Samstag, 16. Februar 2019

Konjunkturbericht zu Jahresbeginn: Pfälzische Wirtschaft trotzt den Umständen

24. Januar 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Rheinland-Pfalz, Wirtschaft in der Region

IHK-Pfalz-Präsident Albrecht Hornbach.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Ludwigshafen. Die Wirtschaft in der Pfalz bleibt zum Jahresbeginn 2019 in einer robusten Verfassung, auch wenn die Unternehmen sich u.a. wegen des Fachkräfteengpasses, des Brexits und der Entwicklung der Weltwirtschaft sorgen.

Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz. Der Konjunkturklimaindex sinkt auf 114 Punkte (Herbst 119 Punkte).

Trotzdem schätzen die Pfälzer Unternehmen ihre Lage als „gut“ (40%) oder als „befriedigend“ (49%) ein. Auch gehen 68% der Unternehmen von einem konstanten Konjunkturtrend für die nächsten 12 Monate aus, die Exportbetriebe rechnen zu 62% mit einer gleichbleibenden Entwicklung.

Allerdings ist die pfälzische Wirtschaft stark exportorientiert, so dass sich die protektionistischen Entwicklungen in manchen Ländern und die Handelskonflikte negativ auswirken könnten.

Industrie

Fast die Hälfte der Industriebetriebe (45%, Herbst 55%) stufen ihre derzeitige Geschäftslage als gut ein, 40% (36%) bewerten sie als befriedigend.

Allerdings liegt der Anteil negativer Stimmen jetzt bei 15% (Herbst: 9%). Zugleich gehen 64% der Unternehmen von einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung aus (Herbst: 74%) und  20% (13%) rechnen mit einer Belebung in den nächsten Monaten.

Als die größten Risikofaktoren für die Geschäftsentwicklung nennen die Unternehmen den Fachkräftemangel (60%; Mehrfachantworten möglich), die Energie- und Rohstoffpreise (50%) und die Arbeitskosten (45%). Unverändert ein Fünftel der befragten Unternehmen geht von einem Rückgang des Auslandsgeschäfts aus.

Eine konstante Entwicklung der Exporte halten dagegen 62% für wahrscheinlich (Herbst: 58%). Gesunken ist die Investitionsbereitschaft der Unternehmen: 16% der Betriebe planen, weniger Geld zu investieren (Herbst: 13%). Auf dem jetzigen Niveau halten 61% der Betriebe ihr Budget (Herbst: 62%).

Investiert wird hauptsächlich in Ersatzbeschaffungen (62%; Mehrfachantworten möglich), danach folgen mit 40% Kapazitätserweiterungen und mit 35% Rationalisierungsmaßnahmen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt in den nächsten 12 Monaten aller Voraussicht nach stabil, dabei wollen 22% der Unternehmen neue Stellen schaffen (Herbst: 16%). Die Mitarbeiterzahl konstant halten wollen 66% (Herbst: 73%).

Handel

Das Geschäftsklima im Handel hat sich seit der letzten Umfrage weiter abgeschwächt. So sprechen heute noch 26% von einem guten Geschäftsklima und 63% nennen ihre Lage „befriedigend“ (Herbst: 33% bzw. 57%).

Mehr als dreiviertel der Händler rechnen in den nächsten 12 Monaten mit einer konstanten Entwicklung (genau: 76%, Herbst: 69%). Mit einer Belebung rechnen nur noch 8% (Herbst: 18%).

Der Fachkräftemangel gehört auch im Handel zu den größten Risikofaktoren für die Geschäftsentwicklung (54%; Mehrfachantworten möglich). Danach folgen die Entwicklung der Inlandsnachfrage (45%) und die Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (42%) sowie die Arbeitskosten (38%).

Die Investitionsbereitschaft im Handel ändert sich wenig: 30% der Unternehmen planen, mehr Geld auszugeben (Herbst: 31%), bei 55% bleibt der Etat auf dem bisherigen Niveau und 15% wollen weniger Geld investieren (Herbst: 53% bzw. 16%).

