
Dr. Tibor Müller.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Ludwigshafen. Neun von zehn pfälzischen Unternehmen spüren bereits negative Auswirkungen des Coronavirus auf ihre Geschäfte. Dabei befürchtet jedes fünfte Unternehmen (genau: 19 Prozent) einen Umsatzrückgang um mehr als 50 Prozent für das Gesamtjahr 2020.
Dies ergab eine bundesweite Blitzumfrage in der Zeit vom 24. bis 26. März, auf die rund ein Drittel der 769 befragten pfälzischen Unternehmen antwortete.
Jeweils etwa ein Viertel der Unternehmen (genau: 27 Prozent) geht von einem Umsatzrückgang zwischen 25 und 50 Prozent bzw. zwischen 10 bis 25 Prozent (genau: 23 Prozent) aus. Lediglich zwei Prozent erwarten keine Veränderungen und fünf Prozent rechnen sogar mit einer Umsatzsteigerung. Die übrigen Unternehmen konnten noch keine Einschätzung abgeben.
Vier von zehn Unternehmen (genau: 41 Prozent) beklagen, dass ihr Geschäft völlig oder in großen Teilen stillsteht, also das Geschäft geschossen oder die Produktion weitgehend eingestellt ist. Mehr als die Hälfte der Betriebe (genau: 55 Prozent) muss einen Rückgang der Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen verkraften. Bei 45 Prozent der Unternehmen wurden Aufträge storniert (Mehrfachnennungen möglich).
Die unmittelbaren Konsequenzen sind bei einem Drittel Liquiditätsengpässe, 37 Prozent der Unternehmen fahren ihre Investitionen zurück. Auch logistische Engpässe (25 Prozent) sowie fehlende Waren (22 Prozent) und Mitarbeiter (28 Prozent) machen den Betrieben zu schaffen. Von einer Insolvenz bedroht sehen sich bereits 15 Prozent der Betriebe. Etwa vier von zehn Unternehmen kommen wohl nicht umhin, Personal abzubauen, während etwa sechs von zehn ihren Personalstand halten wollen.
„Dieses Stimmungsbild deckt sich mit den Erfahrungen, die wir in der Beratung der betroffenen Unternehmen machen“, stellt Dr. Tibor Müller, Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz, fest: „Die Flut der Ratsuchenden steigt, der Druck nimmt täglich zu.“
Nach den wichtigsten Hilfen befragt, bewerten die Unternehmen das Kurzarbeitergeld am höchsten (80 Prozent, Mehrfachnennungen möglich), gefolgt von Soforthilfen als Zuschüsse (61 Prozent) sowie Steuererleichterungen, also Stundung und Herabsetzung von Vorauszahlungen (56 Prozent).
Mit deutlichem Abstand folgen die Darlehen von KfW oder Förderbanken des Landes (34 Prozent) sowie Bankkredite (22 Prozent) und Bürgschaften (13 Prozent). 72 Prozent der Unternehmen wünschen sich zusätzliche Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz.
Ganz oben auf der Wunschliste rangieren auch hier mit 89 Prozent Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Nur 21 Prozent geben an, zusätzlich vom Land Bürgschaften zu brauchen, 23 Prozent Kredite.
Müllers Fazit: „Jetzt kommt es darauf an, das Geld schnell und unbürokratisch in die Unternehmen zu bringen.“

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