Freitag, 20. September 2019

Österreichs FPÖ-Chef Strache erklärt Rücktritt – und spricht von „politischem Attentat“

18. Mai 2019 | 18 Kommentare | Kategorie: Nachrichten, Politik Ausland

Wien, Österreich
Foto: dts Nachrichtenagentur

Wien  – In Österreich tritt der Chef der an der Regierung beteiligten FPÖ, Heinz-Christian Strache, als Vizekanzler und als FPÖ-Chef zurück.

Strache spricht angesichts der von ihm veröffentlichten Videoaufnahmen von einem „politischen Attentat“. Der Vorgang gehöre zu einer Reihe von „über das Ausland geheimdienstlich gesteuerten Aktionen“, sagte Strache am Samstag unmittelbar bevor er seinen Rücktritt von allen Ämtern erklärte.

Welche Rolle spielt Böhmermann?

Er werde „medienrechtliche und strafrechtliche Anzeigen“ erstatten und dabei auch hinterfragen, „welche Rolle der Herr Böhmermann“ bei dem Vorgang gespielt habe. Der Satiriker Jan Böhmermann hatte bereits Mitte April in einem Video-Grußwort für die Verleihung des österreichischen Fernsehpreises „Romy“ gescherzt, er hänge „gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchenvilla auf Ibiza“ rum.

Strache erklärte am Samstag, die beiden beauftragten Lockvögel hätten über Monate eine persönliche Ebene zu seinem Vertrauten aufgebaut, er habe sie aber nur ein einziges Mal getroffen.

Bezüglich seiner eigenen auf dem Video zu sehenden Äußerungen räumte Strache allerdings Fehler ein, die dem zunehmenden Alkoholgenuss geschuldet seien. „Ja, es war eine besoffene Geschichte“, sagte Strache. „Es war ein typisch alkoholbedingtes Machogehabe.“ Nüchtern betrachtet seien seien Äußerungen katastrophal.

Seine Aufgaben als FPÖ-Chef soll nun Norbert Hofer übernehmen, so Strache. Hofer war bei der Bundespräsidentenwahl 2016 der Kandidat der FPÖ, unterlag aber letztlich dem Grünen Alexander Van der Bellen. Wer Straches Job als Vizekanzler übernimmt, sagte der Zurückgetretene nicht, was Vermutungen bestärkt, dass die Koalition zwischen ÖVP und FPÖ nun ohnehin am Ende ist.

Der „Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ hatten am Freitagabend Videomaterial veröffentlicht, das bereits 2017 vor der Nationalratswahl heimlich aufgenommen worden war und zeigt, wie Strache anbietet, als Gegenleistung für Unterstützung im Wahlkampf öffentliche Aufträge zu vergeben – auch als Dank, wenn die angebliche Oligarchin die „Kronen Zeitung“ kaufen und die FPÖ darin gut da stehen lasse. Im Video erwähnt Strache auch illegale Parteispenden, die über eine Stiftung an die FPÖ geflossen sein sollen.

Proteste vor Regierungssitz in Wien

In Wien sind am Samstag Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Parteifilz und für Neuwahlen zu demonstrieren. Nachdem sich bereits am Vormittag hunderte Personen spontan versammelt hatten, strömten am frühen Nachmittag weitere Menschen auf den Ballhausplatz unmittelbar vor dem Regierungssitz.

Unter anderem hatten Oppositionsparteien wie die „Liste Jetzt“ dazu aufgerufen. Auf Plakaten waren Aufschriften wie „Pfui“ oder „Strache, du Neo-Nazi“ zu lesen. (dts Nachrichtenagentur/red)

Foto: dts Nachrichtenagentur

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18 Kommentare auf "Österreichs FPÖ-Chef Strache erklärt Rücktritt – und spricht von „politischem Attentat“"

  1. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    Strache hat’s vermasselt. Ob es allerdings legitim ist, eine solche Falle zu stellen und das Material über anderthalb Jahre für den Abschuss bereitzuhalten, der dann eine Woche vor den EU-Wahlen erfolgt, bleibt noch zu erörtern. Ich denke nicht, dass sich hier ein Ende der FPÖ abzeichnet.
    Vielmehr ist der gesamte Vorgang ein Argument für die Direkte Demokratie, die viel weniger korruptionsanfällig ist!

