landau)

 

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Ein Kommentar auf "Windenergie besser vorhersagen: Messmast auf dem Taubensuhl"

  1. Wolfram Kories sagt:

    Es gibt beispielhafte Energieunternehmen, wie Greenpeace Energy, die bewusst darauf verzichten, Windenergie in Biospährenreservaten zu gewinnen.
    Den Politikern der Region, aber ebenso dem Wirtschafts- und Umweltministerium in Mainz ist anzuraten, sich an diesen beispielhaften Unternehmen zu orientieren. Ebenso sollten die zehn anerkannten Naturschutzverbände, die sich in einer gemeinsamen Erklärung am 9.10.2012 gegen den Landesentwicklungsplan IV ausgesprochen haben, endlich gehört werden. Die Einwände, die dort formuliert werden, fordern zu Recht einen naturverträglichen Ausbau der regenerativen Energieformen.
    Schon heute erfüllt das grenzüberschreitende Biosphärenreservat vielfältige ökologische, ökonomische und soziale Aufgaben für die Metropolregion und trägt zu Klimaschutzzielen bei.
    Wird der Landesentwicklungsplan IV – mit Hilfe des Winderlasses- so umgesetzt wie geplant, gibt es kaum noch Ausschlussflächen im Pfälzerwald! Der Taubensuhl ist nur der Anfang vom Ende des Pfälzerwaldes!
    Rheinlandpfalz schafft seine Landschaften ab und das gründlich! Damit einher geht eine weitreichende Zerstörung der Natur!

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