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Der Pflegebranche fehlt es an Nachwuchs. Wie wichtig es ist, mehr Menschen für einen Beruf in der Pflege zu begeistern, ist spätestens seit der Corona-Pandemie klar.
Dass die Menschen in Deutschland im Schnitt 7 Jahre älter werden als noch vor 30 Jahren, verschärft den Fachkräftemangel in der Pflege. Höchste Zeit, einen Blick auf die schönen Seiten des Pflegeberufs zu werfen. Wir zeigen, welche Gründe für die Arbeit in der Pflege sprechen.
Die gestiegene Nachfrage nach Pflegepersonal hat zum 2017 beschlossenen Pflegeberufsreformgesetz geführt. Mit diesem wurde seit Januar 2020 der Rahmen für neue und modernisierte Pflegeausbildungen geschaffen. Bestes Beispiel ist, dass man die Generalistische Pflegeausbildung kostenlos absolvieren kann. Die Zusammenführung der drei einzelnen Berufsbilder (Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger) hat viele Veränderungen mit sich gebracht. Zum Beispiel erhalten Auszubildende nun eine angemessene Ausbildungsvergütung. Zudem ist der Beruf Pflegefachfrau/Pflegefachmann EU-weit anerkannt und ermöglicht dadurch auch, im Ausland zu arbeiten.
Für wen ist ein Beruf in der Pflege geeignet?
Weniger Beruf als Berufung – so bezeichnen die meisten Pflegekräfte ihre Tätigkeit. Doch zu wem passt eigentlich eine Tätigkeit in der Pflege? Man sollte auf jeden Fall viel Empathie und Einfühlungsvermögen mitbringen. Auch psychische Stabilität ist gefragt, wird man doch mit Schicksalen, Erkrankungen und evtl. Todesfällen konfrontiert. Häufig wird körperlicher Einsatz verlangt, etwa beim Umbetten von Patienten. Zudem arbeiten Pflegekräfte oftmals im Schichtsystem, so dass man Flexibilität mitbringen sollte. Der Berufsalltag wird von Kommunikation sowie schnellem, situationsgerechtem Handeln und Kritikfähigkeit bestimmt.
Quereinsteiger, Umschulung oder klassische Ausbildung – diese Wege führen in die Pflege
Mittlerweile gehört der Pflegebereich zu den Branchen, in denen man auch als Quereinsteiger gute Chancen hat. Wer mit seinem bisherigen Beruf unzufrieden und auf der Suche nach einer sinnstiftenden Tätigkeit ist, kann eine Umschulung machen. Später eröffnen Weiterbildungen die Option, neue Aufgaben und mehr Verantwortung zu übernehmen. Karriere in der Pflege kann man beispielsweise mit einer Fortbildung zum Pflegeberater machen. Man kann sich auch selbständig machen oder die Stationsleitung übernehmen.
Besonders gering sind die Hürden für eine Tätigkeit als Pflegehilfskraft. Oft braucht man nicht mal einen Hauptschulabschluss. Auf die Tätigkeiten als Pflegehilfskraft kann ein Lehrgang vorbereiten. Eine weitere Option ist der qualifizierte Pflegehelfer oder Pflegeassistent. Dieser hat eine ein- bis zweijährige Ausbildung absolviert. Der klassische Weg führt über eine Ausbildung zur Pflegefachperson. Diese dauert drei Jahre, setzt eine zehnjährige Schulausbildung voraus und ist als Generalistische Pflegeausbildung bekannt. Darüber hinaus ist auch eine akademische Ausbildung zur Pflegefachperson möglich.
10 Gründe in der Pflege zu arbeiten
Die Tätigkeit als Pflegekraft kann oft anstrengend sein, doch der Beruf bringt auch viele Vorteile mit sich. Wir stellen zehn überzeugende Gründe für die Arbeit in der Pflege vor.
1. Sicherer Arbeitsplatz
Wer in der Pflege arbeitet, kann sich sicher sein, dass sein Wissen und Knowhow in der Zukunft mehr denn je gefragt sein wird. Schon seit Jahren gibt es in allen Einrichtungen der Pflege eine steigende Nachfrage nach qualifiziertem Pflegepersonal. Dies bietet eine hohe Arbeitsplatzsicherheit. Ganz davon abgesehen, dass es viele potentielle Arbeitgeber gibt. Anlaufstellen für Bewerber sind nicht nur Alten- und Pflegeheime – auch Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste oder Reha-Einrichtungen kommen als Arbeitgeber infrage.
