
Das Ehepaar Conauer erhält die Ehrennadel der Stadt Landau durch OB Schlimmer (links) .
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Landau. OB Hans-Dieter Schlimmer hat zu Beginn der letzten Stadtratssitzung in diesem Jahr die Ehrennadel der Stadt an Manfred und Gudrun Cronauer verliehen.Die Verleihung der Ehrennadel ist eine Würdigung ihrer jahrzehntelangen Verdienste im sportlichen Bereich und eine Auszeichnung des gemeinsamen Lebenswerkes.
„Das Ehepaar hat sich in besonderer Weise um den Sport in Landau verdient gemacht. Ohne seine Ehefrau Gudrun wäre dies nicht möglich gewesen, deshalb gebührt ihr die gleiche Ehre wie ihrem Mann und so haben wir quasi eine Tandem-Ehrung hier vorzunehmen“, so Schlimmer scherzhaft.
Manfred Cronauer ist seit über 40 Jahren Mitglied im Vorstand des Eis-und Rollsportvereins im ASV Landau. Seit 1978, also seit rund 36 Jahren, ist er Vorsitzender. „Er ist ein unermüdlicher Motor des Vereins“, lobt Schlimmer.
Trotz nur rund 60 Mitgliedern sei der Eis-und Rollsportverein überaus aktiv und setze den Schwerpunkt mittlerweile auf das Rollschuhlaufen.
„Sein besonderer Einsatz gehört der Förderung der Jugend“, berichtet Schlimmer weiter.
So sei der Verein jährlich Ausrichter des rheinland-pfälzischen Jugendbestenwettbewerbs mit rund 80 bis 100 Teilnehmern. Zusammen mit seiner Frau ist er Stifter des Manfred-und-Gudrun-Cronauer-Pokals für die Junioren.
„Eine große Herausforderung war die Sanierung der Rollschuhbahn, die 2008 realisiert werden konnte. Seitdem finden alle zwei Jahre die rheinland-pfälzischen Meisterschaften im Rollkunstlauf statt. Über viele Jahre wurden vom Verein mit hohem Engagement herausragende Bühnenaufführungen inszeniert. Beispielhaft seinen nur „König der Löwen“ im Jahr 1996, „Aladin“ im Jahr 1998 und „Die Schöne und das Biest“, 2005, zu nennen“, so Schlimmer weiter in seiner Laudatio.
Manfred Cronauer war Mitorganisator der Skater-Nights in Landau. Er ist seit 2000 stellvertretender Vorsitzender des Rechtsausschusses im Eis-und Rollsportverband. „Manfred Cronauer ist eine tragende Säule des Sports in Landau“, so der Stadtchef.
Für sein außergewöhnliches und hohes Engagement habe Cronauer 2009 die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz erhalten.
Ohne offizielle Funktionsträgerin im Verein zu sein, engagiere sich Gudrun Cronauer seit über 30 Jahren dort. Sie unterstütze ihren Mann als Beraterin und in der Organisation. Jede Veranstaltung habe sie als Hauptverantwortliche geplant, vorbereitet und durchgeführt. In Würdigung dafür habe sie 2012 die Silberne Ehrennadel des ASV Landau erhalten. Die Ehrung sei für ihn sehr überraschend gekommen, freute sich Manfred Cronauer und bedankte sich dafür unter großem Beifall des Plenums.
Landauer Stadtrat verabschiedet Haushalt 2015
„Unsere heutigen Beratungspunkte zeugen davon, was in Landau läuft“ sagte OB Schlimmer bei der letzten Sitzung des Landauer Stadtrates für dieses Jahr, die mehrere Stunden dauerte.
Bombenfunde, Geothermie, Diskussionen mit dem Landesrechnungshof: Schlimmer ließ das vergangene, nicht immer leichte Jahr im Kurzdurchgang Revue passieren- trotzdem könne man stolz auf das Erreichte sein. „Wir wollten nicht mit anderen tauschen.“
Bei der Landesgartenschau sei man nun auf der Zielgerade. 185 Tage LGS sollen zeigen, „dass Landau eine offene Stadt ist“.
