Freitag, 15. November 2019

Demos am 1. Dezember in Kandel

29. November 2018 | 6 Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau

An Demo-Tagen gibt es immer eine hohe Polizeipräsenz.
Archivbild: Pfalz-Express

Kandel (aktualisiert) – Bei der Kreisverwaltung Germersheim sind für Samstag, 1. Dezember 2018, drei Versammlungen in Kandel angemeldet.

„Kandel gegen Rechts“ demonstriert von 12 bis 18 Uhr an der Ecke Gartenstraße/Georg-Todt-Straße unter dem Motto „Für ein offenes Kandel“. Vorübergehend wird die Versammlung in die Sommerstraße verlegt, so die Kreisverwaltung. Erwartet werden rund 500 Personen.

Die Versammlung des „Frauenbündnisses Kandel“ zum Thema „Migrationspolitik, Innere Sicherheit“ beginnt um 14 Uhr auf dem Parkplatz am Bahnhofsvorplatz und endet auch dort gegen 23 Uhr. Der Aufzug verläuft über Bahnhofstraße, Rheinstraße, Raiffeisenstraße, Holbeinstraße und Bahnhofstraße zurück zum Bahnhofsvorplatz. Erwartet werden ca. 500 Personen.

Die Kreisverwaltung hat die Demo-Strecke verlegt, damit weder der Weihnachtmarkt noch die Hauptstraße und die geöffneten Geschäfte betroffen sein sollen. Gegen diesen Bescheid hatte der Anmelder inzwischen beim Verwaltungsgericht Neustadt einen Eilantrag eingereicht. Das Verwaltungsgericht Neustadt hat am Freitag der Kreisverwaltung Recht gegeben und den Bescheid, der die Strecke der Demonstration des Frauenbündnisses Kandel am 1. Dezember festlegt, bestätigt.

Die Kreisgruppe Germersheim des Gemeinde- und Städtebunds hat eine Versammlung zum Thema „Gemeinsam für die Demokratie“ angemeldet. Sie findet von 13 bis 13.30 Uhr an der Engelsskulptur auf dem Marktplatz statt. Erwartet werden 8 Personen.

„Gemeinsam für Demokratie – Mandatsträger halten zusammen“

Mandatsträger verschiedener Parteien im Landkreis Germersheim wollen am Samstag gemeinsam ein Zeichen für Demokratie setzen und sich solidarisch mit der Kandeler Bevölkerung erklären. Dazu haben sich Landrat Dr. Fritz Brechtel mit dem Kandeler Verbandsbürgermeister Volker Poß und einigen hauptamtlichen Bürgermeistern der Kreisgruppe Germersheim, Mitgliedern des Landtags und des Bundestags sowie weiteren Mandatsträgern zusammengefunden.

Am 1. Dezember um 13 Uhr werden sich die hauptamtlichen politischen Vertreter des Landkreises unter dem Motto „Gemeinsam für Demokratie“ an der Engelsskulptur „Friedensegel“ nördlich der Kirche St. Georg parteiübergreifend für Geschlossenheit im Sinne der demokratischen Grundordnung und gegen radikale Tendenzen und Gruppierungen symbolisch die Hände reichen.

„Mit dieser gemeinsamen Aktion soll deutlich gemacht werden, dass wir uns durch extreme und radikale Kräfte nicht auseinander dividieren und spalten lassen und gemeinsam hinter den Kandeler Bürgerinnen und Bürgern stehen“, erklären Landrat  Brechtel der Verbandsbürgermeister Poß sowie der Vorsitzende der GStB BürgermeisterKreisgruppe Marcus Schaile stellvertretend für alle Teilnehmer.

WIR sind Kandel: „Rücksicht auf den Christkindlmarkt“

Das Bündnis „WIR sind Kandel“ (WsK) ist am Samstag, 1. Dezember, mit einem Infostand in der Hauptstraße vertreten und will mit Rücksicht auf den Christkindlmarkt keine Kundgebung abhalten.

„Wieder werden rechtspopulistische Parolen durch unsere Stadt getragen. Wieder müssen wir alle die demokratiefeindlichen Aktionen und die dadurch verursachten Beeinträchtigungen wie Straßenabsperrungen, Hubschrauberlärm, Behinderungen beim Einkaufen oder auf dem Weg vom bzw. zum eigenen Zuhause, etc. hinnehmen. Das ist unerträglich“, so eine Sprecherin des Bündnisses. „Dabei freuen sich die Kandler auf einen Christkindlmarkt in Frieden und Besinnlichkeit und wollen am langen Samstag in den Geschäften bummeln. Unter den Standbeschickern, die alle ein finanzielles Risiko tragen, sind auch viele Vereine, die ihren Erlös einem gemeinnützigen Zweck zuführen.“

Deshalb will „WIR sind Kandel“ an diesem Tag die Besucher des Kandeler Christkindelmarkts, die Künstlergruppen auf der Bühne und die Standbeschicker nicht stören.

