Mittwoch, 16. Oktober 2019

Junge Union Kreis Germersheim: Politik und Weinprobe in besonderem Ambiente

22. Mai 2014 | 2 Kommentare | Kategorie: Allgemein, Politik regional

JU-Kreisvorsitzender Thorsten Rheude berichtete rund um das Wahlgeschehen.
Fotos: v. privat

Kandel – Am 15. Mai veranstaltete die Junge Union Gemeindeverband Kandel zusammen mit dem JU Kreisverband Germersheim eine politische Weinprobe im Kulturkeller in Kandel.

Durch die Weinprobe führte die ehemalige Weinprinzessin Sabine Winkler aus Steinweiler. Neben der Verkostung von sechs Weinen aus verschiedenen Weingütern von Kandel und Steinweiler wurde für das Wohl der mehr als zwanzig Gäste mit Pfälzer Hausmacher und Bauernbrot gesorgt. Dazwischen berichtete der JU-Kreisvorsitzende Thorsten Rheude von verschiedenen politischen Themen rund um die Europawahl, vor allem aber der Kommunalwahlen.

Immerhin stellt auch die Junge Union Bewerber für die kommunalen Gremien, mit Sabine Winkler, Tobias Tolkmitt und Maximilian Gerhold gehen gleich drei junge Kandidaten für den Verbandsgemeinderat ins Rennen. Darüber hinaus stellt sich die Vorsitzende der JU Kandel, Rita Steiner, für den Kreistag Germersheim zur Wahl.

Die Besucher waren mit dem Abend rund herum zufrieden, auch die Wahl der „Location“ war mehr als passend. Der Kulturkeller mit seinem gewölbeartigen Raum erinnert an einen Weinkeller eines alten Weinguts. (jm)

 

 

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2 Kommentare auf "Junge Union Kreis Germersheim: Politik und Weinprobe in besonderem Ambiente"

  1. Max Risser sagt:

    Hallo liebe JU,

    ich finde es ja toll, das ihr euch für Radwege, Parkplätze etc. einsetzt.
    Aber was sagt ihr zu Themen wie

    – Immer extrem werdender EU-Zentralismus
    – Wollt ihr einen EU Superstaat
    – Wollt ihr immer weitere Einwanderung, ohne Rücksicht auf Kultur, Herkunft, Religion, Qualifikation der Einwanderer?
    -Was sagt ihr zu der absolut gescheiterten „Integration“ in Germersheim? Mittlerweile haben dort viele Kindergärten mehr als 90 % Migrantenanteil
    -Kann Integration überhaupt noch funktionieren, wenn die Deutsche Bevölkerung in die Minderheit gerät?

    Ich hätte einen Riesenrespekt, würdet ihr auch mal „problematische“ Themen ansprechen…

    VG Max Risser

    • Lieber Max Risser,

      als Germersheimer und als JU-Kreisvorsitzender möchte ich gerne auch die „problematsichen“ Themen ansprechen:

      Was sagen wir zu
      – Immer extrem werdender EU-Zentralismus
      – Wollt ihr einen EU Superstaat?

      Die Europäische Union ist für mich ein Erfolgsprojekt, das es weiter zu bewahren gilt und dessen Akzente in den nächsten Jahren immer wieder neu gesetzt werden müssen. Die JU begrüßt es, dass es den Euro gibt und dass wir ohne Währungstausch in Griechenland, Spanien, Italien, Frankreich oder z.B. Estland reisen können, aber auch dass unsere Wirtschaft davon profitiert und sich nicht in Spekulationen auf Wechselkurse verfängt, wie das vor dem Euro mehrfach geschah.
      Gleichzeitig begleiten wir kritisch, dass die unterschiedlichen Sozialsysteme aktuell teilweise gegeneinander ausgespielt werden (können). Wir sind entsprechend für tragfähige Absprachen und eine Harmonisierung der Sozialsysteme ohne eine europaweit einheitliche Regelung zu fordern. Die Nationalstaaten wissen durchaus, wie vor Ort Bedürfnisse sind und können und müssen gleichzeitig noch viel voneinander lernen. Den Kurs unserer Kanzlerin unterstützen wir in dieser Hinsicht vollkommen: So lange Staaten alles im Griff haben, muss sich niemand einmischen. Sobald Staaten (finanzielle) Hilfe benötigen, sollen sie diese bekommen. Im Falle von finanziellen Hilfen allerdings auch mit den entsprechenden Auflagen.
      Harmonisierung und Absprachen sollte es darüber hinaus in weiteren Bereichen geben, so könnten z.B. gemeinsame Mindeststeuern den Ländern weiterhin die Möglichkeit geben regionale Akzente zu setzen und gleichzeitig das Ausspielen von Landstrichen gegeneinander vermieden werden. Wir wollen also keinen „EU Superstaat“ sondern ein subsidiäres Europa, in dem die Nationalstaaten miteinander kooperieren und gemeinsame Regeln treffen. Die Bestimmung des Gurkenkrümmungsradius durch die EU braucht niemand und entsprechend wurden und werden die EU-Richtlinien auch immer wieder auf Sinnhaftigkeit überprüft und – wie im Falle der Gurke – auch wieder abgeschafft.
      (weitere Aspekte findet man z.B. auch im Standpunkt unseres Kreisvorstandsmitgliedes Maximilian Gerhold: http://www.ju-kreis-ger.de/?p=2363)

      Was sagen wir zu:
      – Wollt ihr immer weitere Einwanderung, ohne Rücksicht auf Kultur, Herkunft, Religion, Qualifikation der Einwanderer?
      -Was sagt ihr zu der absolut gescheiterten “Integration” in Germersheim? Mittlerweile haben dort viele Kindergärten mehr als 90 % Migrantenanteil
      -Kann Integration überhaupt noch funktionieren, wenn die Deutsche Bevölkerung in die Minderheit gerät?

