Freitag, 28. April 2017

Rosenthal-Ehrenpreis für Dieter Thomas Heck: Beispielgebender sozialer Einsatz

16. September 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Landau, Regional

 

Dieter Thomas Heck nimmt gerührt von Ministerpräsident a. D. Kurt Beck den mit 10.000 Euro dotierten Preis entgegen.
Fotos: pfalz-express/Ahme
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Landau. Dieter Thomas Heck ist neuer Preisträger  des Rosenthal-Ehrenpreises. Seit 2003 verleihen die Hans-Rosenthal-Stiftung und der Verein“Aktion Hilfe in Not“ diesen Preis in der Jugendstil-Festhalle.

Der mit 10.000 Euro dotierte Charity-Preis wird alljährlich an Personen oder Institutionen vergeben, die sich in herausragender Weise und uneigennützig für Not leidende Menschen einsetzen.

Unter den Preisträgern waren zum Beispiel Karlheinz Böhm, Ingeborg Schäuble, Christina Rau, Veronica Ferres, Peter Maffay und Franz Beckenbauer.

Der Preis selbst ist eine Bronze-Plastik, ein Pelikan als Symbol der Fürsorge und Nächstenliebe. Sie stammt von dem bekannten Bildhauer Professor Gernot Rumpf.

In diesem Jahr war Dieter Thomas Heck Empfänger des Preises. Der 76-Jährige Entertainer, Moderator und Schauspieler ist vielen Menschen bekannt als langjähriger „Mister ZDF-Hitparade“.

Heck ist ein sozial denkender und handelnder Mensch, engagiert sich für Kinder und im Tierschutz. Unterstützt wird er darin von seiner Frau Ragnhild, die ihn zur Verleihung des Preises nach Landau begleitet hatte.

Udo Vogel, erster Vorsitzender des Vereins „Hilfe in Not“, begrüßte die Gäste, unter ihnen Laudator Kurt Beck, im schön dekorierten Kleinen Saal der Jugendstil-Festhalle und erinnerte zu Beginn an den Organisator und Ideengeber vieler Rosenthal-Galas, Patrick Weiß, der letztes Jahr starb. „Aus diesem Grund hat es dieses Jahr auch keine Gala gegeben“, sagte Vogel. Heck sei in 20 Rosenthal-Galas immer Vorbild für Weiß gewesen.

Dieter Thomas Heck habe „zum Schlager gestanden, auch als es nicht en vogue „gewesen sei, bemerkte OB Hans-Dieter Schlimmer. Mittlerweile sei der Schlager jedoch zum Kulturgut geworden.

Kleine Gesten machen Menschen glücklich – dieser Meinung ist Claudia Melters, die durch den Abend führte. Sie erzählte eine kleine Anekdote aus ihrer Zeit als unbedeutende Moderatorin, die belegte, dass für Heck auch solche Leute wichtig sind, die nicht im Rampenlicht stehen.

Eine große Überraschung erlebte der Preisträger, denn mit Gabi Baginsky, die kürzlich 45-jähriges Bühnenjubiläum feiern konnte, stand eine Künstlerin auf der Bühne, mit der Heck eine langjährige Freundschaft verbindet. Baginsky ist auch eines der Gründungsmitglieder der Grit-Jordan-Stiftung, die Heck ins Leben gerufen hat.

Dieses Engagement würdigte auch Gert Rosenthal, Sohn des legendären Quizmasters Hans Rosenthal. „Das selbstlose Engagement von Dieter Thomas Heck soll anerkannt werden. Du hast den Preis wirklich verdient“, so Rosenthal.

Heck habe Herzensbildung, bescheinigte Laudator Kurt Beck seinem Freund. Er sprach auch über den 1992 gegründeten Grit-Jordan-Verein e.V. für Spina bifida-Kinder (Kinder mit einer Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks) und für die erkrankten Kinder in Tallinn/Estland.

Zu den Aktivitäten des Vereins gehören Hilfstransporte nach Estland, Spendenaktionen zur besseren Ausstattung der Operationssäle in Tallinn und zur Durchführung von Operationen vor Ort sowie die Schirmherrschaft über die Pädiatrische Neurochirurgie der Berliner Charité. Ein wichtiges Projekt des Grit-Jordan-Vereins war der Neubau eines Jugendwohnheims in Estland.

Dieter Thomas Heck und Ragnhild Heck unterstützen seit vielen Jahren die Kindernothilfe in Duisburg. Außerdem haben sie Patenschaften übernommen. Auch der Verein zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz e.V und Tierschutzarbeit gehören zu ihren Aktivitäten. Gerührt nahm der Geehrte seinen Preis unter großem Applaus von Gert Rosenthal, Udo Vogel und Kurt Beck entgegen.

Mehr über Preisträger Heck verrät das Pfalz-Express-Interview.

PEX: Herr Heck, Sie haben ja als Kind aufgrund von Kriegserlebnissen stark gestottert, das ist bekannt. Wie haben Sie das denn in den Griff bekommen und was war Ihre Therapie?

