Speyer – Am 28. Oktober jährt sich der Geburtstag von Kaiser Heinrich III. zum tausendsten Mal.
Geboren wurde der Kaiser aus dem Geschlecht der Salier wahrscheinlich in Goslar, wo heute sein Herz begraben liegt. Sein Körper wurde auf seinen Wunsch hin an demselben Ort bestattet, an dem auch seine Eltern begraben liegen: dem Dom zu Speyer.
Sein Grab wird anlässlich seines runden Geburtstags mit Blumen geschmückt. Auch aus Anlass seines Geburtstags ist am 28. Oktober im Dom-Besucherzentrum gratis ein Magazin zu Heinrich III. erhältlich, das von der Stadt Goslar herausgegeben wurde.
Heinrich III. war der Sohn von Konrad II., der als erster Salier den Kaiserthron bestiegen und den Dom gegründet hatte. Vor allem zu Beginn seiner Herrschaft war Heinrich dem Speyerer Dom sehr gewogen. Er trieb den Dombau voran und holte Bischof Benno von Osnabrück als Baumeister nach Speyer.
Mit seinen Plänen vergrößerte er nochmals die ohnehin schon gigantischen Ausmaße der Kathedrale, so dass der Dom zur längsten Kirche der Welt wurde.
Heinrich vergrößerte auch die Bedeutung des Doms indem er ihn mit wertvollen Stiftungen bedachte. Durch den salischen Kaiser gelangten wertvolle Reliquien in den Domschatz, die heute noch in der Katharinenkapelle des Doms verehrt werden: Das Haupt des Heiligen Stephanus, eine Kopfreliquie des Märtyrers Anastasius sowie eine Reliquie des Heiligen Guido von Pomposa.
Darüber hinaus schenkte der Kaiser der Domkirche eines der prachtvollsten Bücher der damaligen Welt: den Codex Aureus. Dieses Evangeliar ist mit Goldtinte geschrieben und besitzt zahlreiche aufwendig gestaltete Illustrationen und Miniaturen.
Das Domkapitel bedachte er mit Schenkungen und das Domstift stattete er mit Gütern und Vogteirechten als Grundlage für eine erfolgreiche Wirtschaft aus. Nach einem Streit mit Bischof Sigibodo, der sich an der Vergrößerung der Grablege entzündete, wandte sich Heinrich III. von Speyer ab.
Der salische Kaiser galt als frommer Mann mit asketischen Zügen. Als kennzeichnend für sein Naturell gilt, dass er zu seiner Hochzeit mit Agnes von Poitou Spielleute und Narren auslud. Heinrich III. bemühte sich um eine Erneuerung der Kirche und hatte enge Kontakte zu den Reformern von Cluny.
Dass die Stärkung der Kirche durch die Kirchenreform – wesentlich war hier die Abkehr vom Ämterhandel und von Priesterehen – auch zu Angriffen auf die kaiserliche Beteiligung bei der Bischofseinsetzung führen sollte, sah Heinrich III. nicht voraus. Diese Entwicklung gehörte, zusammen mit der Vollendung des Doms, zu dem Erbe, dass er mit seinem Tod im Jahr 1056 an seinen Sohn und Nachfolger Heinrich IV. übergab.
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