„Präsenz ist uns aber wichtig – wir müssen den rechten Parolen öffentlich entgegenwirken. Wer mit uns ins Gespräch kommen möchte, ist herzlich eingeladen unseren Infostand am Rathausbrunnen zu besuchen.“

Kandel gegen Rechts: Mehr Bürger sollen sich beteiligen

Auch das Bündnis „Kandel gegen rechts (KgR) möchte zum Abschluss des Jahres noch einmal ein „starkes Zeichen für Demokratie und Menschlichkeit“ setzen.

„Monat für Monat marschieren die rechten Gruppen durch Kandel und versuchen ihr menschenfeindliches Gedankengut zu verbreiten“, so eine Sprecherin. „Mit vorgespielter Sorge um Frauen und Kinder sowie mit absurden Forderungen an die Kommunal- und Bundespolitik belagern sie die Kleinstadt und ihre Bewohner jeden ersten Samstag im Monat.“

Für 2019 sei sogar angekündigt worden, die Frequenz auf zweimal im Monat zu erhöhen. „Das kann so nicht weitergehen“, meint das Bündnis. „Wir müssen es endlich schaffen, diesem Zustand ein Ende zu bereiten. Wir müssen diesen Menschen klar machen, dass ihr Hass bei uns nicht willkommen ist und keinen Nährboden findet. Sonst geht das auch noch ein Jahr so weiter.“

Deswegen ruft das Bündnis zum Jahresende alle Bürger aus „Kandel und der Großregion“ auf, gemeinsam ein Zeichen für Demokratie und Menschlichkeit zu setzen. „Wir wollen zeigen, dass wir in einer offenen und friedlichen Gesellschaft leben möchten, die geprägt ist von Respekt, Verständnis und Liebe, nicht von Hass und Ausgrenzung. Das gilt für Kandel und auch sonst überall. Es wäre ein starkes Signal zum Abschied von diesem schwierigen Jahr, wenn noch einmal viele Menschen dafür zusammen kämen.“

Bei der KgR-Kundgebung gibt es verschiedene Redebeiträge von Bündnispartnern und politischen Amtsträgern und einen Infotisch.

Geschäfte geöffnet

Am Samstag öffnet auch der Christkindelmarkt in Kandel. Die Geschäfte sind wie immer an den Adventssonntagen bis 18 Uhr geöffnet – trotz Demos.

(red)

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6 Kommentare auf "Demos am 1. Dezember in Kandel"

  1. Giftzwockel sagt:

    „Es wäre ein starkes Signal zum Abschied von diesem schwierigen Jahr, wenn noch einmal viele Menschen dafür zusammen kämen.“
    Da ist wohl mehr der Wunschtraum der Vater des Gedankens:
    Meines Wissens hat sich die bärtige Frau Kurz auch noch den 27.12. als Demotag reservieren lassen…

    Abgesehen davon sind die Gegendemos bislang wirkungslos verpufft. Ich würde statt dessen eine „Geisterstadt“ bevorzugen: Nachdem der GröFraz uns dieses mal bis 24 Uhr „beglücken“ möchte, fände ich es besser, wenn an diesem Tag aus Protest sämtliche Geschäfte geschlossen hätten und die gesamte Beleuchtung in der Stadt abgeschaltet würde! Der Christkindelmarkt kann auch 1 Tag später beginnen. Wer will schon mit Nazis auf den Christkindelmarkt??? Ich jedenfalls nicht!

  2. HeinBloedt sagt:

    Wie lange müssen wir diesen Demoscheiss noch ertragen ???
    Diese ‚Demos‘ haben doch schon lange nichts mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun.

    • Tobi sagt:

      Wenn die kandler diese Demos nicht mehr möchten, müssen sie halt auf die Straße und gegen das Frauenbündnis demonstrieren. Ist das maskuline Weibsvolk wegdemonstriert erübrigen sich auch sämtliche Gegendemonstrationen.

      • KandelNazifrei sagt:

        Laut „GröFraz-Kanal“ in Telegram ist das morgen die 18. Demo in Kandel. Die Gegendemos sind weitestgehend wirkungslos verpufft, bzw. haben der Sache Kandels durch einzelne Gewalttaten zusätzlich geschadet. Der Kurze sonnt sich derweil in der Aufmerksamkeit, siehe seine „Verkündigungen“.
        Mir würde ein Generalstreik à la Frankreich viel besser gefallen: Nichts zu essen, nichts zu trinken, kein WC, kein Bus, keine Bahn und last but not least keine Beleuchtung weder draußen noch drinnen. Dazu die Auflage der Kreisbehörde ein fahrbares Klo mitführen zu müssen… Das macht der nicht noch 20 mal. Oder wie unten erwähnt: ab nach Wörth! Zum Bürgermeister, der es besser kann!

  3. Kannler sagt:

    Nett wäre es, wenn die Demos nach Wörth umziehen würden, der dortige Bürgermeister scheint ja ganz scharf drauf zu sein.
    Dort gibt es auch nicht so viel Gewerbe, das auf zahlendes Publikum angewiesen ist. Im Bürgerpark gibt es eine tolle, festinstallierte Bühne für Kundgebungen, die praktisch nie benutzt wird.

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