Dienstag, 16. Oktober 2018

Politikwissenschaftler Eith rechnet mit Merkel-Nachfolgedebatte

11. Oktober 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Politik

Politikwissenschaftler Eith sieht Merkel und Seehofer auf dem absteigenden Ast.
Foto: dts nachrichtenagentur

Freiburg  – Der Freiburger Politikwissenschaftler Ulrich Eith rechnet bei Niederlagen für die Union bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen fest mit einer Debatte um einem Rückzug von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

„Die Diskussionen um einen Wechsel an der Parteispitze sind in der CDU bereits im vollen Gange.

Bei zwei Niederlagen werden Forderungen nach einem Ende der Kanzlerschaft Merkels laut werden“, sagte Eith der „Heilbronner Stimme“.

Möglicherweise habe Merkel den Zeitpunkt verpasst, ihre Kanzlerschaft selbstbestimmt und in freien Stücken zu beenden, erklärte der Politikwissenschaftler weiter.

Er schränkte aber ein: „Allerdings, schon häufiger in der Vergangenheit hat sie sich in schwierigen Situation erfolgreich behaupten können.“ Im Wahlkampf der CSU seien viele Fehler gemacht worden, so Eith.

Die CSU habe es versäumt, ihre eigenen Stärken in Bayern erfolgreich herauszustellen. Dazu seien parteiinterne Querelen gekommen. „Ganz offensichtlich scheint Seehofer von der Mission beseelt, Merkel demontieren oder gar stürzen zu wollen.“

Der „stramme Rechtskurs der CSU in der Flüchtlingspolitik“ habe sich „nicht ausgezahlt“. Eith rechnet mit einem starken Abschneiden der Grünen. „Viele Menschen wollen zu den Gewinnern gehören, und das begünstigt in Bayern aktuell die Grünen.“

Eith rechnet mit einem baldigen Ende der politischen Karriere von CSU-Chef Horst Seehofer: „Die politische Ära von Seehofer neigt sich wohl dem Ende zu.“ Selbst seine innerparteiliche Unterstützung habe spürbar abgenommen. „Söder wird bei der zu erwartenden Wahlniederlage alles daran setzen, Seehofer als den Hauptschuldigen darzustellen“, so der Politikwissenschaftler.

Seine eigene politische Zukunft hänge dann vor allem davon ab, ob ihm nach der Wahl die Bildung einer stabilen Landesregierung gelingt, so Eith. (dts Nachrichtenagentur)

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