London – Die neue britische Premierministerin Theresa May hat am Mittwochabend die Amtsgeschäfte aufgenommen.
Nach einem etwa halbstündigen Aufenthalt im Buckingham Palace und der Ernennung durch die Queen begab sie sich unmittelbar zu Downing Street No. 10, wo sie sich erstmals in der neuen Position an die Öffentlichkeit wandte.
Sie trete in die Fußstapfen von David Cameron, einem „modernen Premierminister“, so May. Sie wolle für soziale Gerechtigkeit sorgen und sprach konkret die Sorgen von sozial benachteiligten Gruppen an. Viele wüssten nicht, dass der volle Name ihrer Partei „Conservative and Unionist Party“ laute.
May versprach, sich für alle Bürger einzusetzen und nicht nur für eine privilegierte Oberschicht.
May hat laut eines Berichts der BBC nach der Ernennung bei ihrem ersten offiziellen Telefonanruf die Nummer von Bundeskanzlerin Angela Merkel gewählt. Details aus dem Gespräch wurden zunächst nicht bekannt.
Merkel befand sich am Mittwochabend in Kirgisistan auf einem Zwischenstopp, bevor sie morgen nach Ulan Bator in der Mongolei weiterfliegt, um dort am ASEM-Gipfel teilzunehmen.
Vorgänger David Cameron hatte sich am Nachmittag ein letztes Mal vor der Residenz in Downing Street No. 10 an die Öffentlichkeit gewandt. Nicht jede Entscheidung in seiner sechsjährigen Amtszeit sei richtig gewesen, aber heute sei das Land deutlich stärker, so Cameron im Beisein von Frau und Kindern.
Unmittelbar danach machte er sich mit seiner Familie auf den Weg in den nur wenige Hundert Meter entfernten Buckingham Palace, wo Queen Elizabeth II. seinen Rücktritt entgegen nahm. Rund 20 Minuten später traf Theresa May ein und nahm die Aufforderung der Queen, eine Regierung zu bilden, unmittelbar an.
Für die Queen schon fast ein Routinegeschäft, May ist die 13. Regierungschefin in ihrer Amtszeit. Der Palast verbreitete ein Foto, auf dem May einen Knicks vor dem britischen Staatsoberhaupt macht. Mit Spannung wird erwartet, wie May ihr Kabinett zusammenstellt.
Zudem wartet jetzt auf sie die schwierige Aufgabe, den per Referendum beschlossenen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union umzusetzen.
Neue Minister
Theresa May hat wichtige Ministerposten im Kabinett neu besetzt.
Der frühere Londoner Bürgermeister und „Brexit“-Befürworter Boris Johnson wird überraschend britischer Außenminister. Der vorherige Außenamtschef Philip Hammond wechselt ins Finanzressort.
Der bisherige Finanzminister George Osborne hatte zuvor seinen Rücktritt eingereicht. Die bisherige Energieministerin Amber Rudd wird Innenministerin und übernimmt damit den Posten, den May in den letzten sechs Jahren selber innehatte.
Verteidigungsminister Michael Fallon soll sein Amt behalten. Der erzkonservative David Davis soll neuer „Brexit-Minister“ werden.
Er steht der Europäischen Union ablehnend gegenüber, machte aber in der Vergangenheit auch Schlagzeilen mit der Forderung nach Wiedereinführung der Todesstrafe.
(dts Nachrichtenagentur/red)

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