Mittwoch, 21. Oktober 2020

Neues Mähkonzept in der Stadt Annweiler am Trifels – Ausgewogenheit zwischen Natur- und Insektenschutz, Verkehrssicherheit und „gepflegtem Stadtbild“

19. Juni 2020 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Südliche Weinstraße, Regional

Wiesenlandschaft am Stabilakreisel.
Foto: stadt annweiler

Annweiler. Manche haben es in den letzten Wochen bereits feststellen können: Zahlreiche städtische Wiesenflächen wurden nicht gemäht und man fragte sich, ob die Stadt Annweiler nun auch kein Geld mehr für das Mähen der Wiesen hat.

Hintergrund ist der Versuch ein neues Pflege- und Mähkonzepts in der Stadt zu etablieren. Das Konzept und letztlich die Idee dahinter, wurde in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz sowie für Forstangelegenheiten, Bauhof und öffentliches Grün am 17. Juni 2020, vorgestellt.

Die Stadt hat zahlreiche Wiesenflächen in Park- und Grünanlagen, aber auch an den Kreiseln, sowie entlang der Straßen, das sogenannte Straßenbegleitgrün. Ziel war es zunächst, durch einen gegebenen „Mähstop“, den Wiesen die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln und daraufhin eine Analyse vorzunehmen.

Blühende Wiesen in der Markwardanlage.
Foto: stadt annweiler

Bei einer nun durchgeführten Begehung, konnten durch Stadträtin und Ausschussmitglied Frau Dr. Dagmar Lange, gemeinsam mit dem Bauhof, auf Anhieb über 50 unterschiedliche Pflanzenarten entdeckt werden. Besonders erwähnenswert ist, dass auf einer Fläche des Straßenbegleitgrüns, ein Exemplar einer insbesondere in Rheinland-Pfalz gefährdeten Orchidee, der Bienen-Ragwurz, gefunden wurde.

Bienen-Ragwurz im Straßenbegleitgrün in Annweiler
Foto: stadt annweiler

„Dieses tolle Ergebnis spricht für sich und zeigt, dass wir durch den Mähstop und die zukünftige Neukonzeption den Schritt in die richtige Richtung gehen. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir mit Frau Dr. Lange eine enorme Hilfestellung für diese wichtige Aufgabe des Naturschutzes in unserer Stadt haben“, freut sich Stadtbürgermeister Benjamin Seyfried.

In einer nun weiteren Projektphase sollen die Flächen am Ostkreisel, sowie in der Markwardanlage in einem zeitversetzten Turnus gemäht oder vorübergehend ausgewählte Flächen gar nicht gemäht werden, um Tieren, vor allem Insekten durchgehend Nahrung und Lebensraum zu bieten. Ebenso wurde vereinbart, dass das Straßenbegleitgrün zukünftig nur ca. 40 Zentimeter vom Straßenrand, aufgrund der Verkehrssicherheit gemäht wird.

Weiterhin wurde über das angedachte Patenschaftsprogramm „Innenstadtbepflanzung“, sowie die beabsichtigte Teilnahme am bundesweiten Naturstadt-Wettbewerb https://www.wettbewerb-naturstadt.de/ berichtet, welche im Arbeitskreis „Grün“ entwickelt wurden/werden. Coronabedingt, konnten die beabsichtigten Sitzungen nicht stattfinden, diese sollen jedoch in den nächsten Wochen wieder terminiert werden.

 

 

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