Am 1. September 2004 wurde das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ) gegründet. In ihm sind die wissenschaftlichen Regionalbibliotheken Bibliotheca Bipontina in Zweibrücken, Pfälzische Landesbibliothek in Speyer und Rheinische Landesbibliothek in Koblenz mit den Büchereistellen in Koblenz und Neustadt/Weinstraße zusammengefasst.
Das Landesbibliothekszentrum versteht sich als Kompetenzzentrum des Landes für alle Fragen im Bereich der Medien- und Informationsvermittlung und als zentrale Entwicklungs- und Beratungseinrichtung zu bibliotheksfachlichen Fragen
Bibliotheken im LBZ
Der 2006 in Betrieb genommene neue Online-Katalog des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz eröffnet den Zugang zu den Beständen der Bibliotheca Bipontina Zweibrücken, der Pfälzischen Landesbibliothek Speyer und der Rheinischen Landesbibliothek Koblenz als gleichberechtigte Zweigstellen in einer Datenbank.
Mit diesem neuen Katalog ist ein EDV-System entstanden, das erstmals die Bestände der Landesbibliotheken eines Bundeslandes in einem gemeinsamen Katalog mit Selbstbedienungsfunktion anbietet, was eine deutliche Serviceverbesserung für die Kunden der Bibliotheken darstellt. Diese haben die Vorteile des neuen Systems längst erkannt, wie die Bestellzahlen belegen. So wurden 2013 insgesamt 150.198 Medien als Direktbestellungen zwischen den Standorten des LBZ (Zweigstellenbestellungen) bestellt, Mehr als ein Drittel aller Bestellungen kommen bei der Rheinischen Landesbibliothek Koblenz aus den anderen Standorten des LBZ (39 %). Bei der Pfälzischen Landesbibliothek Speyer sind es 22% und bei der Bibliotheca Bipontina Zweibrücken fast drei Viertel aller Bestellungen (70 %). Zusätzlich wird der Service der Fernleihe von den Kunden sehr gut genutzt.
Eine weitere wichtige Neuerung ist das vom LBZ seit 2008 betriebene Internetportal „dilibri“ (www.dilibri.de). „dilibri“ ist die digitalisierte Sammlung von landeskundlichen Werken zu Rheinland-Pfalz sowie von Beständen aus rheinland-pfälzischen Bibliotheken. Zurzeit arbeiten neben den Bibliotheken des LBZ die Universitätsbibliothek Trier und die Stadtbibliotheken in Mainz und Trier aktiv an dem Portal mit. Weitere Institutionen und Vereine aus Rheinland-Pfalz stellen ihre Bestände zur Digitalisieriung und Präsentation in „dilibri“ zur Verfügung. Zur Zeit werden 833.000 Scans in dilibri bereit gestellt.
Interessierte Bürger können in „dilibri“ historische Bestände aus rheinland-pfälzischen Bibliotheken direkt online recherchieren und lesen. Mit „dilibri“ hat Rheinland-Pfalz eine einheitliche Plattform für Bibliotheken, um landesweite Projekte im Bereich der Digitalisierung zu realisieren.
Zusammen mit den drei anderen rheinland-pfälzischen Bibliotheken mit regionalem Sammelauftrag – den Stadtbibliotheken in Mainz und Trier – erstellt das LBZ federführend die Rheinland-Pfälzische Bibliographie. In der Datenbank, die seit 1996 über das Internet zugänglich ist (www.rpb-rlp.de), sind mittlerweile fast 400.000 Literaturhinweise recherchierbar und zum Großteil direkt bestellbar.
Zusätzlich bietet die Rheinland-Pfälzische Personendatenbank mehr als 10.000 Kurzbiographien von bedeutenden Landeskindern (www.rppd-rlp.de).
Seit 2002 sammelt und archiviert das LBZ auch elektronische Publikationen und regionale Webseiten aus Rheinland-Pfalz und stellt sie auf dem Archivserver edoweb (www.edoweb-rlp.de) dauerhaft zur Verfügung.
Der Etat für die Anschaffung von Büchern, Zeitschriften, elektronischen Medien und Datenbanken im LBZ konnte gesteigert werden, so dass der Gesamtbestand der drei Bibliotheken im LBZ nun 1. 864.467 Medieneinheiten beträgt.
Auch Ankäufe wertvoller Antiquaria für das LBZ konnten in den letzten Jahren getätigt werden. Hier seien besonders zu nennen die historischen Rheinlaufkarten aus der Sammlung von Prof. Dr. Fritz Hellwig und der Ankauf von 67 Briefen aus dem Nachlass Johann Georg August Wirth und des persönlichen Exemplars der von ihm herausgegebenen Zeitung ‚Deutsche Tribüne‘. Der überwiegende Teil der Kaufsumme wurde in beiden Fällen von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur übernommen.
Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur unterstützte gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder ebenso den Ankauf des schriftlichen Nachlasses von Max Slevogt durch das LBZ im Jahr 2011.
Büchereistellen im LBZ
Die Büchereistellen des Landesbibliothekszentrums in Koblenz und Neustadt/ Weinstraße sind die Serviceinstitutionen des Landes für die über 1.000 Öffentlichen Bibliotheken, Schulbibliotheken und Leseecken. Sie stehen mit ihrem Fachpersonal den Städten, Gemeinden, Landkreisen und anderen Bibliotheksträgern für Beratung und Auskünfte in allen Büchereifragen zur Verfügung.
E-Medien werden immer wichtiger, wenn es um die Literaturversorgung geht. Daher beteiligen sich immer mehr Öffentliche Bibliotheken in Rheinland-Pfalz am Onleihe-Verbund „onleihe-rlp.de“, den das Landesbibliothekszentrum mit seinen Büchereistellen koordiniert. (red)

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