Kreis Germersheim – Kreisweit wird allenthalben Kritik an der Stadtbahn geübt. Geklagt wird über andauernde Ausfälle, Verspätungen und fehlende Informationen an den Bahnsteigen.
Dies sei alles richtig, sagte der Sprecher der Initiative Verkehrsforum Südpfalz, Hans-Jürgen Burckhardt.
Aber: „Nicht aufgeführt ist dabei, dass die am Bahnhof Germersheim umsteigenden Reisenden in besonderem Maß von dieser Unzuverlässigkeit betroffen sind. Da die Karlsruher Stadtbahn in Germersheim endet, wird der Anschluss in Richtung Speyer/Mannheim oft nicht erreicht.“
Das liege zum einen an der knappen Umsteigezeit von nur fünf Minuten und zum andern daran, dass bei jedem zweiten Umsteigevorgang ein Bahnsteigwechsel von Gleis 2 zu Gleis 4 notwendig sei
Oft genug müssten die Reisenden einen „Dauerlauf hinlegen, um dann doch nur noch die roten Rücklichter der abfahrenden S-Bahn Richtung Speyer/Mannheim zu sehen, wenn sie am anderen Bahnsteig endlich angekommen sind“, so Burckhardt.
Dieser Zustand sei unhaltbar und für alle Reisenden, die in Germersheim umsteigen müssten, „einfach unzumutbar“, moniert Burckhardt und schlägt auch gleich eine Lösungsmöglichkeit vor: Die Durchbindung der Rhein-Neckar-S-Bahn von Mannheim über Germersheim nach Wörth.
Herbert Jäger vom Fahrgastverband „Pro Bahn“ hatte dieses Konzept bei einer Informationsveranstaltung am 22. Mai in Jockgrim unter anderem auch Kommunalpolitikern vorgestellt. „Dadurch würde das lästige Umsteigen entfallen. Durch gemeinsame Bedienung von Stadtbahn und S-Bahn ließe sich ein Halbstundentakt auf der Strecke Germersheim-Wörth-Karlsruhe einführen.“
Getan habe sich bisher nichts. Die Initiative will sich das nun nicht weiter gefallen lassen: „ Hat sich doch die Situation nach Einführung der Stadtbahn für viele verschlechtert statt verbessert.“
Das Verkehrsforum Südpfalz lädt deshalb zu einem weiteren Informationsabend am Donnerstag, 11. Februar 2016 um 19 Uhr nach Germersheim-Sondernheim ein. Die Veranstaltung findet im Vereinsheim des FCK „Live“ in der Jungholzstr. 1 statt.
Zentrales Thema soll eine Aussprache über die „Unzulänglichkeiten des bestehenden Verkehrskonzepts“ in der Region sein. Man will Kritikpunkte, Anregungen und Meinungen bündeln und diese den Entscheidungsträgern vorlegen. Herbert Jäger wird noch einmal sein Verkehrskonzept einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.

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