Mittwoch, 23. Oktober 2019

Bewerberin um das Amt des/der 2. Hauptamtlichen Beigeordneten stellt sich vor: Hartmann fordert Hartmann heraus

27. September 2019 | 1 Kommentare | Kategorie: Allgemein, Landau, Leute-Regional, Politik regional, Regional

Kandidatin in die Mitte genommen: Dr. Gertraud Migl und Wolfgang Freiermuth, Christiane Hartmann, Florian Maier und Bastian Stock.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Landau. Bis heute Mittag (27. September) wusste niemand davon, doch jetzt haben vier Stadtratsfraktionen, nämlich SPD, FWG, Pfeffer und Salz sowie Linke in einem Pressegespräch bekannt gegeben, dass sie die Bewerbung von Christiane Hartmann, einer unabhängigen, nicht parteigebundenen Bewerberin für das Amt des/der 2. Hauptamtlichen Beigeordneten, unterstützen werden.

Florian Maier, Fraktionschef der SPD im Stadtrat, zeigte sich sehr beeindruckt davon, dass sich eine Landauerin, obwohl keine riesige Chance dafür bestehe, für das Amt beworben hat. Die Bewerbung liegt inzwischen der Stadt vor. Die 36-jährige Diplomökologin Christiane Hartmann hat quasi auf den letzten Drücker (Bewerbungsfrist ist der 5. Oktober) ihren Hut in den Ring geworfen.

Sie sei schon immer politisch interessiert, sagt sie. „Es ist wichtig, dass es einen Gegenkandidaten gibt – ich fühle mich sehr dafür geeignet“. Hartmann (nicht verwandt oder verschwägert mit dem Grünen-Stadtrat und Konkurrenten Lukas Hartmann), wolle einen unvoreingenommenen Blick aus der Sichtweise einer Frau einbringen.

Seit zehn Jahren wohnt Hartmann, die in Karlsruhe aufgewachsen ist und zwei Kinder im Alter von 7 und 10 Jahren hat, in Landau. In einer Stadtratssitzung war sie noch nicht und kennt auch die Akteure dort nicht. Was nicht unbedingt von Vorteil sein dürfte. Der Grüne Hartmann kann mit Fraktionserfahrung im Stadtrat und mit OB-Wahlkampferfahrung punkten.

Dem hält Christiane Hartmann selbstbewusst entgegen. Sie sieht sich als Gestalterin, was schon der Beruf mit sich bringt. Sie arbeitet in einem großen Speyerer Ingenieurbüro. „Zu meinen Aufgaben gehören vor allem die eigenverantwortliche Erstellung von artenschutzrechtlichen Beurteilungen sowie die Betreuung von Bauvorhaben als umweltfachliche Bauüberwachung. Meine Tätigkeiten erfordern fundierte Kenntnisse der Gesetze sowie ein hohes Maß an Kreativität und Verantwortung“, beschreibt Hartmann ihre Aufgaben.

Bei Bauvorhaben gebe es ständig neue Situationen, auf die individuell reagiert werden müsse. Konkret sei sie derzeit an den Großprojekten „Ausbau-und Neubaustrecke der Rheintalbahn Karlsruhe-Basel und „Lärmsanierung an Schienenwegen des Bundes“ beteiligt.

Christiane Hartmann möchte gerne Zweite hauptamtliche Beigeordnete werden.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

Sie sei routiniert in der Zusammenarbeit mit Vorhabensträgern, Regierungspräsidien, Behörden und anderen Dienststellen und kenne die Schwierigkeiten, die an der Schnittstelle von Naturschutz und aktiver Nutzung entstehen können. Auch im Ehrenamt sei sie „immer gewesen“, unter anderem auch im Förderverein Grundschule Süd.

Die Fraktionen sind begeistert von „ihrer“ Kandidatin. Sie habe gelernt, zwischen Interessengruppen zu vermitteln, wolle nicht polarisieren, sondern den Ausgleich suchen, so Florian Maier.

Wolfgang Freiermuth (FWG): „Sie ist sehr glaubwürdig und geerdet, hat eine fundierte Ausbildung und den Bezug zu Verwaltungsgremien.“

„Wir möchten gerne eine Frau im Stadtvorstand, das haben wir immer gesagt“, so Dr. Gertraud Migl von Pfeffer und Salz-Fraktion. „Wir haben für eine Ausschreibung gekämpft. Und Frau Hartmann ist für uns wählbar. Sie kommt aus der Praxis, ist sozial sensibel und wäre eine große Bereicherung für die Stadt“. Im Übrigen habe man der Kandidatin „viele knifflige Fragen“ gestellt. Das Ergebnis muss wohl sehr gut ausgefallen sein. Migl attestiert Hartmann auf jeden Fall auch „Lernbereitschaft und die Bereitschaft, sich einzuarbeiten“.

„Sie kann vermitteln ohne große philosophische Worte und wird integrativ wirken“, sagt Linken-Stadtrat Bastian Stock über die Bewerberin. Man wolle den politischen Diskurs, Ideen austauschen ohne „Mauscheleien“.

Die AfD hat man, obwohl auch Oppositionsfraktion, nicht ins Boot geholt. Man könne sicherlich aber Frau Hartmann von AfD-Seite anfragen, ob Interesse an einem Gespräch bestehe, gibt Migl zu. Nun komme es darauf an, Christiane Hartmann mit einer Kampagne bekannt zu machen.

Hintergrund:

Der Stadtrat hatte in seiner konstituierenden Sitzung am 13. August die Ausschreibung der Stelle einer bzw. eines hauptamtlichen Beigeordneten beschlossen, mit dem Ziel, die Wahl am 24. September durchzuführen.

Nach Angaben der Stadt wurde nun der Zeitplan für die Stellenausschreibung nochmals angepasst. Neuer Termin für die Wahl der bzw. des Beigeordneten ist die terminierte Sitzung des Stadtrats am 5. November.  (desa)

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Ein Kommentar auf "Bewerberin um das Amt des/der 2. Hauptamtlichen Beigeordneten stellt sich vor: Hartmann fordert Hartmann heraus"

  1. Redagdeur neuje Pälzer Zeidung sagt:

    „Die AfD hat man, obwohl auch Oppositionsfraktion, nicht ins Boot geholt.“
    Wasch mich, aber mach mich nicht nass – fällt mir dazu ein. Verschwurbelter geht’s nicht. Immerhin, es ist schön festzustellen, dass man ab und an zumindest mit einem Auge auf die AfD als Partner schielt. Wer es jedoch mit einer Gegenkandidatin (die mir übrigens sehr gut gefällt) ernst meint und es gegen den Grünen Notstand versucht, sollte auch den Mut haben und mit der AfD direkt reden (es kann ja auch zuerst in einem tiefen dunklen Keller sein). Denn um den Grünen nicht ans Ruder zu lassen, muss die komplette Opposition inkl. der AfD schon noch auf ein paar Umfaller innerhalb der großen Koalition spekulieren. So oder so, ich bin sehr gespannt, was da bis zum 5. Nov noch kommt.

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