Samstag, 18. November 2017

Reisetipps für herbstliche Städte-Trips in Rheinland-Pfalz

4. August 2017 | noch keine Kommentare | Kategorie: Ausflugsziele in der Pfalz, Reise, Rheinland-Pfalz, Vermischtes
Foto: Pfalz-Exopress

Foto: Pfalz-Exopress

Im Herbst färben sich die Rebenblätter rotgolden, die Weinberge beginnen förmlich zu glühen. In manchen Jahren legt sich der Altweibersommer noch einmal richtig ins Zeug. Zeit also, um Rheinland-Pfalz von seiner schönsten Seite zu erleben.

Denn nicht nur zwischen Mai und August bietet sich dieses Bundesland als Reiseziel für Radler, Weinfreunde und Sightseeing-Fans an, sondern auch von September bis November, der Hauptsaison des Federweißers.

Je nachdem, wann die Weinlese beginnt, warten die Winzer irgendwann zwischen Anfang September und Ende Oktober mit den ersten Jungweinen, auch Federweißer genannt, in ihren Regalen auf. Im Zusammenspiel mit deftigem Zwiebelkuchen entfaltet dieser süße Traubensaft erst richtig seinen Geschmack, Grund genug, den schmackhaften Mix direkt vor Ort einmal auszuprobieren.

Das historisch geprägte Städtchen Bernkastel-Kues an der schönen Mosel bietet zu diesem Anlass eine wunderbare Kulisse, von hier aus starten auch die Schiffsrundfahrten über den Fluss, der sich zwischen den Weinbergen dahinschlängelt.

Foto: Pfalz-Express

Foto: Pfalz-Express

Die oftmals mit alten Inschriften versehenen Gebäude der Altstadt entfalten ihren ganz speziellen Charme, ein Stopp bei Bonbon-Willi gehört zu den Pflichten eines jeden Besuchers. Denn wo sonst dürfen Leckermäuler dabei zusehen, wie die zuckersüßen, kunterbunten Köstlichkeiten unter der sanften Hand eines traditionellen Bonbonproduzenten entstehen?

Frisch gestärkt und mit einer Tüte bunter Zuckerkugeln in der Hand geht es anschließend zu Fuß oder mit dem Burg-Landshut-Express hinauf zur gleichnamigen Burgruine, durch wunderbar herbstliche Wälder, bis der Baumbestand den Blick freigibt über das malerische Moseltal.

Trier

Porta Nigra / Foto Pfalz-Express/Koch

Porta Nigra / Foto Pfalz-Express

Ungefähr eine Stunde Fahrt in Richtung Westen, immer an der Mosel entlang, liegt die uralte Kaiserstadt Trier mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Die Ältesten von ihnen stammen aus der Römerzeit, wie die weltbekannte Porta Nigra aus dem 2. Jahrhundert, das Amphitheater und die Kaisertherme.

Der Römer-Express, eine moderne Mini-Bahn, fährt das ganze Jahr über unermüdlich durch die Stadt und kutschiert dabei interessierte Touristen an den wichtigsten Hotspots vorbei. Derweil liefert die Lautsprecheranlage zu jeder Attraktion die passenden Erklärungen, also genau das Richtige für Urlauber, die Wert auf ein bisschen Bequemlichkeit legen.

Auf der Shoppingmeile locken wiederum vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und dazwischen immer wieder nette kleine Cafés in stillen Gässchen, wo Kaffee, Kuchen und Eis serviert werden. Sollte der eine oder andere Herbstregen fallen, dann tut es sicher gut, sich dort zurückzuziehen und von drinnen die vorbeieilenden Passanten zu beobachten.

Wenn die Sonne dann endlich wieder durch die Wolken bricht, lohnt sich ein Abstecher zum kurfürstlichen Palais, das mit seinem zartrosa Teint zu den schönsten Rokoko-Schlössern dieser Erde zählt.

Nur etwa 10 Kilometer von der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen entfernt, liegt das staatlich anerkannte Bad Neuenahr-Ahrweiler, die entsprechenden Kuranlagen befinden sich im Stadtteil Bad Neuenahr.

Sollte der Herbst etwas kühler ausfallen, lohnt es sich gewiss, in den Ahrthermen ein wenig aufzuwärmen: Das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Bad verfügt nicht nur über wohlige 31 Grad warmes Mineralwasser, sondern punktet auch mit einer Sauna und einem Restaurant.

Und wenn das Wetter danach immer noch nicht mitspielen möchte, geht es gut durchgewärmt ins ehemalige Kurhaus, das heute ein Spielcasino beherbergt.

Kurhaus und Casino / Foto: Pfalz-Express

Kurhaus und Casino / Foto: Pfalz-Express

In dem schmucken Jugendstilgebäude aus dem Jahr 1903 finden sich drei Tische für französisches Roulette und ein amerikanischer Roulettetisch mit schnellerem Ablauf und damit mehr Durchläufen pro Zeiteinheit. An den drei Pokertischen gelten die Regeln von Texas Hold’em, eine weltweit bekannte Art dieses Kartenspiels, das besonders viel Spannung verheißt.

Regelmäßig stattfindende Pokerturniere verleihen dem Casinobetrieb noch einen guten Schuss mehr Würze. Außerdem stehen der Klassiker Blackjack sowie zahlreiche Automatenspiele auf dem tagtäglichen Programm; beim Multiroulette genügt bereits ein Einsatz von 50 Cents, um dabei zu sein.

Lugt dann doch einmal die Sonne hinter den Wolken hervor, lohnt sich ein Spaziergang durch die Stadt allemal, denn die prächtigen Kurhotels und Villen geben ein wirklich glänzendes Bild ab.

