Mittwoch, 02. Dezember 2020

Jahreshauptübung: Feuerwehren in Jockgrim proben den Ernstfall

25. September 2013 | Kategorie: Kreis Germersheim

Für Nachwuchs ist weiter gesorgt: Bürgermeister Uwe Schwind (rechts) verpflichtet zwei Neuzugänge. v. re. Max Gröschel, Marian Guttenbacher, Wehrleiter Hans-Jürgen Lugscheider, Wehrführer Daniel Metzger.
Foto: jock

Jockgrim – Die Jahreshauptübung der Feuerwehren fand in diesem Jahr im Zehnthaus Jockgrim statt.

Die besondere Herausforderung für die Brandbekämpfung im Zehnthaus besteht in der Lage des Gebäudes im Hinterstädtel von Jockgrim. Der rückwärtige Bereich des Hauses ist nicht zugänglich, in der engen Ludwigstraße ist wenig Platz für die Feuerwehreinsatzfahrzeuge und es verläuft nur eine Wasserleitung durch die Straße. Ein Brand könnte sich rasant schnell auf die Nachbargebäude ausbreiten.

Das realistische Übungsszenario, das vom Jockgrimer Wehrführer Daniel Metzger geplant wurde, ging von einem Küchenbrand im rechten Gebäudeflügel des Erdgeschosses während einer Veranstaltung mit 50 Gästen aus. Durch die schnelle und starke Rauchentwicklung wurde den Gästen im verwinkelten Gebäude teilweise der Rettungsweg versperrt. Die Feuerwehr wurde um 18 Uhr durch die Brandmeldeanlage und durch Handdruckmelder alarmiert. Der unter Schock stehende Koch der Veranstaltung konnte bei Eintreffen der Jockgrimer Feuerwehr keine genauen Angaben machen, wie viele Personen sich noch im Gebäude befanden.

Rauch quillt aus dem Gebäude.

Der Jockgrimer Zugführer Volker Reiß übernahm die Einsatzleitung vor Ort. Eine der ersten Maßnahmen war die großräumige Absperrung der engen Ludwigstraße für die großen Löschfahrzeuge und den Rettungsstützpunkt des DRK. Für eine schnelle Brandbekämpfung wurde eine zusätzliche Wasserversorgung zu einem weiter entfernt gelegenen Hydrant am Torberg aufgebaut. Über die Drehschubleiter und über tragbare Leitern wurden verletzte Personen, unter anderem auch ein Atemschutzträger der Feuerwehr, aus dem Haus gerettet.

Mit einem Überdrucklüfter wurde für eine zügige Entrauchung des Gebäudes gesorgt. Ein weiteres Augenmerk lag auf der Umsetzung einer optimalen Funkstrategie. Insgesamt waren 100 Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehren aus Jockgrim, Hatzenbühl, Neupotz, Rheinzabern und Wörth im Einsatz.

Bei der anschließenden Manöverkritik im Ziegeleimuseum bedankte sich Wehrleiter Hans-Jürgen Lugscheider bei allen beteiligten Feuerwehrleuten und den DRK Ortsverbänden aus Jockgrim, Neupotz und Rheinzabern sowie bei der Verbandsgemeindeverwaltung und der Ortgemeinde Jockgrim für die Unterstützung. Aufgrund der erschwerten Bedingungen sei die Übung in diesem Jahr auf besonderen Wunsch von Ortsbürgermeister Jörg Scherer im Altort von Jockgrim gemacht worden, denn in der Vergangenheit habe es sich immer wieder gezeigt, dass diese Übungen sehr hilfreich sind, um sich auf den Ernstfall einzustellen.

Der Vorsitzende des Regionalfeuerwehrverbandes Vorderpfalz, Hans-Georg Balthasar, nannte die Übung einen vollen Erfolg, denn das Zusammenwirken aller Beteiligten in der Krisensituation habe hervorragend geklappt. Bürgermeister Uwe Schwind zeigte sich beeindruckt davon, wie echt die gesamte Übungssituation gewirkt habe, unter anderem auch durch die schauspielerische Leistung der Personen, die Verletzte dargestellt hätten.

Noch relevanter wie diese Übungen seien allerdings die Echteinsätze im Interesse der Bevölkerung der Verbandsgemeinde Jockgrim. Gerade in den letzten Wochen habe die Feuerwehr der Verbandsgemeinde Einsätze erlebt, die vom Grad der physischen und psychischen Belastung enorm hoch gewesen seien. Er verwies auf einen Gebäudebrand in Jockgrim, einen schweren Verkehrsunfall in Rheinzabern auf der Umgehungsstraße nach Neupotz und – besonders tragisch – auf einen Unfall mit einem PKW, der in den Baggersee bei der B 9 Höhe Neupotz rollte und bei dem eine Person ertrank.

Nach der Überzeugung von Schwind ist es aus diesem Grund durchaus berechtigt, von heldenhaftem Verhalten zu sprechen. Die Feuerwehr lebe von Menschen, die bereit seien, Mut und Zivilcourage einzubringen. Er freue sich deshalb besonders, dass mit Marian Guttenbacher und Max Gröschel zwei weitere junge und engagierte Feuerwehrleute in Jockgrim gewonnen werden konnten. (red)

Rettung mit der Drehleiter.

 

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