Sonntag, 15. Dezember 2019

Erster Prozesstag in Fall Mia zu Ende: Tatverdächtiger Abdul D. bricht sein Schweigen

18. Juni 2018 | 11 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Regional

Kamerateams und Polizei vor dem Gerichtsgebäude.
Foto: Pfalz-Express.

Landau/Kandel – Am ersten Prozesstag gegen Abdul D., ein mutmaßlich afghanischer Asylbewerber, der die 15-jährige Mia in Kandel getötet haben soll, wurde die Anklageschrift verlesen.

Das Landgericht Landau war von starken Polizeikräften gesichert, als der Angeklagte in Handschellen vorgefahren wurde. Auch ein Spezialkommando war vor Ort. Störungen gab es aber keine.

Noch am Morgen hatte das Landgericht eine Pressekonferenz gegeben, siehe hier.

Der Verteidiger des Angeklagten, Maximilian Endler, sagte den zahlreichen Pressevertretern vor dem Gerichtsgebäude, sein Mandant sei in einer schlechten Verfassung. Es habe Morddrohungen gegen ihn gegeben, außerdem Übergriffe in der Justizvollzugsanstalt. Er sei von Mithäftlingen verprügelt worden und habe zu seiner eigenen Sicherheit isoliert werden müssen.

Damit wolle er nicht die schreckliche Tat in den Hintergrund drängen, so Endler, lediglich die Frage nach der Verfassung seines Mandanten beantworten. Dieser bereue die Tat.

Kurz nach Beginn der Verhandlung musste sie wegen Dolmetscher-Problemen unterbrochen werden und wurde erst gegen die Mittagszeit fortgesetzt.

Am Abend vermeldete dann der Vizepräsident des Landgerichts, Dr. Robert Schelp, der Angeklagte habe sich sowohl „zur Person als auch zur Sache“ geäußert. Die Monate zuvor hatte er geschwiegen. Was genau Abdul D. ausgesagt hat, ist nicht bekannt.

Ein Sachverständiger wurde angehört und zwei Zeugen vernommen. Details dazu teilte die Kammer ebenfalls nicht mit, da der Prozess nach Jugendstrafrecht verhandelt wird und somit unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

13 Verhandlungstage sind angesetzt, rund 80 Zeugen sollen gehört werden. Wenn alles planmäßig verläuft, könnte das Urteil am 29. August fallen. (cli)

Abgesperrte Straße zum Gericht.

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11 Kommentare auf "Erster Prozesstag in Fall Mia zu Ende: Tatverdächtiger Abdul D. bricht sein Schweigen"

  1. qanon sagt:

    „Es habe Morddrohungen gegen ihn gegeben, außerdem Übergriffe in der Justizvollzugsanstalt!“

    Frauenmörder und Kinderschänder sind im Gefängnis nicht besonders beliebt, oder?

    Ach ja das mit dem Jugendstrafrecht wird auch noch raus kommen das das zur Farce in Germoney gehört

  2. Matze sagt:

    „Es habe Morddrohungen gegen ihn gegeben, außerdem Übergriffe in der Justizvollzugsanstalt. Er sei von Mithäftlingen verprügelt worden….“. Mir kommen gleich die Tränen! Schön das man sich wenigstens auf die Mithäftlinge verlassen kann. Dann wünsche ich Abdul D. noch viele gemeinsame Stunden mit seinen neuen Buddies.

  3. HeinBloedt sagt:

    Na, hoffentlich fällt ihm beim Duschen in der JVA nicht die Seife runter…

  4. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    Die Landauer Polizei und Justiz gingen gestern ihrer offenbaren Hauptaufgabe nach, dem Täterschutz.

    Wichtigstes Ziel ist ja kein aktuelles Bild von ihm in die Öffentlichkeit gelangen zu lassen, denn dann könnte allzu klar werden, dass der Ausschluss der Öffentlichkeit nicht dem Schutz eines Jugendlichem, sondern dem Schutz der Verantwortlichen am Staatsversagen in Behörden und Regierung dient.

    Abdul D. hat Mia mit Nackbildern von ihr erpresst und erniedrigt, die er im Netz verteilte. Aber von ihm darf natürlich kein Bild gemacht werden, denn er soll ja nach seiner Strafe ein unbeschwertes Leben führen können.

    Laut Gerichtssprecher Robert Schelp kommt es übrigens, so wörtlich, „recht häufig“ vor, dass eine Jugendlicher seine Freundin umbringt. Man lernt dazu.

    • KlausMichael sagt:

      Herr Schelp verwechselt da wohl was.
      Es kam früher gelegentlich vor, dass ein/e Jugendliche/r Suizid begeht wenn er/sie verlassen wurde. Mord am Ex-Partner fand in der Regel erst statt wenn die Beteiligten garantiert nicht mehr unter Jugendstrafrecht fielen.
      Das gilt auch heute noch – zumind. für diejenigen „die schon länger hier leben“.

    • Kai Schnabel sagt:

      Laut Gerichtssprecher Robert Schelp kommt es übrigens, so wörtlich, „recht häufig“ vor, dass eine Jugendlicher seine Freundin umbringt.

      Er hat nicht die Unwahrheit gesagt. Ich kenne auch Länder in denen das häufig vorkommt. Die liegen aber nicht in Europa.

  5. GGGGGGKKKKKEEEE sagt:

    Dann nochmal eine Überlegung zum Versuch aktuelle Fotos des Täters zu verhindern:

    Bei EIngabe von „Abdula Mobin D.“ bekomme ich von Google 7 unterschiedliche Bilder des Herrn angezeigt, die er wohl teils selbst veröffentlicht hat. Sein Gesicht dürfte mittlerweile hunderttausenden bekannt sein. Es kann also überhaupt nicht darum gehen zu verhindern, dass sein Aussehen öffentlich bekannt wird. Das ist seit 6 Monaten bereits der Fall.

    Man will nur nicht, dass der Zweifel an seiner Volljährigkeit – und damit an der Anwendung des Jugendstrafrechts – durch ein aktuelles Foto nocht mehr als das erscheint, was er tatsächlich ist: Lächerlich.

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