    • eliza doolittle sagt:

      … Ob es allerdings legitim ist, eine solche Falle zu stellen …

      er ist kein newcomer: er hätte damit rechnen müssen, dass man alle möglichkeiten ausschöpft. dazu gehört auch oder sogar zuerst die venusfalle. dass man dazu keine oma aus dem fundus der umtriebigen oberoma salzer nimmt, ist auch klar.

      es ist leider so: die meisten männer können in bestimmten situationen besser gucke als denke.
      wenn dann noch alkohol hinzukommt …

    • eliza doolittle sagt:

      18. Mai 2019
      Persönliche Erklärung von HC Strache

      fpoe at/artikel/persoenliche-erklaerung-von-hc-strache

  2. Danny G. sagt:

    Ich wähle bei der Europawahl so, dass ich „Jan Böhmermann“ auf den Wahlzettel schreibe. Böhmermann ist der einzige, der diesen wiederlichen Rechtspopulisten die braune Fratze entreisst.
    Ich fordere sofortige Neuwahlen in Österreich, bei denen Jan Böhmermann als Spitzenkandidat antritt !
    Zum Glück konnte das Video noch rechtzeitig vor der Europawahl lanciert werden, damit die Menschen noch rechtzeitig nachdenken können, um bei der Wahl die richtigen, demokratischen Parteien zu wählen.

    Es rettet uns kein höh’res Wesen,
    kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
    Uns aus dem Elend zu erlösen
    kann nur Jan Böhmermann tun !

    In hundert Jahren wird die Geschichtsschreinung erkennen, welch wichtige Rolle der hochintelligente Moderator in der Ausrottung rechter politischer Meinungen war !

  3. Helga sagt:

    In vino veritas! Da hat Herr Strache wohl sein wahres Gesicht gezeigt. Ich denke mal, dass das niemanden überrascht hat. Wahrscheinlich nicht einmal den jungen, sehr ehrgeizigen und karrieregeilen Kanzler Kurz. Es ist nicht das erste Mal, dass er mit den Rechten Probleme hat. Wenn man halt unter allen Umständen Bundeskanzler werden will und nicht einmal davor zurückschreckt mit einer rechtsextremen Partei eine Koalition einzugehen, darf man sich nicht wundern, wenn solche Dinge passieren. So etwas schädigt natürlich auch das Amt des Kanzlers. Ich hoffe sehr, dass die Österreicher aus dieser Wahl gelernt haben und nächstes Mal ihren Verstand benutzen, wenn sie zur Wahl gehen. Am 26. Mai haben sie die nächste Gelegenheit dazu.

  4. Peter Patriot sagt:

    Genau so war das geplant

    Die „geheimdienstliche Inszenierung“ bezeichnete er als ein „gezieltes, politisches Attentat“ gegen seine Person. Damit sollte die Regierung zu Fall gebracht werden.

    Wenn Linken die Argumente ausgehen!

    • Tobi sagt:

      Schlimmer als bis in die Haarspitzen korrupt, verrat am Volk und demokratischen Errungenschaften und Gleichstellung der Presse ist es natürlich wenn das veröffentlicht wird.

      Peter möchte von korrupten käuflich Politikern regiert werden!

      Alles egal, Hauptsache die schimpfen gegen Ausländer

      • qanon sagt:

        Ist das die Zusammenfassung der Ereignisse seit Spätjahr 2015 um Angela Merkel und ihr Einwanderung(…)? Die Zeit als Syrer ins Flugzeug stiegen und als Schwarzafrikaner in Germoney ankamen? Die Zeit in der jeder der Fragen stellt ein Nazieh, ein Faschist oder anderes ist? Die Zeit in der Menschen mit Messern beim einkaufen abgeschlachtet werden oder nach Festen, wenn sie Frauen helfen wollen?

