Dienstag, 09. August 2022

Neujahrsempfang 2014: „Kandel bleibt im Wandel“

13. Januar 2014 | Kategorie: Allgemein, Kreis Germersheim, Regional

Alle sollen an einem Strang ziehen, forderte Kandels Stadtbürgermeister Günther Tielebörger auf.
Fotos: RT/ red
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Am Sonntag, 12. Januar, lud die Stadt Kandel die Bevölkerung zu ihrem Neujahrsempfang mit Ehrungen ein. In der bis zum letzten Sitzplatz gefüllten Stadthalle begrüßte Stadtbürgermeister Günther Tielebörger die zahlreich erschienen Gäste, die der Einladung gefolgt waren.

Insbesondere freute er sich über die Anwesenheit von Alexander Schweitzer, Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz und der städtepartnerschaftlichen Delegation aus Reichshoffen/ Frankreich.

Unter der Überschrift „Kandel bleibt im Wandel“ berichtete Tielebörger über die Ereignisse des vergangenen Jahres und gab einen Ausblick auf 2014.

Zu den erfolgreichen Maßnahmen der letzten Jahre zählte er beispielsweise den Bau der Bienwaldhalle, die Sanierung der Stadthalle und des Friedhofs, die Anlage zweier Rasenplätze und den Straßenbau.

Geplante, teilweise bereits begonnene Vorhaben seien der Neubau des städtischen Kindergartens innerhalb des Baugebiets Nordwest-Teilbereichs K2 als fünfgruppige Einrichtung, die Erhöhung der Bahnsteige und die Verlängerung der Bahnsteige nach Westen hin sowie neue Aufgänge zu den beiden Gleisen. sowie die Bauvorhaben im Stadtkern und Quartier am Markt.

„Wer nichts tut, wer stehenbleibt, macht einen Schritt zurück“, so das Credo des Bürgermeisters. „Kandel zieht an, dann bleiben wir up to date.“

Tielebörger dankte Verbandsbürgermeister Volker Poß, den Mitarbeitern aus der Verwaltung, den Beigeordneten Gudrun Lind und Norbert Rapp sowie den Mitgliedern des Stadtrates für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.

Finanzen

In seiner Neujahrsansprache ging Tielebörger auch auf die wirtschaftliche Situation Kandels ein. Danach habe sich Kandel in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Insgesamt sei der Kreis Germersheim in einem bundesweiten Vergleich auf einen hervorragenden Platz gekommen. Dies bestätige auch die gute wirtschaftliche Situation in der Südpfalz.

Dabei sei Kandel neben Wörth die einzige Gemeinde im Kreis, die durch ihre erhöhte Steuerkraft eine erhöhte Kreisumlage zu zahlen habe. Trotz der guten finanziellen Situation sei der Haushalt aber nicht ausgeglichen. Dieses strukturelle Problem hätten jedoch alle Gemeinden und so hoffe man auf eine grundsätzliche Verbesserung der Kommunalfinanzen durch den Bundes- und Landesgesetzgeber, meinte der Stadtchef.

Bei den anstehenden Baugebieten wies er darauf hin, dass, nach Unterzeichnung der Verträge mit dem Investor, im Stadtkern mit den Bauarbeiten im Frühjahr wahrscheinlich begonnen werde. Acht Wohnblocks werden hier entstehen sowie ein Block für Geschäfts- und Bürofläche.

Auch beim Quartier am Markt, ein Gebiet gegenüber der Grundschule, sei man bestrebt, noch in diesem Jahr Baurecht zu schaffen, sodass auch hier Wohnungen, Geschäfts- und Büroflächen entstehen können.

Bei der gewerblichen Entwicklung wies der Bürgermeister darauf hin, dass nach dem Verkauf der restlichen Fläche im Horstgelände jetzt östlich der Lauterburger Straße hinter Opel-Tretter ein kleines Gewerbegebiet ausgewiesen werde. Dieses sei für den Mittelstand in Kandel und Umgebung gedacht. Die Firma Edeka werde im Frühjahr beginnen, eine Geschäftsfläche mit 1.500 Quadratmetern zu errichten. Zu Weihnachten dieses Jahres soll das Geschäft stehen.

