Wickert Maschinenbau erweitert die Fertigung – Bürgerinitiative: „Nicht glücklich über Bauvorhaben“

26. Februar 2019 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Landau, Regional, Wirtschaft in der Region

Spatenstich: Von l.nr.: Dieter Rühling Bauunternehmer, Marc Watgen IHK Landau, Brigitte Mannert, Präsidentin der Handwerkskammer Pfalz/Saarland, Hans-Joachim Wickert Geschäftsführer Wickert Maschinenbau, OB Thomas Hirsch, Christoph Kamplade Bauamtsleiter Landau, Martin Messemer Wirtschaftsförderung Landau, Ester Seither vom Büro für Baustatik Kirstin Voland Landau.
Foto: wickert

Landau. Auf der Wollmesheimer Höhe in Landau werden neue Hallen mit einer Produktionsfläche von insgesamt 3.200 Quadratmetern entstehen. Die Gesamtinvestition von 5,4 Millionen ist die bislang größte Einzelinvestition in der bald 120-jährigen Firmengeschichte der Landauer Firma Wickert Maschinenbau.

Am 19. Februar erfolgte der 1. Spatenstich mit Gästen aus Stadtverwaltung, Bauamt, Politik, Wirtschaft. Vertreter der Nachbarschaft (Bürgerinitiative „Kein Wickert XXL„) hatten abgesagt. Heiko Blädel, Sprecher der BI auf Nachfrage des Pfalz-Express, erläuterte diese Absage damit, dass die Einladung an ihn persönlich und nicht an die Bürgerinitiative gegangen sei. Da er Beamter im Schuldienst sei, habe er nicht frei bekommen. Ob sonst Jemand von der Initiative hingegangen wäre, erscheint eher unwahrscheinlich.

Der Kompromiss sei zwar OK, aber „wir sind nicht glücklich darüber, dass gebaut wird“.  Die Baugenehmigung sei an diesen Kompromiss gekoppelt. Man habe das geringere Übel gewählt. „Wir sind nicht verantwortlich für die Verzögerung“, so Blädel und ist etwas enttäuscht darüber, dass sich die Stadt nicht gleich „mit uns an einen Tisch“ gesetzt habe. Man wolle jedoch kein Öl ins Feuer gießen, sagt Blädel. „Wir wohnen seit Generationen hier. Man muss versuchen, miteinander auszukommen“.

Die Baumaßnahme werde Impulse für die Region setzen und Arbeitsplätze schaffen, sagt indess Dipl.Ing. Hans-Joachim Wickert, Geschäftsführender Gesellschafter.

„Für uns ist es enorm wichtig, endlich die zum Teil nach Frankenthal ausgelagerte Fertigung an den Standort Landau zurück zuholen. Wir müssen wieder schneller werden und überlange Lieferfristen abbauen. Wir dürfen nicht zulassen, dass – meist ausländische – Wettbewerber sich unsere Lieferprobleme zunutze machen und wir damit Marktchancen leichtfertig und auf Dauer aufs Spiel setzen. Wenn wir trotz aller Eintrübungen und Risiken in der Weltwirtschaft nicht schnell handeln, riskieren wir nicht nur Arbeitsplätze sondern auch Wachstumschancen.“

Die neue Halle: Ansicht von Norden.
Quelle: wickert

Schon im November 2019 soll die Produktion in der neuen Halle anlaufen. Insgesamt 8 Kräne werden für optimale Transportwege sorgen. Die 5,4 Millionen-Investition ist nicht zuletzt auch Antwort auf die zunehmende Nachfrage nach Pressen aus Landau. Die hohe Engineeringkompetenz und innovative, kostensparende Problemlösungen ließen Wickert zuletzt 35 Millionen Umsatz erwirtschaften.

Wickert Maschinenbau ist heute weit mehr als ein Pressenhersteller: Als Anlagenbauer rüstet das Familienunternehmen die Pressen mit umfassender Automation für Bauteilhandhabung und -transport, mit Bauteilreinigungskomponenten sowie Qualitätsprüfsystemen aus. Weltweit werden Wickert Anlagen via Fernwartung von Landau aus betreut.

Wickert Pressen sind im Einsatz zum Beispiel in Medizintechnik und Pharmaindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie in der Automotive-Industrie. Hier erlebt das Unternehmen eine zunehmende Nachfrage für die Fertigung von Bauteilen für Elektrofahrzeuge. Die Kundenpalette reicht von Rolls Royce bis hin zum Hersteller von Elektro-Fahrrädern.

Neue Werkstoffe, Leichtbauweise sind Herausforderungen, die die 180 Mitarbeiter zu bewältigen haben. Die individuell für die Bedürfnisse der Kunden gefertigten Pressanlagen basieren auf dem Know-How, der hohen Qualifikation und auch der internationalen Ausrichtung der Mitarbeiter. (desa/red)

Die größte jemals gefertigte Elastomer-Transfer-Presse WKP 30 000 fertigt in USA, großformatige Sicherheitsbauteile, die in Off-Shore Bohrinseln als sogenannte ,,blow out preventors‘‘ ihre Anwendung finden.
Foto: wickert

 

 

 

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