Donnerstag, 21. Oktober 2021

Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ zeichnet Germersheim mit Silbermedaille aus

17. September 2021 | Kategorie: Kreis Germersheim, Regional

V.li.: Benjamin Berger, der stellvertretender Abteilungsleiter der Bauverwaltung, Bürgermeister Marcus Schaile, Erster Beigeordneter Dr. Sascha Hofmann.
Foto: Stadt Germersheim

Germersheim – Für die konsequente Umsetzung ihrer Grünflächenstrategie wurde die Stadt Germersheim mit der Silbermedaille des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“ und der Deutschen Umwelthilfe ausgezeichnet.

Das Bündnis übergab das Label „StadtGrün naturnah“ an Germersheims Bürgermeister Marcus Schaile und seinen Stellvertreter Dr. Sascha Hofmann im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses.

Blühwiesen für Wildbienen statt kurz geschorener Vielschnittrasen. Stadtbäume, die so gepflegt werden, dass sie altern können, statt gefällt und ersetzt zu werden. Vorschriften für eine lebendige Vorgartengestaltung ohne Schottersteine. Dies sind nur einige von vielen Maßnahmen, mit denen Städte und Gemeinden Punkte für das Label „StadtGrün naturnah“ sammeln können.

Am 15. September 2021 wurden die 15 neu gelabelten Kommunen bekannt gegeben. Unter ihnen die Stadt Germersheim, die mit Stadtratsbeschluss vom 13.Juli 2021 dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beitrat und es im Zertifizierungswettbewerb aus dem Stand zur Silbermedaille brachte. Germersheim spielt damit in einer Liga mit Städten wie der Kurstadt Bad Dürrheim im Schwarzwald, dem höchstgelegenen Solebad Europas, und Bielefeld, der mit knapp 334 000 Einwohnern achtgrößten Stadt Nordrhein-Westfalens. Die Zahl der zertifizierten Städte und Gemeinden steigt damit auf insgesamt 49 – mit zusammen rund 6,5 Mio. Einwohnern.

Bürgermeister Schaile zeigt sich begeistert über die begehrte Auszeichnung: „Das uns nun übertragene Label „‘StadtGrün naturnah‘ dokumentiert doch ganz klar, dass wir uns hundertprozentig auf dem richtigen Weg befinden. Die Früchte der harten Arbeit der letzten Jahre, oder vielleicht sollte ich besser sagen, der letzten Dekade, von einer neutralen Institution bestätigt zu wissen, freut mich unglaublich. In diesem Zusammenhang möchte ich meinen Mitarbeiter*innen von der ‚Grünkolonne‘ unseres Städtischen Betriebshofs unter der Leitung von Herrn Peter Weng ein ganz großes Lob aussprechen. Sie haben den Löwenanteil an unserer tollen Silbermedaille.“

Seit 2018 intensiviert die Stadt ihre Bemühungen, die vorhandenen Grünflächen naturnaher zu gestalten und den Naturschutz vor Ort insbesondere als öffentliche Hand zu stärken. Die Festungsstadt wurde im Jahr 2019 als eine von 14 Kommunen im aktuellen Labeling-Verfahren „StadtGrün naturnah“ ausgewählt. Im Rahmen des Verfahrens erfolgte eine umfangreiche Bestandsaufnahme der vorhandenen Flächen, der angewandten Pflegepraktiken sowie eine Maßnahmenplanung zur Förderung der Biodiversität im Stadtgebiet. Die Erkenntnisse aus der Teilnahme am Verfahren wurden in der Grünflächenstrategie der Stadt gebündelt und bilden die Grundlage für die Bewirtschaftung und Anlegung von Grünflächen in den kommenden Jahren.

Dr. Sascha Hofmann, Baudezernent und Erster Beigeordneter der Stadt Germersheim, betont, dass „wir für uns die Weichen gestellt haben und klimaangepasst handeln, und das ganz bewusst. Wir pflanzen vermehrt Bäume im Stadtgebiet an, die sich dafür eignen, dem Klimawandel zu trotzen, da unsere einheimischen Laubbäume im Hinblick auf die längeren Hitzeperioden der letzten Jahre und die Verstärkung von Extremwettereignissen in Zukunft keine großen Überlebenschancen mehr haben werden. Ich würde es sehr begrüßen, wenn unsere klimaangepasste Grünflächenstrategie auch für andere Behörden ein Anstoß dafür sein könnte, von ihrer konservativen Auffassung abzurücken und sich einer klimafreundlichen, und damit nachhaltigen, Pflanzpolitik zuzuwenden.“

In Germersheim wurden z.B. in der Orffstraße und am Paradeplatz bereits sogenannte „Klimabäume“ wie der Amberbaum, der im Herbst durch seine markante Farbe besticht, der sich durch seine becherförmigen Blüten auszeichnende Tulpenbaum sowie die Esche gepflanzt. Alle drei Baumarten zählen zu den stabilen Klimawandelbäumen, die mit den veränderten Stressbedingungen, denen Gehölze im Stadtbereich vermehrt ausgesetzt sind, weitaus besser zurechtkommen als die in der Vergangenheit angepflanzten „traditionellen“ Laubbäume. (sn/red)

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