Weil sie ein Interesse daran haben, ihr Personal zu behalten, tun Arbeitgeber heutzutage einiges, um bestehendes Personal dauerhaft zu binden.
2. Berufliche Aufstiegschancen
Ergreift man einen Job in der Pflege, muss man nicht bis zum Renteneintrittsalter dort bleiben. Für qualifizierte Pflegekräfte gibt es zahlreiche Weiterbildungs- und Aufstiegschancen. Zudem haben Quereinsteiger gute Möglichkeiten, in der Pflegebranche Fuß zu fassen.
Wer als Altenpflegehelfer, Kinderkrankenpflegerin oder als Heilerziehungspfleger angefangen hat, kann mit Weiterbildungen Karriere machen und sich beispielsweise zur Stationsleitung hocharbeiten. Auch eine Option: sich selbständig machen mit einem ambulanten Pflegedienst . In kaum einem anderen Berufszweig bieten sich so vielfältige berufliche Weiterbildungs- und Aufstiegschancen.
3. Flexibilität
Was im ersten Moment herausfordernd wirkt, kann man auch positiv sehen. Einen Beruf, bei dem man so viel Flexibilität wie in der Pflege genießt, findet man selten. Das bringt auch flexible Verdienstmöglichkeiten mit sich. Wichtig ist nur, beim Bewerbungsgespräch in Erfahrung zu bringen, welches Arbeitszeitmodell gilt.
4. Arbeiten im Team
In der Pflege wird Teamarbeit großgeschrieben: Absprachen treffen, Arbeiten koordinieren und gemeinsam am Ziel arbeiten, den Patient wieder gesund zu entlassen bzw. so gesund wie möglich zu erhalten. Man arbeitet stets in einem großen sozialen Gefüge aus Kollegen, Ärzten und Therapeuten.
5. Eigenverantwortliches Arbeiten
Eigeninitiative und Individualität sind in der Pflege gern gesehen. Insbesondere bei der ambulanten Pflege genießt man den Vorteil, einen gewissen Entscheidungsspielraum zu haben.
6. Vielfältiges Aufgabenspektrum
Kein Tag ist wie der andere. Wenn es eine Branche gibt, die durch Vielfältigkeit der Aufgaben überzeugt, dann ist es die Pflege. Der Pflegeberuf gilt als abwechslungsreich und ermöglicht, verschiedene persönliche sowie fachliche Kompetenzen zu zeigen. Das fördert die berufliche wie persönliche Entwicklung gleichermaßen und hält geistig fit.
7. Sozialaspekt und Menschenfreundlichkeit
Dieser Punkt sollte eigentlich als erstes genannt werden, da er einen der wichtigsten Gründe für die Arbeit in der Pflege darstellt. Da es sich bei der Arbeit in der Pflege um einen sozialen Beruf mit direktem, teilweise sehr engem Kontakt handelt, muss man ein gewisses Maß an Menschlichkeit und Anteilnahme mitbringen. Doch genau diese menschliche Komponente ist an diesem Beruf so verlockend.
8. Sinnstiftende Tätigkeit
Wenn eine Arbeit nicht nur sinnvoll, sondern bedeutsam und erfüllend ist, kann man sie als sinnstiftend bezeichnen. Der Pflegeberuf fällt definitiv in diese Kategorie. Das Gefühl, Menschen zu helfen, empfinden die meisten als erfüllend. Am Ende des Tages weiß man, dass man Menschen direkt und indirekt geholfen hat. Während man den direkten Effekt seiner Arbeit bei einem Schreibtisch-Job eher selten erlebt, ist dies bei einer Tätigkeit in der Pflege alltäglich.
9. Persönliche Weiterentwicklung
Ist man für den Pflegeberuf geschaffen, kann diese Arbeit eine Quelle für persönliches Wachstum sein. Pflegekräfte müssen in ihrem Job einiges bewältigen, zum Beispiel empathisch sein und mitfühlen ohne mitzuleiden oder auch mit schwierigen Patienten umgehen können. Diese vielfältigen Erfahrungen, aber auch die Gespräche mit Patienten und deren Angehörigen, regen zur Reflexion an. Indem man in seinen Sozialkompetenzen wächst, wird der Pflegeberuf auch auf persönlicher Ebene wertvoll.
10. Diversity
In der Pflege kommt man mit verschiedenen sozialen und kulturellen Schichten aus den unterschiedlichsten Berufen und Altersstufen zusammen. Hier treffen vielfältige Kulturen, Philosophien, Lebensstile und persönliche Überzeugungen aufeinander, und jeder ist willkommen.
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