Wörth – Innerhalb eines Tages brachte der Künstler Andreas Hella in der vergangenen Woche für die der Gemeinde Wörth im Altort ein Wandgemälde auf, das er der Stadt schenkte.
Zwei Pferdevorderleiber die sich in unterschiedliche Richtungen auseinander bewegen, im Maul Pinsel, Farbe tropft herab, dazwischen ein Schild „Kunst-Richtung“, gekrönt von einem Hühnerkopf – bewusst spielt der Künstler Andreas Hella mit den eingesetzten Motiven.
„Das Huhn spielt einmal auf die Besitzerin der Mauer an – sie hat dahinter ihr Hühnergehege – und zum anderen auch auf die Tiermalerei ‘von Zügels’; es ist gerade dabei, das Ei des Kolumbus zu legen“, so der Künstler.
Ein Hingucker ist es wieder einmal geworden, was er innerhalb kürzester Zeit auf der schmalen Wand aufbrachte. Gearbeitet wurde in Airbrushtechnik, die Hella bereits in vielen Regionen bei den unterschiedlichsten Aufträgen verwendete hat. Das Wandgemälde setzt sich auf humoristisch-nachdenkliche Weise mit der Frage der Kunstrichtungen auseinander.
Andreas Hella lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Wörth. Er studierte an der Staatlichen Akademie der BIldenden Künste in Karlsruhe. Er arbeitet vorwiegend mit den Schwerpunkten Zeichnung, Malerei, Wandmalerei und Objektebau. Dabei verwendet er oft zeit- und gesellschaftskritische Themen.
Der Künstler gestaltete schon vieles in Airbrush-Technik – von der Kneipe um die Ecke, über etliche Bowling-Anlagen und Discotheken bis hin zu Motorrädern oder Helmen. Er nahm bereits an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil und ist zudem im Vorstand des Wörther Kunstvereins.
Bereits im vergangenen Monat gestaltete Hella gleich zwei andere Auftragsarbeiten: An einer Hausfassade in Linkenheim-Hochstetten malte er auf einer Fläche von neun auf acht Metern eine durch die Mauer brechende Straßenbahn für die Gemeinde. Anlass war das 25-jährige Jubiläum von „die Straßenbahn kommt nach Linkenheim-Hochstetten“, was zur Wahl des Motives anregte.
Ebenso erarbeitete er am Weschbuglplatz in Hochstetten an der Fassade eines ehemaligen Schulhauses auf Wunsch der Gemeinde eine großformatig angelegte, naturalistische Darstellung einer Wäscherin in der ursprünglichen Landschaft. Beides Mal setzte er die Airbrush-Technik ein.
In Wörth hat der Künstler das erweiterte Ziel vor Augen, den Ruf der Gemeinde Wörth als Malerdorf zu Heinrich von Zügels Zeiten quasi in die Moderne kippen und wiederbeleben zu wollen. Hierzu will der umtriebige Künstler nun einen weiteren persönlichen Beitrag leisten, den Ort mithilfe künstlerischer Mittel aufzuwerten und optisch reicher zu gestalten.
„Die Kunst vermag zu öffnen und immer wieder neuerliche Anreize zu erschaffen“, so Hella.
Ebenfalls ein künstlerisches Anliegen ist ihm eine Aktion mit Sprayern, die am letzten Wochenende im August mit einer Graffiti-Aktion in Form eines Wettbewerbs in der Unterführung der Alten Bahnmeisterei in Wörth durchgeführt werden wird. Hierfür werden noch Sponsoren gesucht. (Wir berichteten: Graffiti-Kunst: Wörth soll schöner werden – noch Sponsoren gesucht)
„Ich möchte nicht nur über aus meiner Sicht angebrachte Veränderungen reden, sondern für Jedermann- und Frau optisch vielleicht staunend, vielleicht lächelnd nachvollziehbar sichtbar machen: in diese (Kunst-) Richtung könnte es gehen. Veränderungen in Gang bringen – das ist die Aufgabe der Kunst“, so der Künstler. So möchte Hella auch mit seinem aktuellen Wandgemälde ein Zeichen für Bewegung setzen. Künstlerisch ist ihm das hervorragend gelungen. (sek)

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