
Handy-Sendemast
Foto: dts Nachrichtenagentur
Wuppertal – Der 3G-Mobilfunkstandard in Deutschland ist Geschichte.
Laut eines Berichts der „Welt“ schaltet Telefónica am 30. Dezember mit einer Antenne in der Wittener Straße im Wuppertaler Stadtteil Oberbarmen den letzten 3G-Mobilfunkstandort ab – auf dem Dach eines alten Backstein-Industriegebäudes.
Gut 20 Jahre nach der mit 100 Milliarden D-Mark größten und teuersten Frequenzauktion der Mobilfunkgeschichte haben sich die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica damit endgültig von 3G verabschiedet.
Telekom und Vodafone hatten ihre letzten 3G-Antennen bereits im Juni abgeschaltet. Zu diesem Zeitpunkt waren aber bei Telefónica noch 16.000 Standorte mit 3G-Antennen in Betrieb. Ende Oktober war in Deutschland nach Angaben der Bundesnetzagentur noch gut 13 Prozent der Fläche mit 3G versorgt, nun sind es null Prozent.
Grund für die Abschaltung sind die wertvollen Frequenzen, die von den Mobilfunkern nun für 4G und 5G verwendet werden. Die neuen Technikgenerationen verbrauchen weniger Strom und schaffen deutlich höhere Internet-Geschwindigkeiten.
Die meisten Mobilfunknutzer in Deutschland dürften von der 3G-Abschaltung jedoch kaum etwas bemerkt haben, denn aktuelle Smartphones sind längst in der Lage, das mobile Internet über 4G und neuere Modelle auch über 5G zu nutzen. Lediglich ältere Geräte könnten nun Probleme bekommen. Ganz unbrauchbar werden sie jedoch nicht.
Wie die „Welt“ berichtet, wollen die Mobilfunker den 30 Jahre alten 2G-Standard in ihren Netzen weiter unterstützten. 2G ist vor allem auf Telefongespräche und das Versenden von SMS beschränkt und nahezu flächendeckend verfügbar.
Daten überträgt der Standard nur sehr langsam. Doch vielen älteren vernetzten Geräten wie beispielsweise Getränkeautomaten oder Baumaschinen genügt das. Wichtiger noch: Europaweit setzen alle Fahrzeuge, die nach März 2018 auf den Markt gekommen sind, bei einem Unfall einen automatischen eCall-Notruf ab – über 2G. (dts Nachrichtenagentur)

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