Sonntag, 17. Januar 2021

Otterbachbrücke bei Jockgrim: Ortsbürgermeisterin Baumann lässt nicht locker

8. Dezember 2016 | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional
Jockgrims Ortsbürgermeisterin Sabine Baumann der Gemeinde nicht die Kosten aufdrücken lassen: "Der Forst ist zuständig."

Jockgrims Ortsbürgermeisterin Sabine Baumann der Gemeinde nicht die Kosten aufdrücken lassen: „Der Forst ist zuständig.“

Jockgrim – Ortsbürgermeisterin Sabine Baumann versteht und unterstützt den Wunsch vieler Bürger aus Jockgrim und Umgebung nach einer Fußgängerbrücke über den Otterbach.

Der fließt im Wald zwischen Jockgrim, Rheinzabern und Hatzenbühl.

Allerdings hat Baumann kein Verständnis für die Haltung des Forsts. Wegen dessen angespannter finanzieller Situation fordere er, dass die Gemeinde die neue Brücke übernehmen solle, so Baumann: „Jockgrim ist hoch verschuldet, die Struktur unserer Gemeinde und der Kommunalfinanzen in Rheinland-Pfalz führen zu einer beständigen Verschlechterung der Situation.“

Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Forst die beliebte, in seiner Obhut stehende Fußgängerbrücke zuerst wegen Baufälligkeit gesperrt und dann abgerissen. Das Angebot des Forsts über die Presse, der Ortsgemeinde Jockgrim Holz für eine neue Brücke zur Verfügung zu stellen, habe den Anschein erweckt, dass die Ortsgemeinde dafür zuständig sei. „Das ist nicht der Fall“, betonte Sabine Baumann.

Seitdem haben Gespräche und mehrere Vor-Ort-Termine zur Zukunft der Brücke stattgefunden. Eine Trittsteinlösung, wie sie vom Land vorgeschlagen wurde, ist längst vom Tisch. Die Gegebenheiten seien dafür völlig ungeeignet.

Einige Meter versetzen

Ein Berater des Landes hatte bei einem Vor-Ort-Termin im Mai eine Brücke wenige Meter neben dem bisherigen Standort empfohlen. Der bisherige Standort sei aufgrund der Böschungshöhe und der Breite des Otterbachs denkbar ungeeignet. Er will nun eine Vorplanung mit Kostenschätzung durchführen lassen und der Verbandsgemeinde als Grundlage für weitere Überlegungen zur Verfügung stellen.

Fragen zur Verkehrssicherung und deren Versicherung wurden angesprochen, müssten aber verbindlich geklärt werden. Ebenso müssten Sponsoring-Angebote, die vor über einem Jahr gemacht wurden, dann aktuell erörtert werden. „Die Nachfrage nach einer Fußgängerbrücke an etwa derselben Stelle besteht nach wie vor“, berichtet Baumann. Aktuell bemühe sich unter anderem der Pfälzerwaldverein Rheinzabern wieder über regionale politische Vertreter darum, den Brückenbau voranzubringen.

Die Ortsgemeinde werde den Wunsch der Erholungssuchenden aus Jockgrim und Umgebung unterstützen: „Wir tun für unsere Bürger, wozu wir in der Lage sind.“

Nicht akzeptabel sei allerdings die Haltung des Forsts, zu dessen Aufgaben die Naherholung im Wald zählt, so Baumann nochmals.

Auch das hohe Engagement von Landesvertretern mache deutlich, worum hier eigentlich gehe: „Die Otterbachbrücke ist ein Präzedenzfall. Im Land gibt es zahlreiche weitere sanierungsbedürftige Brücken, die in der Obhut des Forstes sind. In Summe geht es hier offensichtlich um große Beträge, die der Forst dann landesweit den sowieso zumeist hoch belasteten Kommunen aufbürden will“, kritisiert die Ortsbürgermeisterin.

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