Das Singen war ein wichtiger Punkt, es ging dabei um die richtige Atemtechnik. Die meisten Menschen stottern, weil sie falsch atmen. Ich wollte eigentlich auch mal klassisch singen. Und das hätte ich auch gekonnt. Aber dann kam die Schlagerseite dazwischen.

Meine Professorin sagte, „ich habe gehört, Sie waren bei dem Tingelmenschen Frankenstein“, (sie meinte Peter Frankenfeld). Sie sagte: „Da gehören sie nicht hin“. Aber wenn Sie das für wichtiger halten, bleiben Sie halt dort.“ Und das habe ich auch gemacht.

PEX: Sie haben die ZDF-Hitparade 183 mal moderiert. Wann war der Punkt für Sie zu sagen: Jetzt ist Schluss?

Irgendwann willst du etwas anderes machen. Außerdem liefen damals Pyramide und Hitparade gleichzeitig. Ich hätte auch noch viele andere Ideen gehabt. Dann muss man sich von dem älteren Kind trennen und das war eben die Hitparade.

PEX: Die Hitparade war sehr prominent aufgestellt zu ihrer Zeit. Wäre eine solche Sendung heute nicht mehr vorstellbar? Und würden Sie die überhaupt machen wollen?

Ja natürlich, warum nicht. Die Hitparade läuft übrigens noch unter zdf kultur.

PEX: Wie hat sich denn der Schlager entwickelt?

Er ist moderner geworden, wenn ich an  Helene Fischer denke oder Andrea Berg. Die haben eine ganz andere Art zu singen. Das ist nicht mehr Manuela.

PEX: Wo sehen Sie die inhaltlichen Unterschiede?

Wir hatten auch damals Sachen drin, wo ich sagte, das muss eigentlich nicht sein.
Aber du kannst ja nicht alles mögen, was du in der Sendung präsentierst. Mit der Besetzung hatte ich nichts zu tun.

Das machte eine Jury im ZDF. Ich sagte aber manchmal: „Kinder überlegt euch, was ihr da rein nehmt. Es muss nicht jeder Käse rein“.
Es waren aber schon Sachen drin, die anders waren, die ich aber auch geschluckt habe. Die Neue Deutsche Welle war zum Beispiel etwas, was nicht uninteressant war.

PEX: Wenden sich junge Schlagersänger manchmal an Sie?
Ja, das kommt natürlich vor. Aber ich kann ihnen nicht weiterhelfen.

PEX: Besuchen Sie auch manchmal Musikveranstaltungen?

Ja sicher. In letzter Zeit habe ich, das hat aber jetzt nichts mit Musik zu tun, im ZDF Hafenkante eine kleine Rolle gespielt. Das fand ich sehr interessant.

PEX: Sehen Sie noch Schlagersänger von damals?

Ja, den einen oder anderen sehe ich schon noch. Zum Beispiel Wolfgang Petry, Andreas Martin, Tony Marschall, Jürgen Drews. Bernd Clüver war ein guter Freund von mir. Sein Tod hat mir sehr leid getan.

PEX: Sollten junge Sänger an einer Casting-Show teilnehmen?

Da kommen und gehen Leute. Mehr kann es nicht sein. Es sind oft vielversprechende Leute dabei. Heino als Jurymitglied zu verpflichten, ist eine gute Idee, weil er ein völlig anderes Publikum bringt. Leute, die Heino gehört haben, haben sicher nicht Bohlen gehört.

PEX: Sie waren ja Allrounder: Moderator, Sänger, Schauspieler. Was haben sie am liebsten gemacht?

Das wäre so, als wenn Sie fragen würden, welches Kind von ihren drei Kindern haben Sie am liebsten? Da sage ich: Alle drei sind mir gleich lieb.

PEX: Als das ZDF 2007 eine Programmumstrukturierung gemacht hat, wurden die beiden Sendungen „Sommerhitfestival“ und „Melodien für Millionen“ aus dem Programm genommen, warum?

Ja, das war ein Jammer. Ich weiß nicht, warum. Da müssen Sie andere fragen. Ich hielt es jedenfalls für dummes Zeug und war nicht erfreut darüber.

Dieter-Thomas Heck hat ein großes Herz und setzt sich für Institutionen ein.
Er widmet aber auch dem Tierschutz viel Zeit. In Spanien, wo Hecks ein Haus mit 10.000 Quadratmeter Grundstück besitzen, leben sechs gerettete Hunde.

Heck erzählt gerne und ausführlich von seinen Hunden. Am Ende des Gesprächs erklärt er sich auch bereit, Schirmherr des Landauer Welttierschutztages zu werden, dessen Organisatorin das Interview mit ihm geführt hat.

Der Pfalz-Express dankt für das nette Gespräch. (desa)

Im Vorfeld der Preisübergabe und kurz vor dem Pfalz-Express-Interview, trug sich Heck auch in das Goldene Buch zur Preisvergabe ein. Mit dabei Jenny Sarter und Udo Vogel.
Foto: www.pfalz-express/Ahme

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