      Als Germersheimer sehe ich das angesprochene Problem nicht wirklich. Es stimmt wohl, dass wir in den Kindertagesstätten und Schulen eine hohe Migrationsquote haben. Es stimmt auch, dass wir in der Stadt einen hohen Anteil an Migrantinnen und Migranten haben. Laut Statistik sind in der Stadt Germersheim gar über 100 Nationen vertreten. Ein Problem kann ich dabei jedoch nicht erkennen und schon bei der Definition von Migranten stutze ich jedes Mal aufs Neue. Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählen „alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“. Wir haben in den 60er Jahren vor allem türkische und italienische Gastarbeiter zu uns gebeten, weil wir ihre Hilfe benötigten. Wir haben sie als Gäste eingeladen und leider viel zu lange nicht als solche gewürdigt. Mittlerweile ist für sie das Gastland Heimatland geworden und „die Einheimischen“ haben in regelmäßigen Abständen nichts besseres zu tun als darüber zu diskutieren, welche Probleme es gibt, statt die Vielfalt und die Chancen zu sehen. Ich esse gerne italienisch, griechisch, chinesisch, spanisch oder türkisch. In Germersheim alles vertreten und Ausdruck der Vielfalt.
      In Germersheim hat sich der Türkische Elternverein gegründet, der sich mit allerlei kreativer Aktionen in das Germersheimer Leben integriert und Straßenfeste bereichert. Es gibt den FV Türkgücü, der über den Sport Integration voranbringt. Es gibt die Cameroonian Community of Germersheim, die sich aus Dankbarkeit für die Gastfreundschaft und die Bildung, die sie in Germersheim erfahren durften nun wieder für die Bildung von Kindern – unabhängig von der Nationalität an den Grundschulen von Germersheim – einsetzen und soziale Projekte unterstützen. All diese Vereine können nur beispielhaft genannt werden. Wenn ich die Reihe fortsetzen wollte, müsste ich auch den Verein Interkultur aufzählen; den Bund der Vertriebenen, die Landsmanschaft der Russlanddeutschen – die schon immer deutsch waren und hier als Ausländer belächelt werden -, aber auch die vielen Vereine, denen man es nicht am Namen ansieht, dass hier Integration geschieht. In der Katholischen Jungen Gemeinde sind ganz selbstverständlich auch Muslime Mitglied. Die Liste der Beispiele ist unendlich lang…
      Dem Argument „warum gehen die dann nicht in deutsche Vereine?“ möchte ich hier ebenfalls gleich vorbeugen: Weil ich als Sondernheimer auch Wert darauf lege, nicht nur Germersheimer zu sein, sondern eben Sondernheimer. So kann ich gut verstehen, dass Ali eben türkischstämmig ist und dennoch Deutscher und Ljudmyla die urkainische Sprache ihrer Vorfahren nicht verlernen möchte, so wie ich das pfälzische und Hochdeutsche meiner Eltern beherrsche. Pfälzer haben in München ja auch einen Verein der Exilpfälzer und Schwaben einen Verein der Schwaben in Berlin gegründet. Warum sollten das nicht auch andere Nationen haben dürfen?
      Natürlich darf man auch vor Einzelfällen die Augen nicht verschließen. In jeder Nation und in jeder Kultur gibt es familiäre Probleme, gibt es Jugendliche, die gewalttätig werden. Ich kämpfe hierbei allerdings dafür, keine Vorverurteilung vorzunehmen und keine Stigmata zu verbreiten. Bei „den Deutschen“ gibt es auch schwarze Schafe.
      Damit Integration in Zukunft noch besser gelingen kann, müssen die Anforderungen und gleichzeitig auch die Angebote klarer geregelt werden. Dabei steht der Erwerb von Sprache maßgeblich im Mittelpunkt. Dass dies aber kein Hindernis sein kann, erlebt man wohl am krassesten in Ludwigshafen. Dort macht eine offensichtlich türkischstämmige Oma den Mund auf und spricht breiteres Pfälzisch als das viele „Deutsche“ könnten.
      Weil aber der Spracherwerb so wichtig ist, fordert die JU im Kreisverband Germersheim z.B. ein verpflichtendes Kindergartenjahr für alle Kinder. Dann können bei Kindern mit Migrationshintergrund Defizite falls vorhanden behoben werden und bei Kindern ohne Migrationshintergrund eben auch. Als Lehrer kann ich dir berichten, dass ich mehr Kinder ohne Migrationshintergrund, dafür mit Sprachfehler in meiner 5. Klasse habe, als Kinder mit Migrationshintergrund ohne auch nur ansatzweise beeinträchtigte Sprache.

      Kurzum: Kultur lerne ich gerne kennen, auch und vor allem Kulturen, die ich noch nicht kenne. Das kann ostfriesische Kultur dann genau so sein, wie Lettische, Estnische oder Dänische. Herkunft ist mir entweder egal, oder ich finde es spannend, weil ich neue Mentalitäten kennen lernen kann. Religion empfinde ich als wichtigen Schlüssel zueinander, denn die aller meisten Grundwerte sind bei den Religionen gleich und die Werte, die nicht gleich sind, laden zum Dialog ein. Ich lebe meine Religion als überzeugter Katholik und bin teilweise fasziniert, wie fest der Glaube von befreundeten Muslimen sein kann. Mein Glaube ist dagegen teilweise klein und war schon mehr als ein Mal am Wanken. Und zuletzt zur Qualifikation: Ich kam auch als nichts-wissendes Baby auf die Welt. Wer nicht?

      viele Grüße
      Thorsten Rheude

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