
Diese Bleitafel wurde bei der Öffnung des Grabes der Kaiserin Gisela im Jahr 1900 gefunden und befindet sich nun in der Sammlung „Domschatz“ im Historischen Museum der Pfalz.
Foto: Historisches Museum der Pfalz/Peter Haag-Kirchner
Speyer – Im Sommer diesen Jahres wurde die Bleitafel aus dem Grab der Kaiserin Gisela, die im Jahr 1900 bei der Graböffnung im Speyerer Dom gefunden wurde, mit modernsten wissenschaftlichen Geräten von Mitarbeitern der Universität Heidelberg untersucht.
Kaiserin Gisela starb am 15. Februar 1043 in Goslar, ihr Leichnam wurde nach Speyer überführt und am 11. März an der Seite ihres bereits 1039 verstorbenen Gemahls Konrad II. beigesetzt.
Die Bleiplatte, die im Historischen Museum der Pfalz ausgestellt ist, trägt eine insgesamt 14-zeilige Inschrift, von der aber nur die ersten drei Zeilen und der Beginn der vierten Zeile deutlich eingraviert sind. Ziel der Untersuchung war es, die vollständige Inschrift zu rekonstruieren.
Um Gewissheit über den Text zu erlangen, wurde die Tafel mit einem Streifenlichtscanner untersucht. Der Scanner ist in der Lage, selbst kleinste Unebenheiten, die für das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmbar sind, zu erkennen und darzustellen, so dass Inschriften, die mittlerweile verloren scheinen, rekonstruiert werden können.
Tatsächlich konnte damit nun die gesamte Inschrift entziffert werden.
Gisela war die Tochter Hermanns II. von Schwaben und seiner Frau Gerberga.
Nach der Wahl Konrads II. zum deutschen König weigerte sich Erzbischof Aribo von Mainz, Gisela gemeinsam mit ihrem Mann zu krönen. Auf Bitten der Fürsten hat Erzbischof Pilgrim von Köln am 21. September 1024 die Krönung vorgenommen.
Gisela war eine stattliche Erscheinung, die sich durch Freigebigkeit und Klugheit auszeichnete. Sie war gewandt im Umgang mit anderen Menschen, besaß ein tieferes religiöses Empfinden als ihr Gatte und eine gute Bildung.

Blick in das Grab der Kaiserin Gisela bei der Graböffnung 1900.
Foto: Historisches Museum der Pfalz/A. Schroeck

Die Grabkrone aus Kupfer ist ein Kronreif, der hinten durch Zwischenstücke zweimal zusammengeblattet ist. An der Vorderseite befindet sich ein Kreuz, an den Seiten und hinten je eine Lilie, die oben am Reif mit je zwei Nieten angesetzt sind. Rechts an der Seite beginnt die Umschrift in eingeritzten Kapitalen GISLE IMPERATRIX.
Foto: Historisches Museum der Pfalz/Peter Haag-Kirchner

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