Ausgegeben wird das Budget überwiegend für Ersatzbeschaffungen (71%; Mehrfachantworten möglich), für Rationalisierungsmaßnahmen und Produktinnovationen (23% bzw. 21%). Die Betriebe wollen die Zahl ihrer Mitarbeiter überwiegend (83%) konstant halten (Herbst 68%), nur noch 10% wollen neues Personal einstellen (Herbst: 22%).

Dienstleistungen

Das aktuelle Geschäftsklima im Dienstleistungssektor stufen 40% der Unternehmen als gut ein, 53% als befriedigend (Herbst: jeweils 46%).

Von einem konstanten Konjunkturtrend für die nächsten 12 Monate gehen 69% der befragten Firmen aus (Herbst: 68%). Mit einer positiven Entwicklung rechnen 17% (Herbst: 19%).

Auch in diesem Teil der Wirtschaft gehört der Fachkräftemangel zu den größten Risikofaktoren (58%; Mehrfachantworten möglich). Danach folgen die Entwicklung der Arbeitskosten (40%), die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (38%) und die Entwicklung der Inlandsnachfrage (34%).

Die Mehrheit der Dienstleister (unverändert: 57%) hält an ihren bisherigen Investitionsplanungen fest. Ihr Budget senken wollen 19% der Unternehmen (Herbst: 14%).

Auch hier stehen Ersatzbeschaffungen an erster Stelle (58%; Mehrfachantworten möglich), danach folgen Maßnahmen zur Kapazitätsausweitung (33%) und zur Rationalisierung (31%). Die Dienstleister stellen verstärkt ein: 23% wollen neue Arbeitsplätze schaffen (Herbst 17%) und 62% halten den Personalstand konstant (Herbst: 69%).

Gastgewerbe

Im Vergleich zu den anderen Wirtschaftsbereichen hat sich das Geschäftsklima im Gastgewerbe aufgehellt. So nennen 46% die Lage „gut“ (Herbst: 41%) und 50% „befriedigend“ (51%). Bei der Geschäftsentwicklung für die nächsten 12 Monate hat sich die Einschätzung deutlich verbessert.

Ein Fünftel rechnet mit einer Belebung (Herbst: 8%) und 67% (71%) gehen von einer konstanten Entwicklung aus. Hier zeigt sich wie in bisher jeder Umfrage die Saisonabhängigkeit des Gastgewerbes. Größter Risikofaktor für die Geschäftsentwicklung ist auch hier der Fachkräftemangel, wie 71% der befragten Unternehmen angeben (Mehrfachantworten möglich).

Weitere Risiken sind die steigenden Arbeitskosten (63%), anziehende Energie- und Rohstoffpreise (39%) bzw. eine Verschlechterung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (37%). Etwa ein Drittel der Unternehmen (genau: 35%, Herbst: 34%) will in den nächsten 12 Monaten seine Investitionen verstärken und bei 47% (Herbst 46%) bleiben die Ausgaben konstant.

Geplant sind vor allem Ersatzbeschaffungen, wie 56% der Befragten mitteilen (Mehrfachantworten möglich), danach folgen Maßnahmen zur Produktinnovationen (38%) und Rationalisierung (29%). Ihren Personalstand halten wollen wie bisher zwei Drittel der Betriebe (67%, Herbst: 66%), Personal aufbauen wollen dagegen 17% (Herbst: 4%).

Der Konjunkturbericht der IHK Pfalz beruht auf der regelmäßigen Befragung von rund 1.800 Unternehmen, überwiegend Handelsregister-Firmen aus den Wirtschaftssektoren Industrie, Handel und Dienstleistungen und Gastgewerbe.

Sie repräsentieren rund 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Pfalz. Die Ergebnisse sind nach Beschäftigtengrößenklassen gewichtet. Die Konjunkturberichte der IHK Pfalz findet man im Internet unter http://www.pfalz.ihk24.de

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