Mittwoch, 20. Juni 2018

Wörther Tafel-Leiter Stuhlik nimmt Stellung zum „Streitpunkt Essener Tafel“

4. März 2018 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Germersheim, Politik regional, Regional

Foto: Pfalz-Express

Wörth – Der Leiter der Tafel in Wörth, Thomas Stuhlik, hat in einer Mitteilung Stellung zu der Kritik an der Essener Tafel genommen.

In Essen hatte der  Tafel-Vorsitzende Jörg Sartor einen vorläufigen Aufnahmestopp für Asylbewerber verhängt.

Auf der Website der Essener Tafel heißt es, dass nur noch Kunden mit deutschem Personalausweis aufgenommen werden. Sartor hatte in Medienberichten geäußert, man werde dem großen Andrang nicht mehr gerecht. Außerdem fühlten sich vor allem ältere Frauen und alleinerziehende Mütter von den vielen fremdsprachigen, drängelnden Männern abgeschreckt. Bundeskanzlerin Merkel hatte die Entscheidung kritisiert, Sartor hält dennoch an der Neuregelung fest.

Die Stellungnahme Stuhliks im Wortlaut: 

„Keine andere Tafel hat aus meiner Sicht ein Recht, über die Essener Tafel zu urteilen und Ratschläge zu geben, auch wenn diese Entscheidung in Essen unglücklich zum Ausdruck kam. Es muss dafür schon entsprechende interne Gründe geben.

Jede Tafel hat ein Eigenleben und gewachsene Strukturen. Wenn andere meinen diese zu kritisieren, dann ist das bedenklich. Jeder seine eigene Meinung zu den Vorfällen. Ich würde nie jemanden ohne zwingenden Grund bei der Tafel ausschließen. Aber es brodelt in der Tafellandschaft.

Ob der Fall in Essen, Ausländerstopp, oder Männer oder Alleinstehende auszugrenzen, was auch schon durchgeführt wird, ist ein Verstoß der Tafelgrundsätze des Bundesverbandes Tafel Deutschland e.V. Es gibt auch Fälle, wo nur anerkannte Flüchtlinge zur Tafel dürfen.

Auch stellt sich die Frage, warum werden alle Flüchtlinge zu den Tafeln geschickt? Ist das der richtige Weg? Richtig ist aber auch, es gibt eine Gruppe von Asylsuchenden, welche sich etwas „anders“ verhält. Entweder ist die Fluchtursache oder die Armut, aus denen die Menschen entflohen sind, der Auslöser dieser Verhaltungsweise.

Auch wir in Wörth wurden zum Anfang fast überrannt, weil eben diese Gruppe ohne Rücksicht in die Tafel stürmen wollte. Nun haben wir einen Türsteher, welcher gezielt den Einlass regelt. Das führte zur Normalität. Es ist jedoch immer wieder nervenaufreibend, da diese Gruppe auch vor der Tafel immer wieder drängeln will.

Hier werden dann die Tafelnutzer freundlich angesprochen und aufgefordert sich richtig und freundlich zu verhalten. Wenn das nicht funktioniert werden eben diese Störer/innen ausgeschlossen.

Auch lese ich immer wieder in der Presse, es fehlen bei Tafeln Milch, Molkereiprodukte usw. Das ist ein Unsinn und hat mit dem Tafelgedanken nichts zu tun. Tafeln sind keine Vollversorger für bedürftige Menschen, sondern haben als Grundsatz: Essbare Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten, diese an Menschen in Not weitergeben.

Verteilt werden kann nur, was einer Tafel zur Verfügung steht. Denn das ist die Hilfe einer Tafel. Damit sparen die bedürftigen Menschen manchen Euro und werden so entlastet.

Auch die Aussagen, ich habe zu wenig Ware und muss einen Aufnahmestopp durchsetzen, ist aus meiner Sicht nicht immer notwendig. Waren sind genügend vorhanden. Wenn Tafeln diese nicht annehmen können oder wollen, da kein Lagerplatz vorhanden ist, oder weil man nur zwei Tage in der Woche bei den Geschäften Waren abholt, dann ist ein Aufnahmestopp aus meiner Sicht falsch begründet.

Noch schlimmer finde ich die Reaktion von Frau Merkel. Erst trägt ihre Entscheidung dazu bei, dass fast alle Tafeln überrannt wurden, dann kritisiert sie das Ehrenamt! Hat Frau Merkel den Tafeln Unterstützung angeboten? Haben denn Politiker überhaupt noch den Blick für die Bürger?

Wenn alle Bürger 25% des Einkommens, Abgeordnetengehalt-Diäten-Aufwandentschädigung, hätten, könnten alle damit ohne Tafel sorgenfrei leben.

Wenn alle Rentner/innen 50% der heutigen Pensionen als Rente hätten, könnten auch diese ein sorgenfreies Leben ohne Tafel genießen. Warum erkennt das die Politik nicht und warum entfernen sich fast alle Politiker von der Wirklichkeit? Auch die Steuerpolitik ist zum, ja!

Wenn ich schon wieder höre, der Kinderfreibetrag wurde erhöht, dann bekomme ich fast keine Luft mehr. Das ist die größte Verdummung für Familien und Alleinerziehende. Auch das ist ein Baustein für den Weg in die Armut! Kennt denn ein Politiker überhaupt die Anwendung und Umsetzung des Kinderfreibetrages?

Und nochmals versagt die Politik, denn wer prüft und klärt, ob alle Asylsuchten denn wirklich bedürftig sind? Meine Vision, die Politik und Wirtschaft macht eine Kehrtwende und alle Bürger und Bürgerinnen haben in Zukunft Löhne und Renten für ein sorgenfreies Leben!“

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