Donnerstag, 23. Januar 2020

AfD Rheinland-Pfalz feiert 100 Tage Fraktionsarbeit auf dem Hambacher Schloss – Gegendemo unterhalb des Schlosses

29. Oktober 2016 | 7 Kommentare | Kategorie: Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Politik regional, Regional, Rheinland-Pfalz
Pressekonferenz auf dem Hambacher Schloss mit v.l. Pressesprecher Andreas Wondra, Uwe Junge und Frauke Petry. Es singen Meike und Christoph. Fotos: Pfalz-Express/Ahme

Pressekonferenz auf dem Hambacher Schloss mit v.l. Pressesprecher Andreas Wondra, Uwe Junge und Frauke Petry. Es singen „Meike und Christoph“.
Fotos: Pfalz-Express/Ahme

Hambach. „Hinauf zum Schloss“: Diesem Aufruf folgten gestern sowohl AfD-Mitglieder wie auch zirka 200 Vertreter einer Gegendemonstration. Die Polizei sorgte mit einem großen Polizeiaufgebot dafür, dass sich die Kontrahenten nur von weitem sehen konnten.

Presse und Besucher der AfD-Veranstaltung „100 Tage Fraktionsarbeit im Landtag Rheinland-Pfalz“ auf dem Schloss, parkten entlang der Freiheitsstraße. Ausweiskontrollen an mehreren Sicherungsringen der Polizei machten die Brisanz eines möglichen Zusammentreffens deutlich.

Die Chronistin, die einige Pressebilder und Videos der Demo anfertigte, durfte sich selbst durch Rufe wie „Nazis raus“, „Arschloch“, „Komm nur her“, etc. von der Stimmgewalt der Demonstranten überzeugen.

Die fühlten sich von der Fotografin offensichtlich provoziert, beziehungsweise nahmen an, es könne ein AfD-Mitglied sein, welches seinerseits provozieren wolle. Auf spätere Nachfrage des Pfalz-Express erklärten jedenfalls AfD-Mitglieder, sie hätten sicherlich nicht provoziert.

„Harmonie statt Parolen“: So lautete das Motto der etwa 40 Gegendemonstranten, die schon gegen 14 Uhr gemeinsam zum Hambacher Schloss hoch liefen. Über den Tag verteilt fanden sich mehrere hundert Demonstranten ein.

Veranstalter waren das „Regionale Bündnis gegen Rechts Neustadt“, Daniel Würfel vom Musikhof Mußbach und die SPD. Auf dem von der Polizei mit Barrieren gesicherten Schlossparkplatz begann etwa eine Stunde später eine Gegendemo mit Musik. Die Polizei löste sie gegen 21 Uhr auf, da lief die Veranstaltung auf dem Schloss noch. Bis 22 Uhr musste dann der letzte Gast das Gelände verlassen haben.

„Lasst uns zeigen, dass die Wiege der Demokratie bunt ist und wir Parolen mit Harmonie begegnen“, hatten sich die Demonstranten vorgegeben.

Harmonie herrschte im Schloss oben. Das Gesangsduo Meike und Christoph sang das Bürgerlied von 1832 und im Verlauf der gesamten Veranstaltung immer mal wieder patriotische Lieder aus dieser Zeit.

In einer gut besuchten Pressekonferenz im Vorfeld der Veranstaltung informierten die AfD-Fraktionsvorsitzende des sächsischen Landtags und Bundesvorsitzende, Dr. Frauke Petry sowie der Fraktionsvorsitzende der rheinland-pfälzischen AfD-Fraktion, Uwe Junge, über die ersten 100 Tage AfD-Fraktionsarbeit im RLP-Landtag und gaben der Presse auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Wie zum Beispiel: „Warum Veranstaltung auf dem Hambacher Schloss?“ Man wolle damit seine „tiefe Verbundenheit zu Land und Demokratie“ unterstreichen und: „Wir sind die Partei der Realisten und wollen die direkte Demokratie stärken“, so Uwe Junge.

„Wer nötig hat zu schreiben, die AfD bemächtige sich des Hambacher Schlosses, beweist, dass er kein Demokrat ist“, sagte Frauke Petry.

Eine Stunde später wurde die Veranstaltung offiziell durch Uwe Junge eröffnet. Er gab einen Powerpoint-Überblick über die AfD-Fraktionsarbeit im Landtag. „Wir arbeiten mit Idealismus und Freude in der Fraktion zusammen“, so Junge.

Man habe schon mehr als 120 kleine Anfragen gestellt und etliche Debatten angeregt. Man wolle eine „renitente Opposition“ sein und den „offenen Schlagabtausch“ mit den anderen Parteien. Junge gab dafür auch Beispiele wie „Flughafen Hahn“, „Ceta“ oder „DITIB“.

In einer sich anschließenden Podiumsdiskussion sprachen die AfD-Landtagsabgeordneten Joachim Paul, Matthias Joa und Friedrich Wilhelm Servaty, stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbands Bad Kreuznach, über Moscheebau in Rheinland-Pfalz und DITIB im Besonderen.

Man habe den „Prunkbau mit Herrschaftscharakter“ in Bad Kreuznach stoppen können, so Servaty. Im Fall Germersheimer Moscheebau ruhe der Bau, man habe jedoch „keine klare Situation“, so Matthias Joa. DITIB sei eine „straff geführte Kaderorganisation“ und kein „normaler Moscheebauverein“, resummierte Joachim Paul.

