Dienstag, 22. Januar 2019

„Dafür stehe ich mit meinem Namen“: Babykosthersteller Claus Hipp bei CDU-Neujahrsempfang in Schwegenheim

11. Januar 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional

Vr.li.: Prof. Dr. Claus Hipp, Stella Tremel, Dr. Thomas Gebhart.
Fotos und Video: Pfalz-Express/Licht
Fotostrecke und Video am Textende

Schwegenheim – Diesen Satz kennt in Deutschland fast jeder: „Dafür stehe ich mit meinem Namen“. So wirbt Prof. Dr. Claus Hipp, Geschäftsführer des Nahrungsmittel- und Babykosthersteller Hipp, seit Jahren in TV-Spots für Vertrauen zu seiner Marke.

Nun war der bekannte Unternehmer am Donnerstagabend zu Gast beim Neujahrsempfang der Kreis-CDU im Schwegenheimer Bürgerhaus und hat einen Vortrag mit dem Thema Unternehmensethik gehalten.

Der CDU-Kreisvorsitzende, Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretär Dr. Thomas Gebhart und die Vizevorsitzende Stella Tremel (CDU-Bürgermeisterkandidatin für die Verbandsgemeinde Lingenfeld) begrüßten den mittlerweile 80-jährigen Firmenchef auf der Bühne.

Hipp habe sich mit ökologischer und nachhaltig der Landwirtschaft eine Marke aufgebaut, der man vertraue, sagte Gebhart. Das sei die beste Auszeichnung, die ein Unternehmen haben könne.

Bewunderung für Helmut Kohl

Claus Hipp enttäusche die Zuhörer nicht. Frei und ohne Manuskript plauderte der promovierte Jurist eine Dreiviertelstunde aus dem Nähkästchen, erzählte Persönliches und Geschäftliches und hatte viele Tipps und Ratschläge parat.

Er sei gerne in die Pfalz gekommen, sagte Hipp, dessen Großvater aus Ludwigshafen-Mundenheim stammt. Viele Landwirte aus der Pfalz lieferten an das Unternehmen, meistens als erste im Jahr. Außerdem stamme Helmut Kohl aus der Pfalz – Hipp machte keinen Hehl aus seiner Bewunderung für den Altbundeskanzler und ihrer Bekanntschaft.

Bei Kohl sei ein Ehrenwort ein Ehrenwort gewesen, er habe seine Freunde nicht hängen lassen – so müsse sein. Auch in der Wirtschaft sei es wichtig, dass man sich auf ein gegebenes Wort verlassen könne. Hier gelte es, wieder umzudenken, wie auch in vielen anderen Dingen.

Geist, Geschick, Gemüt

Bei der Erziehung der jungen Generation beispielsweise sei man gut beraten, dir Prinzipien des schweizer Pädagogen Pestalozzi anzuwenden: „Geist, Geschick, Gemüt“.

Der Geist dürfe nicht zu sehr mit überflüssigen Dingen vollgestopft werden, meint Hipp, da dies das Denken einschränke. Menschen, die überwiegend praktische Fähigkeiten (Geschick) mitbrächten, verdienten genauso viel Achtung wie diejenigen mit intellektuellen Fähigkeiten. Und beim „Herz“ gehe es um einen anständigen Umgang miteinander. Kein Zweifel, dass Hipp diese Prämissen auch in seinem Betrieb immer versucht hat umzusetzen.

Vier Kardinaltugenden

Weiter plädierte er für vier „Kardinaltugenden“. Klugheit („wissen und auch danach handeln“), Gerechtigkeit („Recht haben und Recht bekommen ist nicht immer dasselbe“), Tapferkeit („eine Niederlage ist keine Ehrenrührigkeit, liegenbleiben schon“) und Maßhaltigkeit („man muss nicht immer alles haben, sollte sich frei und unabhängig von Statussymbolen machen“). Auch auf dem teuersten Teppich in einem Büro könnten unsinnige Entscheidungen getroffen werden, so Hipp.

„Langfristiger Erfolg auf faire Weise“

In seinem Unternehmen steht Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der Unternehmensphilosophie. Dazu gehören die langfristige Ausrichtung des unternehmerischen Handelns (Hipp: „Langfristiger Erfolg auf faire Weise“), der schonende Umgang mit Ressourcen und Umwelt ebenso wie gesellschaftliche Verantwortung und ein soziales Miteinander – eine Balance zwischen Ökologie, Ökonomie und Sozialem. Dazu hat das Unternehmen eine Ethik- Charta geschaffen.

„Keine Experimente aus dem Kommunismus“

Gerechten Lohn für gerechte Arbeit müsse es geben, auch sozial Schwache sollen unterstützt werden, sagt Hipp. Allerdings dürfe das nicht auf Kosten der „Tüchtigen“ geschehen: „Die Tüchtigen dürfen nicht ausgebeutet werden.“ Hipp warnte vor Diskussionen über das bedingungslose Grundeinkommen: „Man sollte wirklich keine erfolglosen Experimente aus dem Kommunismus wiederholen.“

Weiter sprach er mit leichter Kritik über zunehmenden Anglizismen („die englischen Ausdrücke haben in den Ursprungsländern oft eine ganz andere Bedeutung“), ermutigte junge Leute, öfter frei zu sprechen („keine Angst vor Versprechern!“), über die betriebseigne Krippe, die zuerst abgeschafft und dann wieder gebaut wurde, über Informationsfluss („Informationen müssen in einem Unternehmen gut laufen, aber es soll keine Überinformation geben“) und auch kurz über Politik.

Warnung vor politisch Extremen

Denn neuerdings gebe es wieder Tendenzen, die dunkelsten Jahre Deutschlands vergessen machen zu wollen. „Wenn Gruppen mit Wirtshausparolen auf Wählerfang gehen, müssen wir uns stark dagegen machen.“ Man dürfe nie vergessen, wie das Unheil über Deutschland gekommen sei, anfangs verniedlicht wurde und dann „nicht mehr zu bremsen war“, sagte Hipp, der auch auf den Unterschied von Legalität („von Menschen gemacht“) und Legitimität („Das Göttliche oder Natutgesetz“) einging.

Am Ende gab es viel Beifall für den vielseitigen Unternehmer und von Stella Tremel (Gebhart: „Stella ist eine starke Frau“) eine Pfälzer Geschenkbox.) (cli)

Zur Person

Prof. Dr. jur. Hipp, so der volle Titel (eigentlich Nikolaus Joseph Hipp), ist ein unglaublich vielseitiger Mensch. Er malt leidenschaftlich gern – er ist ausgebildeter Maler – seine Werke waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen.

Er ist ordentlicher Professor an der Kunstakademie in der georgischen Hauptstadt Tiflis. Außerdem hat er Betriebswirtschaft an der Universität und Design an der Technischen Universität Tiflis, unterrichtet, hat Lehraufträge in Eichstätt und Ansbach und ist georgischer Honorarkonsul für Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen.

Hipp ist außerdem Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, Ehrenpräsident der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer in Moskau und Schirmherr der Münchener Tafel.

In den Jahren von 1960 bis 1977 war Hipp im Reitsport aktiv und siegte bei internationalen Sprung- und Militaryturnieren. Heute züchtet er Turnierpferde.

Seit 1968, nach dem Tod des Vaters, ist er persönlich haftender Gesellschafter der Hipp-Betriebe im bayerischen Pfaffenhofen. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Unternehmen zu einem der führenden Hersteller für Babynahrung. Hipp hat fünf erwachsene Kinder und zwölf Enkel.

Wir bitten die schlechte Ton- und Bildqualität zu entschuldigen.

 

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