Südpfalz – In der aktuellen Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht sieht der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Thomas Hitschler (SPD) ein „hausgemachtes Problem der Union“.
„Die Aussetzung wurde im Jahr 2011 durch den aufstrebenden Minister Guttenberg in einer Nacht- und Nebelaktion ohne ein belastbares Konzept für den Freiwilligendienst ausgesetzt“, so Hitschler.
Damalige Strukturen im Bereich der Ausbildungskapazitäten seien ersatzlos gestrichen worden. Die Ausbildungskapazitäten, die für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht notwendig seien, „können nicht von heute auf morgen geschaffen werden“, betont Hitschler, der auch für den SPD-Parteivorstand Beauftragter für die Bundeswehr ist.
Die Bundeswehr brauche für die aktuellen Herausforderungen Spezialisten, eine gute Ausrüstung, moderne Infrastruktur und gute Führung. „Mit neuen Nebelkerzen ist ihr nicht geholfen“, sagt Hitschler. In der Summe sehe er in der Wiedereinführung der Wehrpflicht kaum einen sicherheitspolitischen Nutzen. Eine erneute Strukturreform würde die Bundeswehr für eine ganze Weile lahmlegen. „Und genau das können wir uns gerade überhaupt nicht leisten“, so Hitschler.
Auch im sozialen Bereich sieht Hitschler eine allgemeine Dienstpflicht kritisch: „Unsere Zivilgesellschaft ist äußerst engagiert und es gibt so viele Angebote wie nie zuvor. Hier müssen wir weiter Anreize schaffen und Menschen motivieren, diese Angebote anzunehmen.“

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Berufssoldat André Wendt:
Heute, sieben Jahre nach Aussetzung der Wehrpflicht und einer kaputt gesparten Bundeswehr, bedarf es deshalb neuer Konzepte für die nationale Sicherheit.
Die Altparteien haben keine Lösungen und verstecken sich hinter rechtlichen Scheindebatten. Einzig und allein die AfD fordert die sofortige Wiedereinführung der Wehrpflicht, welche auch einen hohen gesellschaftlichen Wert besitzt. Wenn beispielweise Katastrophenfälle eintreten, können Wehrpflichtige Polizei und Katastrophenschutz aktiv unterstützen.
Zeit für Veränderungen!
Da können sie doch gleich zu THW, Feuerwehr oder DRK, erst das morden lernen (hoher Gesellschaftlicher Wert Sic!) und dann als Lebensretter eingesetzt werden, klingt für mich nach Thema verfehlt.
Leider greift der Ansatz die aktuelle Debatte um eine allgemeine Dienstpflicht mit Einführung der Wehrpflicht gleichzusetzen hier nicht. Unter vielen Aspekten ist der Wehrdienst nur einer davon.
Man sollte die Diskussion doch sachlich führen und nicht mit mehr oder weniger polemischen Aussagen verzerren.
In einer Zeit in der Egoismus und Individualismus zu, und bisher anerkannte gesellschaftliche Werte abnehmen, könnte ein verpflichtender Dienst an der Allgemeinheit – wie auch immer dieser in der Praxis ausgestaltet werden mag – ein Element sein, das unsere Gesellschaft zusammenhält.
Man sollte diese Diskussion etwas unaufgeregter und sachlicher zu führen und sich erst nach Einbeziehung und Abwägung aller Argumente eine abschließende Meinung bilden.
Herr Becker, sehr gut geschrieben.
Allerdings sollte diese Dienstpflicht Männer und Frauen gleichermaßen treffen, nicht wie früher der Wehr- und Zivildienst, den nur Männer ableisten mussten. Sie verloren (je nach Jahrgang) zwischen 18 und 12 Monate Zeit, in der Frauen studieren oder eine Ausbildung beginnen konnten. Und ich denke, eine Dienstpflicht, der auch einen Dienst innerhalb der Verteidigungskräfte mit einer Ausbildung an der Waffe nicht zum Schaden der Gemeinschaft sein kann, denn diese Leute können im Extremfall als Reservisten zur Waffe gerufen werden. Und es wird irgendwann einmal in dieser Welt erneut so krachen, dass das notwendig werden wird.
Da sind wir einer Meinung !
Möglicherweise finden über eine allgemeine Dienstpflicht viele junge Leuten den Weg in Berufe mit Personalmangel wie beispielsweise der Sozial- oder Pflegebereich.
Denkbar ist auch, dass der Mangel an Freiwilligen bei er Bundeswehr abgemildert werden könnte. So sehr wir uns alle eine Welt ohne Militär wünschen, müssen wir doch dafür sorgen, dass wenigstens die Staaten, die humanistische und zivilrechtliche Werte vertreten, diese auch verteidigen können.
Übrigens hatte ich während meines 15monatigen Grundwehrdienstes in den 80ern nicht eine Sekunde das Gefühl das „Morden zu lernen“. Auch hat er mich nicht davon abgehalten, mich in diversen Bereichen ehrenamtlich zu engagieren.