
Dr. Schmitz-Rode, Bürgermeister Glogger und Marcus Brill (v.l.) erläuterten das neue Konzept der Staatsbad GmbH.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Bad Dürkheim. Die Zukunft des Staatsbades Bad Dürkheim scheint gesichert. Bei einem Pressetermin, an dem auch der Leiter der Tourist Info Marcus Brill und der neue Geschäftsführer, Dr. Wolfgang Schmitz-Rode teilnahmen, erläuterte Bürgermeister Glogger die Zukunft des Staatsbades.
Fakt ist, dass die Stadt Bad Dürkheim, die bisher vom Land und dem Landkreis gehaltenen Anteile erworben hat und damit seit Januar 2016 alleiniger Gesellschafter ist, den Betrieb fortführen wird.
Der Betrieb ist zumindest bis Ende 2018 gesichert. Zu diesem Zeitpunkt läuft der bestehende Mietvertrag mit dem Gebäudeeigentümer der AHG Klinik für Psychosomatik Bad Dürkheim über das Thermalbad aus.
Die letzten Monate seien geprägt gewesen vom Streit um die Liquidation des Staatsbades, so Glogger. Nun seien alle Unsicherheiten überwunden und wichtige Fragen geklärt worden.
„Wir erleben in diesen Tagen den Aufbruch in die Zukunft der Kur-und Gesundheitsstadt Bad Dürkheim“, freut sich der Bürgermeister.
Glogger und Schmitz-Rode, der als Liquidator eingesetzt war und jetzt Geschäftsführer der neuen Staatsbad GmbH ist, lassen keinen Zweifel daran, dass im Bereich Kur-und Gesundheitsbereich umgedacht werden muss.
Eine Entwicklung, die natürlich auch andere Kurstädte betrifft. Vorbeugende Kuren werden seit 2006 nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt. In den 80 und 90er Jahren sei die Verschreibung von Kuren auf dem Höhepunkt gewesen. „Wir hatten Heerscharen von Mitarbeitern, fast 500, heute sind es noch 6 Personen. Es gab alleine 30 Massagekabinen, da standen die Menschen Schlangen“, berichtet Schmitz-Rode in Erinnerung an diese Zeit.
Doch danach habe man nur noch Defizite im Therapiebereich verzeichnen können. Trotz Kostenreduzierung, in dem man zum Beispiel das Hamam geschlossen hat, sei es nicht möglich gewesen, das Defizit unter eine Million zu drücken, erklärt Glogger.

Überraschend großes Medieninteresse: Das Staatsbad Bad Dürkheim hat einen großen Einzugsbereich und konnte die ihm drohende Insolvenz auf den letzten Drücker abwenden.
Foto: Pfalz-Express/Ahme
Die drohende Liquidation konnte jedoch abgewendet werden. Im Dezember 2015 wurden Architektenentwürfe vorgestellt, die eine zukünftige Gesundheitseinrichtung, nämlich ein Thermalbad mit Sauna als Erweiterung des Salinariums, thematisierten.
Der Stadtrat wird im März einen Prozess beschließen, wie diese Fragen mit Experten und der Öffentlichkeit diskutiert werden können. Man wolle noch vor der Sommerpause zu einer Entscheidung kommen, hofft Glogger. Der Stadtrat könnte demnach im Juli ein zukünftiges Kurbetriebskonzept und eines für den Betrieb einer neuen Thermaleinrichtung beschließen.
Das Land Rheinland-Pfalz hat 1,35 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, mit der der Betrieb die nächsten drei Jahre sicher gestellt werden kann, ohne dass zusätzliche städtische Mittel benötigt werden. Alle Mitarbeiter des Staatsbads wurden auf städtische Planstellen angestellt.
Außerdem wurde das Staatsbad mit dem Büro für Tourismus verzahnt, sodass an einem gemeinsamen Tresen Eintrittskarten gekauft und Hotelbuchungen durchgeführt werden können. Die technische Leitung arbeitet eng mit dem Salinarium, die kaufmännische Leitung mit den Stadtwerken. So habe man wichtige Synergieeffekte schaffen können, betont Glogger. Die Gäste können mit ihren Eintrittskarten das jeweils andere Bad mitbenutzen.
Es wird sich (fast) nichts ändern für Gäste des Thermalbads, außer modifizierten Öffnungszeiten ab März. Bisher im Thermalbad durchgeführte Wellness-Angebote sollen im Salinarium angeboten werden. (desa)

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