Haßloch. Nach einer Ruhephase von einem Jahr wird die BI Umwelt- und Naturschutz Rheinland-Pfalz mit Sitz in Haßloch wieder aktiv.
Die Mitgliederversammlung hat am 5. Juli einen neuen Vorstand gewählt. Cordula Butz-Cronauer aus Römerberg ist einstimmig zur neuen Vorsitzenden gewählt worden.
Unterstützt wird sie dabei von ihrer Stellvertreterin Karin Hurrle aus Haßloch, die ebenfalls ein einstimmiges Votum der Mitglieder erhielt und gleichzeitig zur Pressesprecherin ernannt wurde. Nun wollen sich die neu gewählten Vorstandsmitglieder um die Umweltbelange sowie die Umsetzung erneuerbarer Energien in Rheinland-Pfalz kümmern. Derzeit ist der Vorstand dabei, mit Experten ein Konzept zu erarbeiten.
Die BI Haßloch hatte sich 2008 gegründet, nachdem der Gemeinderat die Entscheidung getroffen hatte, auch in Haßloch ein Geothermiekraftwerk zu bauen. Durch die Probleme des Landauer Werks hatte die Haßlocher BI dies zunächst kritisch begleitet und hat deshalb auch am Mediationsverfahren der Landesregierung Rheinland-Pfalz teilgenommen, um auch Fachleute zu hören.
Ziel des Engagements war seinerzeit, sich für die Bürger in Landau einzusetzen, damit die Geschädigten zu ihrem Recht kommen und dass neue Rahmbenbedingungen für das sich im Bau befindliche Geothermiekraftwerk geschaffen werden.
Die Vorstellungen der BI war, dass die an den Gebäuden in Landau entstandenen Schäden der Betroffenen durch die Versicherungen reguliert werden und danach erst über neue Standorte nachgedacht wird.
Da die Entscheidungsträger der Landesregierung auf die Forderungen der BI während des Mediationsverfahrens nicht eingegangen seien, habe die BI Umwelt- und Naturschutz am Ende des Verfahrens auch das Mediationspapier nicht unterzeichnet.
Daraufhin seien die Aktivisten von Haßloch kurzerhand von der Landesregierung aus dem Mediationsverfahren ausgeschlossen worden, berichtet die alte und neue Pressesprecherin Karin Hurrle. Der politische Ausstieg der Stadt Landau aus der Geothermie habe jedoch gezeigt, dass die BI mit ihrer Meinung gar nicht so verkehrt lag und dass Rahmenbedingungen von der Politik und nicht vom Betreiber geschaffen werden müssen.
Nun will sich der neue Vorstand auch um andere umweltrelevanten Belange kümmern, sich zum Hochwasserschutz des Rehbaches, der Verlegung des Wertstoffhofes von der Wehlache in das Gewerbegebiet „Nördlich des Bahndamms“ und zu dem Anschluss- und Benutzungszwang im Neubaugebiet „Südlich der Rosenstraße“ in Haßloch äußern. In diesem Zusammenhang wurde auch bemängelt, dass die BI Umwelt- und Naturschutz Rheinland-Pfalz nie am Energieforum der Gemeinde Haßloch teilnehmen durfte.
Als Nahziel strebt die Bürgerinitiative nun an, sich für eine Regelung des Nahverkehrs und der Nahversorgung in Mechtersheim einzusetzen, um die Möglichkeiten einer umweltrelevanten Umsetzung mit den Bürgern diskutieren zu können.
Auch soll die Thematik eines Gesundheitszentrums für Senioren in Mechtersheim wieder aufgegriffen werden, um die Bürger am Entscheidungsprozess durch eine Bürgerbefragung zu beteiligen.
Hier hätte die Kommune dann die Sicherheit, ob die Bürger hinter einem solchen Projekt stehen und wie ein solches möglichst umweltverträglich realisiert werden könnte. Eine erste Informationsveranstaltung ist nach der Sommerpause geplant.
Im Rückblick wurde noch einmal in aller Ausführlichkeit darüber diskutiert und festgestellt, dass Bürgerinitiativen immer notwendiger werden, um die Bürger an den Entscheidungsprozessen in Rheinland-Pfalz zu beteiligen. Nur auf diesem Wege könne man für die Bürger etwas Positives erreichen, damit diese zu ihrem Recht kommen.
Im Anschluss entspann sich eine rege Diskussion. Der Bericht des Schatzmeisters wurde verlesen, der keine großen Kontobewegungen des zurückliegenden Jahres aufwies, so dass die Entlastung des Vorstandes vorgeschlagen wurde, was einstimmig erfolgte.
Die durchgeführte Wahl ergab folgendes Ergebnis:
1. Vorsitzende: Cordula Butz-Cronauer, Stellvertreterin und Pressesprecherin: Karin Hurrle, Schatzmeister: Wolfgang Frey, Schriftführerin: Ursula König, Beisitzer: Gilbert Adam und Volker Hartmann, Revisor: Hermann Vollweiler und Jürgen Hurrle. (red)

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