Sonntag, 20. Oktober 2019

Ludwigshafen/Speyer: Nachlass von Helmut Kohl fließt in Stiftung – Anwalt: Grab in Speyer „Kohls eigener Wunsch“

22. Juni 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Ludwigshafen, Nachrichten, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Politik, Rhein-Pfalz-Kreis
 Altkanzler Helmut Kohl (verstorben 16.6.2017).  Foto: dts Nachrichtenagentur

Altkanzler Helmut Kohl (verstorben 16.6.2017).
Foto: dts Nachrichtenagentur

Ludwigshafen/Speyer –   – Im Streit um den Nachlass des verstorbenen Altbundeskanzlers Helmut Kohl läuft alles auf die Gründung einer eigenen Stiftung hinaus.

„Frau Kohl-Richter vertritt die Auffassung, dass der Nachlass in Historiker-Hände gehört. Das wird von ihr nicht infrage gestellt“, sagte Stephan Holthoff-Pförtner, der Anwalt der Witwe des Altbundeskanzlers.

Wie der Prozess genau gestaltet werde, sei noch nicht klar. „Vor der Beisetzung werde ich die Frage, wie die Stiftung gestaltet wird, nicht diskutieren. Aber es ist völlig klar, dass sie kommen wird“, erklärte Holthoff-Pförtner.

Zum Familienstreit um das Grab von Helmut Kohl sagte Holthoff-Pförtner: „Seit Helmut Kohl sich mit seinem eigenen Tod beschäftigt hat, war völlig klar, dass es auf Speyer als Ort der Beisetzung hinauslaufen würde. Das hat er mir selbst schon vor einiger Zeit gesagt.“

Der Bischof von Speyer habe die Möglichkeit eingeräumt, auf dem Friedhof am Platz der Einheit beigesetzt zu werden. Er selbst habe Kohl ein Foto des Friedhofs gezeigt, sagte Holthoff-Pförtner.

Die Entscheidung für ein Grab dort habe „nichts mit irgendwelchen Familienangelegenheiten zu tun, sondern war ganz ausdrücklich der persönliche Wunsch Helmut Kohls“, sagte der Anwalt. „Seine Verbindung zu Speyer war unglaublich eng. Kohl wollte keinen Ärger, sondern er wollte für sich die letzte Ruhe.“

In den Schlagzeilen sind derzeit auch die zweite Ehefrau Kohls, Maike Kohl-Richter, und Kohls Sohn Walter (53). Walter Kohl warf der Frau seines Vaters vor, ihn nicht telefonisch vom Tod seines Vaters informiert zu haben. Er habe davon im Radio erfahren.

Als er in Begleitung der Kohl-Enkel zu einem Gespräch in sein Elternhaus in Oggersheim kommen wollte, stand er vor verschlossenen Türen und wurde nicht eingelassen.

Die schwierigen Familienverhältnisse sind lange bekannt. Seit Jahren hatten Helmut Kohl und seine zweite Frau keinen Kontakt mehr zu den beiden Söhnen Walter und Peter aus der ersten Ehe mit Hannelore Kohl. Die Kohl-Söhne hatten sich in den letzten Jahren in Büchern und in Talkshows höchst kritisch zu Maike Kohl-Richter und auch über ihren Vater geäußert.

(dts Nachrichtenagentur/red)

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