
Hochwasser in Rheinland-Pfalz am 15. Juli 2021
Foto: über dts Nachrichtenagentur
Vor rund fünf Wochen wurde das Spendenkonto „Weinregion für Weinregion – Südpfalz hilft dem Ahrtal“ eröffnet. Die Spendenbereitschaft ist nach wie vor ungebrochen und jetzt wurde eine weitere Grenzmarke geknackt: Insgesamt rund 406.000 Euro sind für die betroffenen Menschen der Unwetterkatastrophe im Ahrtal eingegangen. Inzwischen haben sich zwei Projekte herauskristallisiert, an die ein Teil des Geldes fließt.
Um über die Verwendung der Mittel zu entscheiden, habe man über kommunale Kontakte, die Kontakte der Sparkasse und die Kontakte zur Weinwirtschaft mögliche Einzelprojekte zur Unterstützung ausgemacht, so die Landräte Dr. Fritz Brechtel und Dietmar Seefeldt, OB Thomas Hirsch und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Südpfalz, Bernd Jung. „35.000 Euro der Spendengelder fließen jetzt in zwei konkrete Hilfsprojekte.“
Mit 20.000 Euro unterstützt die Initiative „Weinregion für Weinregion“ einen Hilfsgütertransport des Projekts Wiederaufbauhilfe des DLRG-Bundesverbands e.V. in Kooperation mit dem DLRG-Landesverband Rheinland-Pfalz e.V., den DLRG-Gliederungen in Rheinland-Pfalz sowie den DRK-Kreisverbänden Germersheim, Landau und Südliche Weinstraße mit Unterstützung der Firma Hornbach Baumarkt AG. Man habe sich zum Ziel gesetzt, konkret und bedarfsorientiert beim Wiederaufbau in der besonders betroffenen Verbandsgemeinde Altenahr zu helfen. Auf Südpfalz-Seite sind Heiner Butz, Katastrophenschutzbeauftragter des DRK-Kreisverbands Germersheim, und Andreas Back, Präsident des DLRG Landesverbands Rheinland-Pfalz, die Koordinatoren des Projekts „Wiederaufbauhilfe“.
Jugendherberge wird unterstützt
Mit weiteren 15.000 Euro aus dem Spendentopf „Weinregion für Weinregion“ unterstützt die Initiative ein touristisches Anliegen im Ahrtal: Den Wiederaufbau der Jugendherberge Bad Neuenahr-Ahrweiler. In den Stunden der Flut konnten sich die Gäste in der Jugendherberge zum Glück ins Obergeschoss retten. An der erst vor Kurzem renovierten Herberge ist allerdings ein Millionenschaden entstanden.
Was wird wo gebraucht?
Was wird wann, wo und in welcher Menge konkret gebraucht? Das wissen die Ansprechpersonen vor Ort: Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde, Cornelia Weigand, der ehemalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Achim Haag, zugleich Präsident des DLRG-Bundesverband und Präsident des DRK Ahrweiler, sowie Rudi Götz, ehemaliger Kreisfeuerwehrinspekteur des Landkreises Südliche Weinstraße und aktuell Fachberater Katastrophenschutz der Verbandsgemeinde Altenahr.
Mehr denn je braucht es vor allem Werkzeug, um Estrich herauszureißen, Verputz abzuschlagen und Innenräume zu entkernen sowie Gebäude zu trocknen. Entsprechend haben am vergangenen Wochenende Freiwillige der Hilfsorganisationen dringend benötigte elektrische Bohrhämmer mit Zubehör, unter anderem Meisel, Bohrer, Gehörschutz und Tapeziertische, mittels Sattelzug und Verteilfahrzeugen zu den örtlichen Beauftragten der Gemeinden gebracht, die ihrerseits das Arbeitsgerät an die Betroffenen weitergeben.
„Selbstloser Einsatz“
„Die Ehrenamtlichen des DRK und der DLRG haben sich mit dieser Aktion ein weiteres Mal selbstlos für die Flutopfer eingesetzt“, so Brechtel, Seefeldt, Hirsch und Jung. Kein Cent der Spendengelder sei für Treibstoff der Fahrzeuge oder die Helferverpflegung aufgewendet worden. Stattdessen wurden die Nebenkosten komplett von den entsendenden Hilfsorganisationen getragen. Auch Aufwandsentschädigungen für die eingesetzten Einsatzkräfte sind nicht entstanden.
Brechtel, Seefeldt, Hirsch und Jung rufen auch weiterhin zum Spenden für die Betroffenen der Unwetterkatastrophe im Ahrtal auf: „Die Menschen brauchen jetzt mehr denn je unsere Unterstützung. Bitte helfen Sie mit, um die Betroffenen und den Wiederaufbau im Ahrtal zu unterstützen. Es zählt jeder Euro.“
Wer noch etwas spenden möchte, kann dies tun unter dem Kennwort
„Katastrophenhilfe Hochwasser“ auf das Konto der Sparkasse Südpfalz, IBAN: DE87 5485 0010 1700 2446 66, BIC: SOLA DES1 SUW.
Empfänger ist der Landkreis Südliche Weinstraße.
Info
Das rheinland-pfälzische Finanzministerium hat Hilfsmaßnahmen im steuerlichen Bereich eingeleitet, um den Geschädigten entgegenzukommen. Auch für Spenden und Spendenaktionen sieht das Finanzministerium steuerliche Erleichterungen vor. So genügt unter anderem als Nachweis für Zuwendungen, die bis zum 31. Oktober 2021 zur Hilfe in Katastrophenfällen auf ein für den Katastrophenfall eingerichtetes Sonderkonto eingezahlt werden, der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstituts. Eine gesonderte Spendenbescheinigung ist damit nicht erforderlich, kann aber auf Wunsch dennoch ausgestellt werden.

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