Mainz

Auch die Landeshauptstadt darf in diesem Reigen natürlich nicht fehlen, die Mainzer haben sich mitten in den ertragreichsten Weinanbaugebieten Deutschlands angesiedelt. Sogar direkt im Stadtgebiet befinden sich hervorragende Weinlagen, die hochprämierte Tropfen hervorbringen.

In den ortsansässigen Weinstuben gibt es Spundkäs oder Handkäs mit Musik zu edlem Rebensaft. Im August und September findet der Mainzer Weinmarkt statt, und zum Mainzer Oktoberfest verwandelt sich das Hechtsheimer Messegelände in eine urbayerische Provinz.

Auch das Mainzer Fastnachtmuseum vermittelt fröhliche Feierstimmung, seit dem Jahr 1837 finden in der Stadt am Rhein regelmäßig Rosenmontagszüge statt.

Mainzer Innenstadt /Foto Pfalz-Express

Mainzer Innenstadt /Foto Pfalz-Express

Das Museum erzählt auf etwa 400 Quadratmetern Fläche von der beinahe 200-jährigen Geschichte des närrischen Fastnachtreibens: ein kleiner, aber kunterbunter Ausflug in die fünfte Jahreszeit. Ein Spaziergang am kurfürstlichen Schloss holt den Mainz-Touristen wieder zurück in den Herbst, das imposante historische Gebäude besteht aus rotem Sandstein und präsentiert sich im Gewand der deutschen Spätrenaissance. Dieses historische Highlight steht nur als ein Beispiel von vielen für die zahlreichen Perlen der Mainzer Architektur, die es zu erkunden gilt.

Koblenz

Im Jahr 1992 zelebrierte die Stadt Koblenz ihr 2000-jähriges Bestehen, sie liegt am sogenannten Deutschen Eck, genau dort, wo die Mosel sich in den Rhein ergießt. Hoch über den Dächern der 100.000-Einwohner-Stadt thront die Festung Ehrenbreitstein auf einem 180 Meter hohen Hügelrücken.

Schwindelfreie begeben sich mit der Seilbahn dort hinauf, deren Gondeln sich zuerst über den Rhein bewegen, um anschließend noch ein gutes Stück weiter in die Höhe zu schweben. Jede der 18 Kabinen ist mit großzügigen Panoramafenstern ausgestattet, diese gewähren den Fahrgästen einen grandiosen Rundumblick.

Die Festung gehört zu den größten vollständig erhaltenen Gebäuden ihrer Art in ganz Europa, sie wurde in ihrer heutigen Form Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet. Ihre Wurzeln lassen sich allerdings noch etwa 800 weitere Jahre zurückverfolgen, ein wahrhaft geschichtsträchtiger Ort also, der heute unter anderem das Landesmuseum Koblenz beherbergt.

Festung Ehrenbreitstein/Foto: Pfalz-Express

Festung Ehrenbreitstein/Foto: Pfalz-Express

Auch Schloss Stolzenfels gehört zu den Attraktionen dieser Stadt, es wartet mit einer eher romantischen Prägung auf und erhebt sich über dem linken Rheinufer. Ursprünglich stand an diesem Fleck eine mittelalterliche Burg, ihre Ruinen dienten den Baumeistern des 19. Jahrhunderts als Basis für etwas Neues, noch Prächtigeres.

Speyer

Speyer reiht sich nahtlos in diese verlockende Aufzählung ein, auch diese Stadt blickt auf eine römische Gründung zurück. Im Mittelalter avancierte der Ort zur freien Reichsstadt und genoss eine entsprechend hohe Bedeutung.

Auf einem entspannten Stadtspaziergang entlang der Maximilianstraße passiert der Besucher das alte Stadthaus sowie das historische Rathaus und gelangt schließlich zum westlichen Stadttor, dem 55 Meter hohen Altpörtel.

Foto: Pfalz-Express

Maximilianstraße mit Blick auf den Dom. Foto: Pfalz-Express

Sein Untergeschoss stammt aus dem 13. Jahrhundert, etwa 200 Jahre später fügten die damaligen Stadtfürsten eine Galerie und ein Walmdach hinzu. Wer bei so viel architektonischer Kunst Lust auf ein ganz anderes Thema bekommt, wird im Technikmuseum am Flugplatz Speyer fündig. In der dortigen Ausstellung befinden sich sowohl historische Flugzeuge als auch Schiffe und sogar eine alte russische Raumfähre.

Das zugehörige IMAX®-DOME Kino verzichtet auf eine glatte Leinwand und ersetzt diese durch eine gigantische Kuppel, die als dreidimensionale Projektionsfläche dient. Die hier gezeigten Filme spielen beispielsweise tief unter dem Meer oder hoch in den Bergen – und der Zuschauer fühlt sich automatisch mitten ins Geschehen versetzt.

Die alten Römer haben sich zweifellos sehr wohlgefühlt in Rheinland-Pfalz, zwischen all den Weinreben und gewundenen Flüssen. Sie hinterließen an zahlreichen Orten ihre Spuren, gründeten Städte und errichteten ihre typisch römischen Gemäuer. Im Mittelalter folgten die deutschen Kaiser und Könige ihrem Beispiel und prägten das Land nach ihren eigenen Vorstellungen.

Geschichtsbewusstsein wird in diesem Bundesland deshalb großgeschrieben, doch nichts schlägt die tiefe Liebe zu gutem Wein, die sich über die Jahrhunderte immer mehr ausprägte. Es könnte also keine bessere Besuchszeit geben als den Herbst, wenn die spannende Phase der Weinlese beginnt. (red)

Foto: Pfalz-Express

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