Man wolle im Übrigen die Förderwürdigkeit der DITIB-Jugend sowie einen Comic, der das Märtyrertum verherrliche, im Landtag ansprechen.

In der Pause gaben Abgeordnete und Referenten in sieben Gesprächskreisen Auskunft zu ihrer parlamentarischen Arbeit im Landtag RLP.

Frauke Petry, die unter großem Applaus mit der Nationalhymne in den Saal einzog, und auch Uwe Junge sprachen über die Historie des Hambacher Schlosses und beleuchteten politische Themen, die die Partei zur Zeit bewegen.

Man ist sich, zumindest bei der AfD, einig: „Die Zeit für einen Politikwechsel ist gekommen“. (desa)

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7 Kommentare auf "AfD Rheinland-Pfalz feiert 100 Tage Fraktionsarbeit auf dem Hambacher Schloss – Gegendemo unterhalb des Schlosses"

  1. Erhard Keller sagt:

    Rufe wie „Nazis raus“, „Arschloch“, „Komm nur her“……. genau aus der SPD-Ecke, die noch vor wenigen Wochen in Dresden sich über ähnliche Worte zu den GROKO-Eliten medienwirsam mokiert haben.

    Scheinheilige, linke Plärrer.

    ————————————-

    Die Feier war informativ, gut organisiert und Herr Paul vom Landesvorstand hat versprochen, dass das nicht die letzte Feier auf dem Hambacher Schoss war.

    Gut so!

  2. Danny G. sagt:

    Die SPD hat doch gerade mit sich selbst zu tun. Herr Maas rudert doch aktuell rückwärts nach olympischem Gold in der Disziplin „Kinderehen“.

  3. Andreas sagt:

    Es sagt viel über die Geisteshaltung der „Linken“ und die politische Kultur in unserem Land in diesen Zeiten aus, wenn eine demokratische Partei nur unter massivem Polizeischutz eine genehmigte Veranstaltung abhalten kann.

    Mit den üblichen Winkelzügen ist es den sogenannten „Sozialdemokraten“ zum Glück nicht gelungen, der AfD die rechtmäßige Nutzung des Hambacher Schlosses – das allen Pfälzern gehört – nicht nur den „Roten“ -zu verwehren. Da blieb den Genossen eben nichts anderes übrig, als Parteigelder in die Hand zu nehmen und ein paar „Demos“ zu organisieren.

    Die Videos zeigen dann auch deutlich das Niveau der Demonstranten. „Harmonie statt Parolen“ klingt eher wie die Losung des Chinesischen Volkskongresses. Parolen hört man in den Videos allerdings dann doch nur von den Linken. Eier sollen ja auch aus den Reihen dieser „friedlichen“ Demonstranten geflogen sein.

    „Regionales Bündnis gegen Rechts Neustadt“? Rechtsradikal oder Rechtsextrem hätte ich ja noch verstanden. Das lehnt die AfD auch ab. Besser hätte es wohl geheißen: „Regionales Bündnis für Links Neustadt – wir dulden keine abweichende Meinung“. Wo man keine Argumente mehr hat, bleibt eben nur der Lautsprecher, die rote Fahne und das Trillerpfeifchen.

    Die AfD ist gekommen, um zu bleiben.

  4. Marlies Wildberg sagt:

    In Zeiten einer linken Gesinnungsdiktatur und einem Verfall von Normen und Werten bleibt einem aufrechten Demokraten eigentlich nur noch der Weg in die AfD. Die Tagung auf dem Hambacher Schloss hat dieser Partei den würdigen Rahmen gegeben. Alle Zweifler und Verunsicherten mögen sich mit dem Parteiprogramm der AfD auseinandersetzen und dann entscheiden, welche Behauptungen und Diffamierungen seitens vieler Medien und der bewusst Vorurteile streuenden „Politelite“ haltbar sind und welche nicht. Wenn der „Main-Stream“ die Kritik am politischen Islam sowie an einer unkontrollierten Einwanderung mit Rassismus betitelt, dann sieht man schon, mit welchen perfiden Methoden gearbeitet wird, um politische Pfründe zu sichern und die eigene Ideologie durchzusetzen. Selbstverständlich ist diese „Elite“ auch empört, wenn man deren Steuerverschwendung und Familienzerstörungspolitik kritisiert, aber im Interesse der Menschen in unserem Land ist dieses notwendig.

  5. Achim Wischnewski sagt:

    Noch mal einen aufrichtigen Dank an die PEX-Redaktion für den guten Bericht.

    Die Rheinpfalz hatte nur ausführlich Platz für die linksradikale Pöbel-Demo gehabt.
    Selbst heute, am Montag danach – keine einzige Zeile über die AfD-Tagung auf dem Hambacher Schloss.

    Daher mein Aufruf:
    RHEINPFALZ KÜNDIGEN!
    Weg mit der Lügenpresse!

  6. Philipp sagt:

    Die „Nicht-AfD-Parteien“ haben mit Ihrer Überzeugungsarbeit zwar lange gebraucht, aber letztendlich bei mir jetzt doch etwas erreicht:
    Wenn die nicht endlich mit Ihrer Politik gegen das Wohl der Bevölkerung aufhören und sich nicht bald wie Demokraten benehmen können, werde ich bei der nächsten Wahl wohl mein Kreuzchen bei der AfD machen.

  7. Tobi sagt:

    Ahnemüller ist aus der Fraktion draussen, sein Anwalt bemängelt das Denunziantentum!

    Die AfD ist immer wieder für Lacher gut

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