        “ Schlimmer als bis in die Haarspitzen korrupt, verrat am Volk und demokratischen Errungenschaften und Gleichstellung der Presse ist es natürlich wenn das veröffentlicht wird.“

  5. Tim Weiler sagt:

    Interessant finde ich, dass eine perfide Aktion mit Schauspielern und angemieteter Villa inszeniert wird, um einen FPÖ Politiker zu diskreditieren. Dass das Material 2 Jahre in der Schublade liegt und dann eine Woche vor der Europa Wahl veröffentlicht wird, zeigt, dass es hier nicht um Enthüllungsjournalismus, sondern tatsächlich um ein politisches Attentat geht. Dass das Manöver aus dem linksversifften Deutschland in rollen kommt, spricht Bände und zeigt, mit welchen Bandagen hier mittlerweile gekämpft wird. Glaubt jemand, dass unsere linksgrünen Moralapostel auch nur einen Hauch besser sind?

  6. Tobi sagt:

    Strache und Gudenus im Ballermann-Modus. Erschreckend wenig Demokratieverständnis, dafür um so größeres Zerstörungspotential.
    Strache wittert eine Falle, in die man ihn gelockt habe. Also das kann man mit dem Bankräuber vergleichen, der bei seiner Festnahme sich verteidigte: „da war die Überwachungskamera schuld, die mich dabei gefilmt hatte, wie ich das Geld stahl, von dem ich angelockt wurde.“

  7. Tobi sagt:

    Meuthen stellte aber schon klar, man bleibe freundschaftlich an der FPÖ Seite.
    Somit an der Seite von Korruption, Käuflichkeit von Politikern, Pressefeidlichkeit und Anti-Demokratischen Ansichten.

  8. tobi sagt:

    Mit dem heutigen Rücktritt von FPÖ-Chef Strache verliert die AfD einen ihrer wichtigsten Verbündeten. Haben das Schweigen zu dem Vorgang und die öffentlich bekannten Russland-Connections einen Zusammenhang? Es könnte interessant werden.

    • AntiAntifa sagt:

      ……Gerade auf OE 24 gesehen, das Video wurde von Tal Silberstein im Auftrag der SPÖ gedreht. Auch Jan Böhmermann ist involviert. Die Russen Frauen waren Schauspieler und die FPÖ Politiker wurden mit Wodka abgefüllt. Die Kosten des Drehs inkl Villenmiete da scheinbar 100000 Euro gekostet.

      Die Villa wurde von Böhmermann angemietet.
      Das Video geht über 6 Std.

      nachrichten.at
      Manager bestätigt: Böhmermann kannte das Strache-Video
      KÖLN/WIEN. Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann hat das Video…

      • eliza doolittle sagt:

        guten morgen Antiantifa, sie waren schneller.

        tal silberstein … war da nicht schonmal etwas? alte rechnung beglichen?
        der schuss könnte nach hinten losgehen. denn eines ist klar, da haben noch ganz andere leute leichen im keller.
        —–
        spiegel online
        Austria The Strache Recordings – The whole Story
        The two men had been sitting together for six hours on that warm evening by the time a dark suspicion crept over Strache: „Trap, trap, it’s a trap,“ he whispered to his neighbor, Gudenus. But soon enough, his worries seemed to disappear. „It’s not a trap,“ Gudenus …
        The meeting in the villa lasted more than six hours. Toward the end, Strache became suspicious. Alyona had dirty toenails, the FPÖ leader noticed suddenly. „That doesn’t fit the overall picture,“ …

      • Tobi sagt:

        Und was daran findest du schlecht?

  9. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    Irgendwann werden es alle begreifen:

    Böhmermann war einfach der bessere Relotius!

  10. Philipp sagt:

    Zu Zeiten der Leipziger Messe gab es immer ein relativ hohes Interesse der (dortigen?) Damenwelt an den West-Besuchern dieser Industriemesse.
    Es gab viele Firmen, deren Führungskräfte die Leipziger Messe besucht hatten, die plötzlich auffallend kompromissbereit gegenüber den Staatsbetrieben der DDR waren.
    Warum sollten die „Überzeugungsfähigkeiten“ aus dieser Zeit mit der DDR untergegangen sein?
    Die staatstragende Partei konnte sich in das wiedervereinigte Deutschland retten, das Auslandsvermögen ist nur teilweise wieder aufgetaucht, Fachkräfte von „Horch-und-Guck“ haben ihr know-how auch unter neuem Namen eingebracht und weiter ausgebaut.
    Dass da keine Hemmungen bestehen, diese Methoden auch heute noch einzusetzen, dürfte jedem normalintelligenten Menschen klar sein.

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