
Michael Landgraf führte durch den Abend.
Foto: red
Bad Dürkheim. Ein voller Erfolg, trotz widriger Wetterbedingungen. Der erste Mundart-Abend im Rahmen des Limburgsommers in Bad Dürkheim bot ein buntes Programm dessen, was Pfälzer Mundart zu bieten hat.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Kulturbüro unter der Leitung von Christian Handrich, unterstützt durch Michael Landgraf, Mundartautor und Jury-Sprecher in Dannstadt, der auch durch den Abend führte.
Auftakt und Schlussakkord gestaltete der Liedermacher Uli Valnion. Der im deutschsprachigen Raum besonders durch seine demokratischen Volkslieder bekannte Barde bot Mitmach-Lieder mit Tiefgang und offenbarte, dass er noch nicht lange Mundartlieder verfasst.
In seiner Anmoderation führte Landgraf kurz in den Ort des Geschehens ein und zeigte in seiner Einführung auf, dass durch Mundart vieles klarer auf den Punkt gebracht werden kann. Außerdem sei Mundart ein Stück Heimat, besonders wenn man von weit her nach Hause komme und sich durch die Sprache gleich „dehääm“ fühle.
Im Gespräch mit Bürgermeister Christoph Glogger wurde deutlich, dass Mundart für Bad Dürkheim schon lange eine wichtige Rolle spielt, besonders im Rahmen des Wurstmarktes. Das Engagement dafür soll in Zukunft ausgebaut werden, da Mundart ein wichtiges Element der Pfälzer Identität ausmache.
An das Jubiläum 100 Jahre Kurt Dehn, der 1920 in Leistadt das Licht der Welt erblickte, erinnerte Bernd Wehrum. Er hatte im Alter von zehn Jahren den Barden selbst kennenlernen dürfen. Begleitet von seinem Sohn Alexander trug er ein Medley von vier Liedern vor.
In einem heiteren Kurzprogramm trug das Wurstmarkt-Urgestein Reinhard Brenzinger Gereimtes und Ungereimtes zur Pfalz, zum Pfälzischen und zu Bad Dürkheim vor. Mit Michael Werner konnte der Hermann-Sinsheimer-Preisträger von 2020 gewonnen werden, der auf Basis des Buches „Hiwwe wie Driwwe“ über seine Erkenntnisse zu den Auswanderern aus der Pfalz nach Pennsylvania, deren Sprache und deren Traditionen berichtete.
Auch kündigte er an, dass es einen zweiten Film „Hiwwe wie Driwwe“ geben wird. Höhepunkt der Veranstaltung war die Preisverleihung des Pfalzgedichts des Jahres an den renommierten Mundartpoeten Norbert Schneider.
Den Einstieg machten die Vertreter der Wettbewerbsgemeinden Bockenheim und Dannstadt, vertreten durch Bürgermeister Gunter Bechtel und Verbandsbürgermeister Stefan Veth sowie durch die Organisatorinnen Heike Benß und Ute Günther.
Aus deren Wettbewerben wurde der Pfalz-Sieger ermittelt. Übergeben wurde der Preis durch Michael Dostal, Herausgeber des VielPfalz-Magazins. Er kündigte an, dass der von ihm und Michael Werner verantwortete Pfalzwettbewerb weitergeht. Im Gespräch mit Norbert Schneider, für den es bereits der 90. Preis bei Wettbewerben ist, wurde dessen tiefgründige Arbeitsweise deutlich. Am Ende trug er sein Preisgedicht „Recheliewunge“ vor.
Der zwei Stunden dauernde kurzweilige Abend unter freiem Himmel im Refektorium der Limburg wurde kurz durch einen Regenschauer gestört. Da jedoch alle gut mit Regenponchos versorgt waren, konnte der kurzweilige Abend gut zu Ende gebracht werden. Viele Zuschauer sagten: Er macht Lust auf mehr.

Michael Dostal (links) und Norbert Schneider im Gespräch.
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