Sonntag, 12. Juli 2020

Rathaussturm und Flashmob in Kandel: BiKaGe-Narren entmachten Bürgermeister Tielebörger

11. Januar 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kreis Germersheim, Regional

BiKaGe-Präsident Karlheinz Schöttiger und das Prinzenpaar Anne I. und Matthias II. stürzten den Kandeler Stadtchef Günther Tielebörger.
Fotos und Videos: Licht/pfalz-express.de
Bildergalerie und Videos am Textende

Kandel – Kandels Stadtbürgermeister Günther Tielebörger hatte länger als jeder andere in der Südpfalz seine Macht im Rathaus behalten dürfen. Doch damit war am 11. Januar endgültig Schluss.

Die Narren der BiKaGe, der Bienwald-Karneval-Gesellschaft, besetzten das Alte Rathaus und entmachteten den Stadtchef, der sowohl den Schlüssel als auch die Stadtkasse an das Prinzenpaar Anne I. und Matthias II. übergeben musste.

Der Schlüssel mag Tielebörger schwer gefallen sein, die Stadtkasse hingegen nicht: „Kommt schon, nehmt von der Stadt die Kass´, beim Öffnen werdet ihr ganz blass“, dichtete der Bürgermeister und rückte das leere Stadtsäckel ohne Murren heraus – ganz im Verbrecher-Look gekleidet, getreu dem diesjährigen Kampagnen-Motto: “In BiKaGo werd gschunkelt un gelacht, bis de Al Capone s´ Licht ausmacht”. Bewaffnete Bodyguards der Lebenshilfe Kandel sorgten sicherheitshalber für seinen Schutz.

Karlheinz Schöttinger hatte den Sturz Tielebörgers vorab in seiner Rede bereits angekündigt: „Heute werden wir ´Al Ca-Tiele´ stürzen und ihm sämtliche Gehälter kürzen“, drohte der BiKaGe-Präsident und kündigte eine Sensation an: Das Herrscherpaar werde sich definitiv im Mai den Bürgermeisterwahlen stellen. 1.000 Wählerstimmen seien da mit Sicherheit schon verbucht, meinte der BiKaGe-Oberpate.

Mit drei schweren Dialekten zu ringen habe er, sagte hingegen „Al Ca-Tiele“-Herausforderer und Prinz Matthias II., der im „gelben Land“ geboren sei, bevor man ihm die Pfalz intravenös verabreicht habe. Anschließend sei es „niwwer gegange“ ins Land der Trikolore. Gehorsam erteilte er jedoch sogleich das Wort seiner Gattin und Prinzessin, die ohnehin die ganze Zeit regieren würde.

Die „langbeinige“ Anne I., die sechs Jahre die „Krautwickel“ der BiKaGe trainiert hatte, lobte den fruchtbaren Boden in Lauterbourg – mit Blick auf die drei gemeinsamen Kinder.

Verstärkung erhielten die Rathausstürmer der BiKaGe dieses Mal aus Hördt: Bensi XXVIII., Georg, der 28. Benserobber, kam extra  mit einer Abordnung nach Kandel, um die hiesigen Narren zu unterstützen.

Ein weiteres Novum in der Hauptstraße war der 1. BiKaGe-Flashmob, zu dem Präsident Karlheinz Schöttinger die in großer Zahl erschienenen Bürger aufforderte. Die Garde machte es vor und tanzte zu Swing-Klängen von „Wicky and the Medinights“. Die Kandeler wippten fleißig mit – zu einem wilden Tanz auf der Straße fehlte unter Umständen jedoch ein Schlückchen „Pfälzer Schoppe“.

Den gab es im Anschluss im Foyer des Rathauses – und auch der geschasste Rathauschef Tielebörger war willkommen. (cli)

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