
Welche Heizung ist die Richtige?
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Jetzt ist es freilich schon zu spät, um sich über eine neue Heizungsanlage mitsamt den dahinterstehenden Verfahren und Technologien auseinanderzusetzen. Dafür ist nun beinahe die perfekte Zeit, um sich schon einmal übers Heizen im kommenden Jahr Gedanken zu machen.
Zwar scheint es häufig so, als wolle der Klimawandel kühle Temperaturen hierzulande abschaffen, dennoch ist absolut sicher, dass irgendwann wieder »der Winter kommt«. Und jeder ist gut beraten, sich heute schon zu überlegen, welche Heizung dann das Haus wärmen soll. Aber welche Möglichkeiten gibt es und worin liegen die einzelnen Vor- und Nachteile? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal an.
Die Ölheizung
Der Name erinnert an die Vergangenheit, doch die Ölheizung ist weiterhin präsent. Dabei haben die heutigen Modelle kaum noch etwas mit der ursprünglichen Variante gemeinsam. Grundsätzlich bietet die Ölheizung eine gewisse Unabhängigkeit, erfordert vom Besitzer aber auch Eingeständnisse:
– Öltank – im Keller oder im Außenbereich des Hauses muss ein Öltank aufgestellt werden. Dieser lässt sich nicht einfach »im Internet besorgen«, sondern muss von einer Fachfirma stammen und gewissen Maßstäben genügen. Damit auslaufendes Öl nicht ins Grundwasser sickert, sind die Tanks doppelwandig und müssen im Regelfall auf einer speziellen Bodenoberfläche stehen, die das Absickern von Öl verhindert.
– Platzbedarf – der Tank nimmt freilich Raum ein. Grundsätzlich ist die Aufstellung im Keller möglich, allerdings muss sichergestellt sein, dass der Tank im Ganzen hineingebracht werden kann – und natürlich befüllt werden kann.
Vorteilhaft an dieser Heizung ist, dass Heizungsbesitzer nicht an einen festen Lieferanten gebunden sind, sondern jährlich einen Vergleich der Ölpreise anstellen können. Auf diese Weise ist es möglich, gutes Geld zu sparen. Und zur Heizung:
– Anschaffung – die Anschaffungskosten der Heizungsanlage liegen meist bei unter 10.000 Euro, sofern nicht größere Umbaumaßnahmen stattfinden müssen.
– Betriebskosten – trotz Vergleich sind Ölheizungsbesitzer stets von den Ölpreisen abhängig und müssen diese im Auge behalten. Die Preisentwicklung ging in den vergangenen Jahren zunächst nach unten, doch kann der Ölpreis wie in diesem Jahr schnell steigen. Auf Portalen wie heizöl.de können Verbraucher sich regelmäßig einen Überblick verschaffen und somit möglichst günstige Anbieter finden. Ansonsten muss der Kessel regelmäßig professionell gewartet und gereinigt werden.
– Kombination – eine Ölheizung kann mit anderen Heizungsanlagen und Energielieferanten kombiniert werden.
Die Gasheizung
Hier stehen, je nach Wohnort, zwei Möglichkeiten offen. So kann die Gasheizung direkt an die Fernwärme angeschlossen werden, wodurch ein Tank entfällt. Der Nachteil bei dieser Variante ist, dass sich Heizungsbesitzer zumeist fest an den örtlichen Gasanbieter binden müssen. Hinsichtlich der Gasversorgung ist es in diesem Fall nämlich nicht so, wie mit Stromanbietern oder Telekommunikationsleitungen. Gasleitungen werden selten an Dritte weitervergeben. Dieses Problem besteht natürlich nicht, wenn die Gasheizung mit einem eigenen Gastank betrieben wird:
– Tank – auch hier gibt es spezielle Regelungen rund um den Tank. Der Gastank muss zugelassen sein, standfest und sicher stehen. Die meisten Gasbehälter werden außerhalb des Hauses platziert, was natürlich Platz im Garten oder in der Einfahrt wegnimmt.
