München – Im Sommer ist definitiv Schluss für Jupp Heynckes als Trainer des FC Bayern München – und zwar im Sommer 2018, und nicht erst ein Jahr später, wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß das vor einer Woche überraschend in den Raum gestellt hatte.
„Ich mache es bis zum 30. Juni“, sagte Heynckes der „Süddeutschen Zeitung“. „Ich bin zwar fit, es macht mir Spaß“, sagte er, „nur: Man weiß nie, wie viel Zeit man noch hat, sein Leben zu genießen.“
Er sei nun 72, da sei „die eigene Lebenserwartung nicht mehr so üppig“, so der Bayern-Trainer. „Ich sehe auch, wie viele Weggefährten in meinem Alter schon gegangen sind.“
Heynckes, der sich eigentlich schon nach dem Gewinn der Champions League im Sommer 2013 mit dem FC Bayern in den Ruhestand verabschiedet hatte und auf einem Bauernhof am Niederrhein wohnt, lebt nun in München im Hotel. „Wenn ich spät nach Hause komme, ist da niemand“, sagte er. „Für eine gewisse Zeit geht das, aber das ist nicht das Leben, das man sich wünscht.“
Uli Hoeneß und Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatten Heynckes zu den Bayern zurückgeholt, nachdem der Klub Ende September nach einem 0:3 bei Paris Saint-Germain den Trainer Carlo Ancelotti entlassen hatte.
Zunächst war Heynckes` Rückkehr als „Freundschaftsdienst“ klar bis Saisonende begrenzt. Zuletzt hatte Hoeneß allerdings die naheliegende Frage nach einem Nachfolger für den 72-Jährigen als „respektlos“ zurückgewiesen. Und am Rande der Jahreshauptversammlung des Klubs am vergangenen Freitag hatte Hoeneß überraschend erklärt, er halte es für „möglich“, dass Heynckes noch ein Jahr dranhänge.
Mit Heynckes selbst war dieser Vorstoß nicht abgesprochen gewesen. „Ich bin Ulrich nicht böse“, so Heynckes. Uli Hoeneß sei eben ein emotionaler Mensch. „Vorher hat er mit dem FC Bayern gelitten, der Klub ist ja sein Kind. Seit acht Wochen hat sich nun viel zum Guten verändert, jetzt hat Uli ein Glücksgefühl, ist happy. Dann kommt diese Mitgliederversammlung, und dann äußert er sich eben entsprechend.“
Er sei davon überzeugt, dass unter seiner Führung „die Erfolgsstory weitergeht“, so der Trainer. Er traue seiner Mannschaft zu, auch in der Champions League sehr weit zu kommen. „Das ist der Anspruch des FC Bayern. Es sind aber immer mehr Top-Teams dabei wie Paris oder Manchester City, die mit Fremdmitteln aufrüsten, mit nicht selbst erwirtschaftetem Geld. Da ist schwer gegen anzukommen. Aber wenn bei uns alle gesund sind, werden wir sehr kompetitiv sein.“ (dts Nachrichtenagentur)

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