Von dem durch das Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung herausgegebenen „Windatlas“ zeigten sich die im Bündnis „Energiewende für Mensch und Natur Rheinland-Pfalz“ zusammengeschlossenen Bürgerinitiativen enttäuscht.
Nach ihrer Einschätzung wird er dem Anspruch einer verlässlichen Berechnungsgrundlage für die Standortwahl neuer Windenergieanlagen (WEA) keinesfalls zweifelsfrei gerecht.
Auch eine Einflussnahme der Windindustrie wird vom Bündnis vermutet: „Für die maßgeblichen Berechnungen wurde nur ein bestimmter WEA-Typ eines einzigen Herstellers zugrunde gelegt,“ so ein Sprecher des Bündnisses. „Besser für mittel- und schwachwindige Standorte geeignete, effektivere Anlagentypen wurden nicht einmal in Erwägung gezogen.“ Das Bündnis wirft der rheinland-pfälzischen Landesregierung eine „manipulativen Vorgehensweise“ vor.
In dem Windatlas seien häufig unsichere Aussagen enthalten: „So lagen beispielsweise für den Teilraum Trier und Moseltal lediglich Eingangsdaten aus benachbarten Teilräumen vor. Auch für den westlichen Hauptkamm des Hunsrücks sind mangels ausreichender Daten die Ergebnisse mit einer signifikant erhöhten Unsicherheit behaftet. Und für den Teilraum Pfälzerwald wurde die Windhöffigkeit gar auf der Basis von Eingangsdaten aus der Pfalz und dem Rhein-Neckar-Raum berechnet“, so der Sprecher.
Wenigstens würde „vorsichtshalber“ darauf hingewiesen, dass vor allem Waldgebiete und besonders komplexe Geländeformen zu markanten Abweichungen führten, die in dem Windatlas nicht abgebildet werden könnten. Dies treffe auch auf kleinräumige Einflüsse zu. Gerade deshalb seien Genauigkeit und Aussagekraft der Studie für alle Gebiete mit hohem Waldanteil und zergliederter Landschaft durch große Unsicherheiten beeinträchtigt.
„Mit dem LEP IV hat Rheinland-Pfalz den Naturschutz ausgehebelt“, beklagt das Bündnis und fordert die für den Naturschutz unverzichtbaren Gebiete von der Windkraftnutzung auszuschließen: „Seit 15 Jahren werden Windräder in Rheinland-Pfalz errichtet; die Hälfte der vorgesehenen Anlagen steht bereits, viele weitere sind genehmigt oder schon im Bau. Erscheint also dieser Windatlas nicht mindestens 15 Jahre zu spät?“ (red)

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