– Lieferung – sobald ein Tank vorhanden ist, können Heizungsbesitzer einen Preisvergleich starten und schauen, wo sie günstiges Gas erhalten. Die Gaspreise orientieren sich dabei mit an den Ölpreisen. Doch Vorsicht: Wird der Tank direkt von einem Lieferanten bereitgestellt, besteht oft eine Bindung an diesen.
– Anschaffungskosten – die Anschaffungskosten einer Gasheizung sind vergleichsweise günstig. Zwischen 6.000 und 9.000 Euro fallen zumeist an.
– Betriebskosten – Heizung muss regelmäßig gewartet werden, die Preise hängen von den Rohstoffpreisen ab.
Generell ist die Gasheizung umweltfreundlicher und sondert weniger CO2 ab.
Solarthermie und Solarenergie
Diese beiden Optionen empfehlen sich ebenfalls, wenn auch die meisten Hausbesitzer die Solartechnik zusätzlich verwenden. Das liegt zumeist daran, dass Solarpaneele auf eine deutliche Sonneneinstrahlung angewiesen sind, die nun mal in den Wintermonaten nicht gegeben ist. Daher wird die Solarenergie auch eher zur Stromerzeugung genutzt und stellt mitunter den Betriebsstrom der eigentlichen Heizungsanlage her. Bei der Solarthermie wird durch die Sonneneinstrahlung eine Flüssigkeit unterhalb der Paneele erhitzt, die wiederum Wasser in einem Heizkessel erwärmt. Grundsätzlich gilt:
– Anschaffungskosten – bis zu 10.000 Euro, abhängig von der Größe und Art.
– Besonderheit – Solarenergie und Solarthermie ist hierzulande ausschließlich in Kombination mit anderen Heizungen möglich. Auch die Bauweise und der Standort des Hauses tragen zur Nutzungsmöglichkeit bei. In Tälern gelegene Häuser fallen teils selbst im Sommer zu häufig in den Schatten.
– Umwelt – die Heizung ist freilich sehr umweltfreundlich, da sie selbst auf fossile Brennstoffe verzichtet. Da jedoch eine weitere Hauptheizung vorhanden sein muss, kann sich dieser Effekt erübrigen.
Weitere Möglichkeiten
Es gibt natürlich noch weitere Heizungsoptionen:
– Infrarot-Heizung – klassisch betrachtet ist das eine Stromheizung, doch wird hier nicht die Luft im Raum erwärmt, sondern die Infrarotstrahlen erwärmen die im Raum befindlichen Personen und Möbelstücke, wodurch ein Wärmegefühl entsteht. Die Heizung hängt massiv von den Strompreisen ab und ist in der Anschaffung teuer, da sämtliche Heizkörper getauscht werden müssen.
– Pelletheizung – bei ihr wird mit Holzpellets geheizt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Kamin, sondern um einen zumeist im Keller stehenden Brennofen, der mit den Pellets beheizt wird. Der Ofen selbst erwärmt wieder das Wasser, welches als Warmwasser genutzt wird oder das in die Heizungsrohre geleitet wird. Mit bis zu 25.000 Euro ist diese Heizung jedoch sehr teuer, wenn sie auch umweltschonend ist.
– Wärmepumpe – mit bis zu 15.000 Euro kosten Wärmepumpen ebenfalls, dafür sind Besitzer fast unabhängig. Einzig die Stromkosten für die Nutzung fallen natürlich an – diese können aber mit einer Solaranlage erwirtschaftet werden. Es gibt zwei Varianten der Pumpe, die beide über Förderzuschüsse gefördert werden. Nachteil: Die Wartung der Pumpe ist recht kostspielig.

Erneuerbare Energien werden immer wichtiger.
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Fazit – schwierige Entscheidung
Hausbesitzer haben es heute nicht einfach, denn jede Heizungsvariante hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Grundsätzlich empfiehlt es sich, sich gut beraten zu lassen und mehrere Angebote einzuholen.
Oftmals lohnt sich die Investition in einen unabhängigen Berater, der tatsächlich die Zustände vor Ort prüft und aufgrund dieser Sachlage einen Ratschlag abgibt. Nicht selten prüfen die Berater gleichzeitig die Dämmeigenschaften des Hauses und können somit wesentlich gezieltere Vorschläge machen, als Unternehmen, die das Haus nur aus Schilderungen kennen.
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