„Schandfleck Kandels muss weg“

Kritisiert wurde vom Bürgermeister die Situation an der Bahnhofstraße 2. Seit über zehn Jahren sei dieses Gebäude an der Ecke Hauptstraße/Bahnhofstraße abgebrannt und entwickle sich immer mehr zu einem Schandfleck. Diese Ecke schade dem Handel und Gewerbe, schade der örtlichen Wirtschaft, dem Tourismus und dem Image der Stadt immens. Er plädierte dafür, dass  der Stadtrat sich endlich zu einem Konzept durchringen möge.

Nach seiner Vorstellung könnte hier ein Gebäude entstehen, was Flächen beinhalte für die Vereine, für Handel und Gewerbe, aber auch für die Kurse der Volkshochschule. Gerade die Volkshochschule sei mit ihren Kursen immer in räumlichen Schwierigkeiten. Dieses werde sich in der Zukunft noch dadurch verschärfen, dass das Gebäude Turmstraße 7 der Volkshochschule dringend saniert werden müsse. Auch durch den Ausbrand des Hauses am Plätzel 2, was hauptsächlich durch die Musikschule genutzt wird, hätte sich die Situation weiter verschärft.

Bei diesem ausgebrannten Gebäude sei man jetzt in Abstimmung mit der Versicherung dabei, Gutachter einzusetzen um festzustellen, in welchem Umfang die Sanierung durchzuführen ist.

Sein Dank ging dabei nochmals an die Feuerwehr in Kandel, die sehr kompetent und zuverlässig den Brand unter Kontrolle bekam und die Nachbargebäude schützen konnte.

Ebenfalls dankte Tielebörger den Feuerwehrkollegen aus Rülzheim, die unterstützend in der Brandnacht anrückten, denm städtischen Bauhof und andere privaten Unternehmen in Kandel, die in Abstimmung sehr gut die Maßnahmen durchführten. Abschließend bedankte sich der Bürgermeister bei den ehrenamtlich Tätigen in den Kulturvereinen und in den Sportvereinen.

Um auch künftig den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden ist Voraussetzung, so der Bürgermeister abschließend, dass nach vielen Diskussionen man doch am gleichen Strang ziehen müsse.

BiKaGe zeigt Präsenz: Prinzenpaar Anne I. und Matthias II. regieren

BiKaGe-Präsident Karlheinz Schöttinger stellte das neue Prinzenpaar der Bienwald-Karnevals-Gesellschaft, Anne I. und Matthias II., der Öffentlichkeit vor. Anschließend erhielten verdiente Sportler aus Kandeler Vereinen Auszeichnungen und drei Schülerinnen wurden für ihre besonderen Leistungen belohnt.

Ehrungen für soziales Engagement

Erstmals in diesem Jahr wurden Mitbürger für ihr besonderes soziales Engagement geehrt. So konnten sowohl Werner Mühl und Franz-Rudolf Kunstmann, stellvertretend für das Helferteam des Seniorenkreises St. Pius, als auch Johanna Röth und Anne Billian, stellverstretend für die Hospitzgruppe Kandel, eine Auszeichnung in Empfang nehmen.

Päckchentour nach Osteuropa

Laura Loreth

Besonders hervorgehoben wurde das Engagement der 16-jährigen Schülerin Laura Loreth aus Kandel, die bereits zum dritten Mal an der Aktion „Kinder helfen Kindern“ teilnahm. Zum Hintergrund: Kinder aus ganz Deutschland packen Weihnachtspäckchen für Kinder, die unter ärmeren Verhältnissen in Osteuropa leben. Dabei kamen kurz vor Weihnachten insgesamt 65.000 Päckchen zusammen, die mit LKWs nach Osteuropa transportiert wurden.

Laura Loreth begleitete die Tour diesmal nach Rumänien. „Auch nach Moldawien wurden Geschenke gebracht, leider bekamen wir für die Ukraine keine Genehmigung“, erklärt Loreth. Vielleicht klappt es ja in diesem Jahr. „Man freut sich einfach mit den Kindern mit, wenn diese die Päckchen auspacken dürfen“, so die Schülerin.

Mit zwei Kurzfilmen zu den Themen Leben und Kultur konnten sich die Besucher auch in bewegten Bildern das Kandeler Gemeinschaftsleben in Erinnerung rufen. Beide Filme werden künftig auf der Internetseite der Verbandsgemeinde zu sehen sein. Mit Titeln wie „Highland Cathedral“ oder „Böhmischer Traum“ wurde die Veranstaltung von der Stadtkapelle Kandel e.V. musikalisch umrahmt. (rt/red)

 

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