Schlimmer bedankte sich bei Stadtkämmerer Messemer für ein „sehr übersichtliches Werk“. Es geht um den als dicken Maßnahmenkatalog konzipierten Haushalt für 2015, in dessen Mittelpunkt ein Fehlbetrag von 15 Millionen Euro steht. Die Stadt feiert ein kleines Jubiläum: Zum 25. Mal wird ein ausgeglichener Haushalt unmöglich sein.
59 Millionen Euro müssen alleine im Sozialbereich (Jugend, Inklusion, Flüchtlingsproblem, Kinderbetreuung) bedient werden. „Wir können uns nicht selbst aus dem Sumpf ziehen“, so Schlimmer. Man werde an der Steuerspirale drehen müssen. Und so wurde zumindest beschlossen, die Vergnügungssteuer zu erhöhen.
Im Folgenden gab es rege Diskussionen und Redebeiträge der Fraktionen. Was ist zwingend notwendig, auf was kann man verzichten? Da ist man sich im Stadtrat nicht ganz einig. Von einem Haushalt mit zwei Gesichtern sprach SPD-Fraktionsführer Ingenthron. Nein zur Erhöhung der Gewerbesteuer – ja zu Zukunftsinvestitionen, so sein Statement.
„Für uns Grüne gibt es sowohl gute Gründe für als auch gegen diesen Haushalt“, so Grünen-Fraktionsführer Lukas Hartmann. „So begrüßen wir die barrierefreie Konzeption des Heinrich-Heine-Platzes, zusätzliche Gelder und Personalstellen für die Betreuung von Flüchtlingen und die Erstellung einer Wohnungsmarktanalyse.
Dem gegenüber stehen fehlende Mittel für das Radwegebeschilderungssystem, der absolute Mangel an Personal für Bürgerbeteiligung und fragwürdigen Investitionen wie bei der An 44-Brücke oder dem Gewerbegebiet D10.“ (Der Antrag der Grünen-Fraktion, nach dem „eine Radwegebeschilderung für die EntWicklung des touristischen, aber auch des Alltags-Radverkehrs in der Stadt für unabdingbar und nicht zuletzt wegen der Landesgartenschau im nächsten Jahr unaufschiebbar,“ sei, wurde übrigens abgelehnt.)
Wolfgang Freiermuth könnte unter anderem auf das Haus zum Maulbeerbaum verzichten und stellt die Nutzung des Striefflerhauses zur Diskussion. „Die Horstbrücke als Durchgang zur Stadt muss sein“, stellte er allerdings klar.
„Wenn es um die Landesgartenschau geht, ist alles möglich, sind die Mittel da“, beklagte Dr. Gertraud Migl (UBFL). „Auf den Aussichtsturm dort hätte man verzichten können“, so Migl weiter. Eine von der UBFL beantragte Erhöhung der Gewerbesteuer um 5 Punkte wurde abgelehnt. Jochen Silbernagel (FDP) kann dem Haushalt zustimmen, da keine Erhöhung der Gewerbesteuer vorgesehen ist. Er begrüßt die Baulandstrategie, das zukünftige Gewerbegebiet D10 und unterstützt auch die geplante Brückensanierung AN44. Nach einigem Hin und Her wurde der Haushalt 2015 letztlich beschlossen.
Beirat zur Teilhabe
Der Stadtrat hatte am 22. Juli 2014 beschlossen, einen Beirat für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu bilden. „Wir stoßen in eine neue Dimension vor. Das ist Neuland und beide Seiten müssen lernen“, so Sozialdezernent Hirsch. Aus dem Stammtisch „Barrierefreies Landau“ heraus entwickelte sich eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.
Eine Auftaktveranstaltung fand am 9. Oktober 2014 statt. Es geht darum, dass schnell Strukturen geschaffen werden. Den Vorsitz habe der Sozialdezernent inne, „das muss aber nicht so bleiben“, so Hirsch, der im Beirat vor allem Betroffene handeln sieht. Menschen mit Behinderung sollen bei der Stadtplanung mitreden können. Hirsch freute sich über die Zustimmung des Stadtrates dazu. Über die Zusammensetzung werde im neuen Jahr entschieden. (desa)

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