
Symbolbild: Pfalz-Express/Ahme
Ludwigshafen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz zeigt sich alarmiert angesichts der vielen Hilferufe aus der regionalen Wirtschaft.
Obwohl Unternehmen massiv unter den staatlich verordneten Maßnahmen leiden und um ihre Existenz bangen, fließen die zugesagten Finanzhilfen noch immer zögerlich oder bleiben gar ganz aus. Das führt zu Frustration bei der Wirtschaft.
„Die finanzielle Unterstützung muss nun endlich ankommen, um das Überleben vieler Betriebe zu sichern“, fordert Jürgen Vogel, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz.
„Unternehmen müssen zudem wissen, wie es weitergeht. Wir brauchen einen Fahrplan, welcher Betrieb bei welchen Infektionszahlen wieder öffnen darf“, so Vogel. „Immer neue kleinteilige und kurzfristige Lockdown-Entscheidungen führen zu Fehlinvestitionen, Unklarheit und wachsenden Unmut.“
Die folgenden Originalaussagen unterstreichen die Brisanz: „Die Nachfolge meines Unternehmens war gesichert, hat sich nunmehr aber zerschlagen. Die Zukunft von 16 Mitarbeitern sowie meine Altersversorgung steht auf dem Spiel, wenn wir nicht bald wieder öffnen dürfen.“ „Mein Unternehmen war gesund, jetzt stehe ich vor einem Scherbenhaufen“. „Ich habe immer einen Weg gefunden, aber jetzt weiß ich einfach nicht mehr weiter“.
Vom Solo-Selbstständigen bis zum großen Unternehmen gleichen sich die zunehmend verzweifelten Rückmeldungen aus der Wirtschaft, die die IHK Pfalz derzeit erreichen. „Hinter jeder Insolvenz stehen Schicksale, stehen Menschen, die mit ansehen müssen, wie ihnen ihr Lebenswerk durch die Finger rinnt“, sagt Vogel.
Die IHK Pfalz unterstützt alle Maßnahmen, die geeignet sind, das Infektionsgeschehen zu reduzieren: „Die Maßnahmen müssen aber vorhersehbar und nachvollziehbar sein, Lasten müssen fair verteilt werden und dürfen einzelne Unternehmen nicht benachteiligen.“
So würden besonders der Handel, die Gastronomie und das Beherbergungsgewerbe unter dem harten Lockdown leiden, obwohl es dort kluge Konzepte gebe, um Risiken für die Gesundheit zu reduzieren.
Gerade die Inhaber von Einzelhandelsgeschäften können viele Regelungen nicht nachvollziehen, hat Vogel in vielen persönlichen Gesprächen erfahren: „Unternehmen haben viel in Schutzvorrichtungen investiert.
Die Geschäfte sind seit einem Monat geschlossen, aber die Infektionszahlen sind nicht signifikant gesunken, bislang fehlt der Nachweis, dass gerade der Einzelhandel ein Infektionstreiber ist. Daher sei es dringend geboten, eine echte Öffnungsperspektive zu schaffen und transparent darzulegen, wie und bei welchen Szenarien der Weg aus dem Lockdown führen könnte.
Dazu gehört auch eine offene und frühzeitige Kommunikation der Bedingungen, damit die Unternehmen sich rechtzeitig darauf einstellen können.
„Gerade im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmungsrunde zwischen Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten muss überprüft werden, welche Maßnahmen tatsächlich sinnvoll sind, anstatt reflexhaft mit Verschärfungen zu reagieren“, gibt Vogel weiter zu bedenken.
So sei beispielsweise die Diskussion um eine Stilllegung des ÖPNV wenig hilfreich. „Wie sollen Pendler denn zur Arbeit kommen, die nun mal nicht im Home Office arbeiten können?
Warum setzt man nicht alle Hebel in Bewegung, um die Fahrt sicherer zu machen, vielleicht durch Anhängen weiterer Zugteile sowie den Einsatz zusätzlicher Busse?“ Gerade ein funktionierender ÖPNV sei eine wichtige Stellschraube, um schnell wieder zu einer Normalität zurückzukommen.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat in einem Brief an die Mitgliedsunternehmen der IHK die eingeleiteten Maßnahmen erläutert und für das Homeoffice geworben.
Sie bedankte sich bei den Betrieben für das bisherige Engagement und skizzierte einen möglichen Weg hin zu einer Öffnungsperspektive.

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